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Nicholas Milton

  • Nach einem sehr erfolgreichen Auftakt der gemeinsamen Spielzeit in Göttingen schafften sie es erneut zu begeistern – das Göttinger Symphonie Orchester und sein neuer Chefdirigent Nicholas Milton, den auch die Gäste des Philharmonischen Zyklus II nach diesem Abend mit Anerkennung und großer Vorfreude auf weitere Konzerte verabschiedeten.  

    Im Mittelpunkt des Abends standen die Verletzbarkeit und die Konflikte der Seele – das „Seelendrama“ – wobei das Göttinger Symphonie Orchester die Anwesenden zunächst mit einem freudigen Stück empfing. Nicholas Milton eröffnete das Konzert mutig mit der Ouvertüre zur OperRuslan und Ljudmila von Michail Glinka (1804-1857). Dieses freudig sprühende Werk wurde vom Orchester trotz der anspruchsvoll rasanten Tempi meisterhaft und mit Leichtigkeit gespielt; zuweilen beruhigte es sich in fließenden und zarten Streicherpassagen, um sich eiligen Schrittes in einem hinreißenden Finale zu entladen. Die Harmonie zwischen Milton und dem Orchester war bereits in diesem ersten Stück deutlich spürbar, sollte sich jedoch im Verlauf des Konzerts noch erheblich steigern.

  • Es gibt diese magischen Momente in der Musik. Dass es einem plötzlich den Atem verschlägt und das Herz lautstark pocht. Weil gerade die Streicher in einem grandiosen Klangwolkengebilde gemeinsam ausschwärmen, Cello und Violine in inniger Zuneigung verschmelzen und die Stille, in der jeder Ton geborgen erscheint, so unmittelbar aufrührt.

  • Nun ist er da – Nicholas Milton wurde gestern von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler offiziell in Göttingen begrüßt. Milton war an dem Tag gerade aus Australien gekommen und hatte trotz drohendem Jetlag bereits eine Probe mit seinem neuen Orchester geleitet. „Durch dieses gemeinsame Musizieren gab es überhaupt kein Problem mit Jetlag“, sagte Milton.

  • Mit dem Wort „Titan“ verbindet man etwas Mächtiges, Großes, Unzerstörbares. Die Titanen als älteste Götter in der griechischen Mythologie sind das Sinnbild des Epochalen. „Titan“ ist der Titel der 1. Symphonie von Gustav Mahler, ein Werk, das durchaus eine neue Ära in der Musikgeschichte einleitete. Was könnte man diesem Werk als Programmpunkt beifügen, wenn nicht ein Stück eines anderen „Titanen“: Beethoven. So stellte das Göttinger Symphonieorchester (GSO) der Aufführung von Mahlers 1. Symphonie das 3. Klavierkonzert von Beethoven voran. Die Kombination ist durchaus wagemutig, da die Werke grundverschieden sind.

  • Der Spielplan des Göttinger Symphonie Orchesters wurde diesmal mit ganz besonderer Spannung erwartet. Schon im Vorfeld war von einer besonderen Herausforderung die Rede. Der musste sich zunächst vor allem Nicholas Milton nach seiner Wahl zum neuen GSO-Chefdirigenten stellen. Mit der Sanierung der Stadthalle entfällt die zentrale Spielstätte des Orchesters für mindestens zwei Jahre. Und so wurde natürlich vorab gerätselt, welche Konzertformate und welche Komponisten künftig wo ihren Platz finden: Sei es in der Lokhalle, in der Aula der Universität oder am Deutschen Theater. Nicholas Milton machte die Überraschung perfekt, als er gestern sein musikalisches Programm für die kommende Saison vorstellte. Es ist vor allem von Leidenschaft und Enthusiasmus geprägt und von der Begeisterung des australischen Chefdirigenten für seine Musiker.

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