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Freitag, 10 November 2017 23:09

Wir haben ja noch nie über Zahlen gesprochen

Das Deutsche Theater und sein Aufsichtsrat präsentiert aktuelle Zahlen – und eine Verlängerung des Vertrags mit dem Intendanten

Donnerstag, 16 März 2017 18:19

Theatermitarbeiter treffen Oberbürgermeister

„40.000 Theatermitarbeiter treffen ihre Abgeordneten“ - Heute: Rolf-Georg Köhler

Die Ensemblemitglieder des Deutschen Theater Göttingen Florian Eppinger und Andreas Jeßing sowie Harald Wolff, Vorsitzender der Dramaturgischen Gesellschaft, trafen Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler zum Gespräch über das Deutsche Theater Göttingen und dessen Zukunft. Das Treffen ist Bestandteil der bundesweiten Aktion »40.000 Theatermitarbeiter treffen ihre Abgeordneten« an der die Schauspieler des Deutschen Theater Göttingen mit regelmäßigen Gesprächen teilnehmen. Ausgangspunkt für die Aktion sind die prekären Arbeitsbedingungen künstlerischer Beschäftigter an den Stadt- und Staatstheatern im deutschsprachigen Raum.

Die Gesprächsthemen mit dem Oberbürgermeister betrafen den kommunalen Ausgleich, die Bedeutung der Theaterpädagogik für das Theater und den guten Zusammenhalt von Theaterpublikum und Theaterensemble in Göttingen. Und am Ende blieb ein Punkt in dem sich alle einig waren: »Kultur ist ein Grundpfeiler der Gesellschaft«.

Das Treffen ist Bestandteil des bundesweiten Austausches zwischen künstlerischen Mitarbeitern, Theatern und Politikern in Kommune und auf Landesebene. Ausgerufen wurde die Aktion von der bundesweiten Theaterbewegung, dem 2015 gegründeten ensemble-netzwerk. Das ensemble-netzwerk hat es sich vielversprechend zum Ziel gesetzt die künstlerischen Mitarbeiter in der deutschsprachigen Theaterlandschaft zu vereinen und für bessere Arbeitsbedingungen einzustehen.

Das Denkmal von Christiane Möbus „Dem Landesvater seine Göttinger Sieben“ ist der Öffentlichkeit übergeben. Ein Kommentar.

Da sich alle Redner (Hans Eveslage von der Stiftung Niedersachsen, Oberbürgermeister Rolf Georg Köhler, der ehemalige Direktor des Sprengel Museums Hannover Professor Dr. Ulrich Krempel sowie die Künstlerin selbst) sich darin einig waren, dass es sich um ein Kunstwerk handelt, muss diese Frage nicht weiter diskutiert werden.

Muss Kunst erklärt werden? Eigentlich sollte Kunst als ästhetisches Erlebnis aufgefasst und erlebt werden. Eine Deutung des Kunstwerkes kann in der Regel unvoreingenommen und individuell erfolgen. Allerdings nicht hier. Um das Kunstwerk von Christine Möbus zu verstehen, ist erhebliches Vorwissen erforderlich:
-    Man muss den hannoverschen Bahnhof und das Reiterdenkmal davor kennen. Und zwar so gut, dass man erkennt, dass Gestaltung, Material und Größe des leeren Sockels in Göttingen exakt dem Sockel des Reiterstandbildes in Hannover gleicht.
-    Man muss wissen, wer König Ernst August war und welche Rolle er in Sachen Verfassung gespielt hat
-    Man muss wissen, wer die Göttinger Sieben waren und vor allem, was sie getan haben.

Erst mit diesem Vorwissen kann man anfangen, das Kunstwerk zu deuten. Erst dann kann man den „obrigkeitsfreien Sockel“ (Köhler) verstehen, erst dann kann man die Ironie der Inschrift verstehen, erst dann kann man die Allegorie des Standortes verstehen. Was man auch dann nicht verstehen kann, ist der achte Name auf der anderen Seite des Denkmals.

