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Boat people projekt

  • Das älteste deutsche Theatermagazin Die Deutsche Bühne hat in der derzeitigen Ausgabe seine jährliche, branchenweite Autorenumfrage herausgebracht. Dazu wurden dieses Jahr 63 Theaterkritiker und Fachjournalisten zu den erfolgreichsten Theatermachern der vergangenen Spielzeit 17/18 befragt. Auch das boat people projekt zählt dazu und wird in der Kategorie "Freie Theater" neben dem Klabauter Theater aus Hamburg als „ästhetisch überzeugend“ gewürdigt. Juliane Sattler-Iffert schreibt dazu: „Das boat people projekt arbeitet als Freies Theater in Göttingen zu dem Thema Flucht und bindet dabei vor allem Künstler aus Kriegsgebieten ein. Die ungewöhnliche Initiative wurde mit dem Göttinger Friedenspreis ausgezeichnet.“

  • Die Angler am Leinekanal trotzen dem Nieselregen in Neonfarben. Sie haben als Köder kleine bunte Gummistiefel, mit denen sie vielleicht auch einen guten Fang machen. Am Christian-Gottlieb-Heyne-Ufer kommt es zu einer weiteren Begegnung bei diesem szenischen Spaziergang mit dem Boat People Projekt. Dort haben sich drei Meerjungfrauen niedergelassen. Für die Passanten gilt der mahnende Hinweis auf den Pappschildern: „Bitte nicht schubsen.“ Dazu kommt es natürlich nicht, denn Nina de La Chevallerie, die Leiterin dieser theatralischen Erkundungsreise durch die Göttinger Innenstadt, eilt bereits voraus.

  • Zehra ist eine Figur aus einer Fernsehserie. Doch ihre Autorin Müjgan kann sie nicht wie eine Fiktion betrachten, wenn sie nun ein Drehbuch über ihren Tod verfassen soll und dabei Klischees über türkische Familienverhältnisse reproduzieren. Die verfolgen auch Müjgan, die seit drei Jahren in Deutschland lebt und nun mit Zehra einer Frau begegnet, die das geplante Drehbuch sabotiert. Die verweigert sich nicht nur dem traditionellen Frauenbild, sondern auch einer Geschichte, die sie zum Opfer erklärt.

    Für das „boat people projekt“ hat Sonja Elena Schröder diesen leidenschaftlich kämpferischen Dialog der beiden Frauen inszeniert, den wir Ihnen nun vorstellen: „Schwesternherz“ von Ceylan Ünal.

  • Irgendwas stimmt nicht mit dem Familienbuch. „Ghufran“ braucht die Dokumente für ihr Visum. Doch da sind zwei Namen, die nicht dazu gehören und so erfährt die junge Frau, dass ihr Vater eine Zweitehe führt und noch eine kleine Tochter hat. Sie fühlt sich von ihm verraten, und vielleicht hat das auch ihre Entscheidung beschleunigt, die syrische Heimat zu verlassen. Es gäbe genug Motive zu bleiben, die sie abwägt und und ebenso viele, sich auf den Au-pair-Job in Berlin einzulassen, wo sie später Asyl beantragen wird. Doch dieser Widerspruch gibt ihr vor allem nach der Ausreise zu denken – und dann umso dringlicher in den Erinnerungen und den verwirrenden Flashback. Auf der Bühne des boat people Projekt im ehemaligen IWF geht ihnen die dramatische Collage „Nora und der andere Name“ nun auf den Grund.

  • Noch ist die grüne Wiese leer. Später wird sie mit blauen Handtüchern bedeckt, kann sich vorübergehend auch in eine Wasserfläche verwandeln oder in einen Ort der Geborgenheit, wo Eindrücke und Erlebnisse für den Moment zur Ruhe kommen möchten. Doch zunächst werden Probenimpressionen eingeblendet. „Eiswiese – Girl meets Boy“ hat viele kleine Vorgeschichten, die Autorin Luise Rist auch mit ihrer Inszenierung verwebt hat. Da sind die berührenden Momente beim gemeinsamen Kennenlernen, wo viel gelacht und getanzt wurde. Dann die Probenszenen, wo es mal wieder sehr chaotisch zuging, wenn Einsätze nicht klappten und die deutsche Sprache sich erneut als ziemlich störrisch erwies. Doch dabei konnten die Stimmen und die Stimmungsbilder von 15 jungen Theatermachern aufblühen, mit denen sie nun den Raum im ehemaligen IWF zu ihrer Bühne machen.

  • Das Ranking sagt schon alles über die Kluft zwischen den reichen Industrienationen und den Loosern. In Luxemburg beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen 70.000 Dollar. In Syrien sind es gerade mal 2.800 Dollar. Aber wie groß ist die Bereitschaft, über eine Umverteilung nachzudenken und seinen Wohlstandsstatus ein bisschen einzuschränken? Was hat dieser seltsame Professor (Matthias Damberg) bei diesem interaktiven Spiel noch alles im Sinn, der eine Zuschauergruppe abseits der Bühne in einem beengten Raum Platz nehmen lässt und ihnen diesen Ländervergleich demonstriert? Alle haben einen kleinen Fragebogen ausgefüllt, in dem auch um die Zufriedenheit mit den persönlichen Lebensverhältnissen ging, ob sie als zufrieden, gerecht oder ungerecht empfunden werden. Sie haben ihm sogar den Inhalt ihrs Portemonnaies überlassen. Dann werden die Scheine gestapelt. Jeder zieht eine Karte und bekommt dann einen neuen Platz in diesem Länderranking. Nun muss er möglicherweise statt Luxemburg Malawi vertreten, wo der Jahresverdienst nur noch 250 Dollar beträgt und kann nur noch auf großzügige Nachbarn vertrauen, die ihm vielleicht einen fünf- oder zehn Euroschein überlassen.

  • Die Podcast-Reihe von Tina Fibiger im Kulturbüro Göttingen: „Open the Outside“ – Szenische Spaziergänge mit dem „Boat People Projekt “ – Gespräch mit Nina de la Chevallerie

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