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Marco Matthes

  • Die Komödie „Willkommen“ hatte Premiere im Deutschen Theater

  • Shows verkaufen sich nun mal besser als ernüchternde Bilanzen. Dann lockt noch der Promifaktor und schon wird eine Anliegerversammlung zum Event. Die spekulativen Geschäfte der Göttinger Union laufen schon längst nicht mehr gewinnbringend. Umso wichtiger sind jetzt die Statements von Fußballikonen, Politikern und großzügig auftretenden Mäzenen, die Imagepflege für den maroden Finanzkonzern betreiben. Und wenn Firmengründer Harry Cornelius (Roman Majewski) und Finanzvorstand Volker Roggensack (Marco Matthes) dazu noch verkünden, dass man an die Zahlen glauben müsse, kann eigentlich keine Rede mehr sein von Schneeballsystemen, grauen Märkten und drohender Insolvenz. Punktgenau werden erneut Beifallsstürme eingeblendet, und Moderatorin Angie (Christina Jung) kann den nächsten Überraschungsgast anstrahlen.

  • Ein bisschen kulturelle Bildung täte Behringer vielleicht ganz gut, wie er da an einem verkaterten Sonntagmorgen an seinem Lebensüberdruss laboriert. Freund Hans rät ihm zu optischem Styling, mehr noch zu guten Büchern, Kinoabenden und Ausstellungen und natürlich auch mal zu einem Theaterbesuch. Die freundschaftliche Kabbelei könnte ewig so weiter gehen, auch weil sich die Beiden weiterhin uneins sind über Karriereoptionen und Erfolg versprechende Verhaltensmuster. Doch dann bebt der Bühnenboden zur Premiere von Eugène Ionescos Schauspiel „Die Nashörner“, das Thomas Dannemann am Deutschen Theater inszenierte.

  • Vielleicht täuscht ja der rote Sticker mit dem Namen Alice, den jeder Zuschauer am Eingang zur DT-Tiefgarage bekommt. Das weiße Kaninchen ist nicht nur ein bisschen skeptisch sondern auch ziemlich verwirrt und fragt nach. „Bist du wirklich Alice?“ Aus den roten Albino Augen blitzt es erneut auf. „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, weg damit!“ murmelt die Stimme zum Aufbruch in das Gedanken- und Wahrnehmungslabyrinth in der DT-Tiefgarage Das nächste weiße Kaninchen ist bereits zur Stelle und eilt voraus in „Alices Welt“ mit den vielen seltsamen Hutmachern, die dort ihre rätselhaft verwirrenden Teestunden zelebrieren.

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