Das ist auch überhaupt nicht zu verstehen. Auch wenn die Redner sich alle Mühe gegeben haben, die Inschrift der Künstlerin als Signatur des Werkes zu rechtfertigen. Nun muss man nicht immer wissen, was eine Künstlerin mit ihrem Werk oder einem Detail davon aussagen will. Hier wäre diese Erkenntnis aber hilfreich.

Christiane Möbus möchte mit ihrem eigenen Namen „heutige und zukünftige Bürger unseres Landes ansprechen und zur Reflexion anregen. … Denn über Diktatur, Tyrannei und Machtbesessenheit muss auch heute noch befunden werden.“ (Möbus) Mit letzterem hat sie natürlich recht. Warum ich aber ausgerechnet beim Lesen ihres Namens über Diktatur, Tyrannei und Machtbesessenheit befinden soll, erschließt sich mir in keinster Weise.

Ein „Denk-Mal“ soll es sein. Es hat also auch oder vor allem eine pädagogische Funktion. Aha. Dann muss Kunst also doch erklärt werden. Und deshalb ist eine Bronzeplatte vor dem Kunstwerk in den Boden eingelassen, auf dem die Zusammenhänge und Hintergründe kurz erläutert werden. Ich persönlich empfinde es als ein Armutszeugnis, wenn Kunst sich doch erklären muss.

Es geht mir überhaupt nicht um Ästhetik, auch wenn ich den Klotz nicht schön finde. Es geht mir auch nicht um die künstlerische Freiheit. Und natürlich darf und muss bisweilen auch Kunst kontrovers diskutiert werden. In diesem Fall geht es um den Umgang mit der Geschichte der Göttinger Sieben. Sie ist in der Tat erinnerungswürdig, gerne auch an prominenter Stelle. Aber dieses Denkmal ist dafür denkbar ungeeignet – ein Denkmal, das schon andernorts (vor dem Landtag in Hannover) abgelehnt worden ist. Es ist ungeeignet, weil es nur den Wissenden etwas mitteilt. Göttingen, die Stadt, die Wissen schafft. Hier eben tut die Stadt es leider nicht.

Und zu guter Letzt überhöht sich die Künstlerin Christiane Möbus auf unerhörte Weise, in dem sie ihr Denkmal nicht einfach signiert, sondern sich in eine Reihe mit den Göttinger Sieben stellt. Als ob sie irgendetwas zur Demokratiewahrung und Verfassungstreue beigetragen hätte. Und noch mehr: sie setzt ihren Namen gleich mit all denen, die sich für Demokratie, gegen die Tyrannei und gegen die Machtbesessenheit auflehnen. Das allein wäre schon Grund genug, dieses Denkmal sofort wieder abzubauen. Denn diese Anmaßung ist überaus peinlich – peinlich für die Person, aber leider auch peinlich für Göttingen. Mit künstlerischer Freiheit hat das nichts mehr zu tun, sehr viel aber mit Fremdschämen.

Wie geht es jetzt weiter? Die Göttinger Piraten haben es schon vorgemacht: nur Sekunden nach der Enthüllung bedankte sich Meinhart Ramaswamy für die zusätzliche Fläche in Göttingen, die für Parolen und Plakate genutzt werden kann. Während er das sprach, wurde von einer Piratin bereits mit Kreide die erste Parole angebracht.

Wir werden sehen, wie die Tauben den Hufabdruck des Pferdes (den man ohnehin nicht sieht) und wie die Piraten und andere den Sockel auf ihre Weise nutzen werden.

„Wenn das Kunstwerk trotz eines vorbehaltlosen, offenen Blickes nicht anfängt, von sich zu erzählen, wende Dich ab. Du bist nicht dumm. Das Kunstwerk ist arrogant.“ (Ronald Gerber auf www.kopfkompass.de)

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