Willkommen im Kulturbüro Göttingen

Lieber Gast,
herzlich willkommen auf den Seiten des Kulturbüro Göttingen. Sie finden hier ein großes Angebot an Terminen, Spielplänen, Tipps und Rezensionen.
Um dieses Angebot frei verfügbar anbieten zu können, sind wir auf Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns, wenn Sie sich an der Finanzierung dieses Angebotes beteiligen würden. Lesen Sie mehr über die Möglichkeiten – von der Einmalzahlung bis zur Jahresmitgliedschaft.

Florian Donath

  • Shows verkaufen sich nun mal besser als ernüchternde Bilanzen. Dann lockt noch der Promifaktor und schon wird eine Anliegerversammlung zum Event. Die spekulativen Geschäfte der Göttinger Union laufen schon längst nicht mehr gewinnbringend. Umso wichtiger sind jetzt die Statements von Fußballikonen, Politikern und großzügig auftretenden Mäzenen, die Imagepflege für den maroden Finanzkonzern betreiben. Und wenn Firmengründer Harry Cornelius (Roman Majewski) und Finanzvorstand Volker Roggensack (Marco Matthes) dazu noch verkünden, dass man an die Zahlen glauben müsse, kann eigentlich keine Rede mehr sein von Schneeballsystemen, grauen Märkten und drohender Insolvenz. Punktgenau werden erneut Beifallsstürme eingeblendet, und Moderatorin Angie (Christina Jung) kann den nächsten Überraschungsgast anstrahlen.

  • Endlich scheint Peter Munk am Ziel seiner Wünsche. Er kann so schön verschwenderisch und leichtsinnig sein und fühlt sich endlich auch ein bisschen bewundert. Jetzt ist er nicht mehr der rußgeschwärzte Kohlenbrenner, sondern der Besitzer einer Glashütte, der im Wohlstand schwelgt. Schon mit einem Griff in die Hosentasche rieselt wieder dieser Glitzerstaub, der überall haften bleibt und im Scheinwerferlicht noch mehr funkelt. Sein Absturz ist vorprogrammiert, und das nicht nur, weil Wilhelm Hauff in seiner märchenhaften Erzählung „Das kalte Herz“ ein paar sehr berechnende Geister ins Spiel bringt. Daniel Foersters Inszenierung auf der DT-2 Bühne verwebt die Geschichte dieses maßlos gierigen Träumers mit sehr vielen fantastischen Zutaten zu einem bilderreichen Panorama über die Sehnsucht nach materieller Sicherheit und so um mehr Anerkennung in einer konsumverliebten Bedürfnisgesellschaft.

  • „Singen!“ skandiert der Bühnenchor. Diese Tosca darf einfach nicht sterben. Singen soll sie auch unmittelbar nach der heimtückischen Ermordung ihres Geliebten. Jetzt endlich erheben die oft so teilnahmslos anmutenden Beobachter der Ereignisse ihre Stimme. Und das nicht etwa gegen eine gnadenlose Staatsmacht und ihre ebenso gnadenlosen Helfershelfer, sondern einzig für eine weitere Arie. Die Künstlerin gewährt ihnen noch eine tragische Melodie. Doch im Grunde gilt sie nur diesem einen letzten Ton, in dem ihr unendlicher Schmerz ungetröstet verhallt. So wie Giacomo Puccinis berühmte Oper hat auch das Schauspiel Tosca in der Inszenierung von Joachim Schloemer am Deutschen Theater dafür keine Worte mehr.

Jetzt schon Tickets sichern

Kulturticket

Figurentheatertage

Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Ok