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Dienstag, 14 November 2017 09:08

Festlich und frisch

Die Corvinuskantorei unter neue Leitung im Festkonzert zum Kirch-Jubiläum

Dienstag, 25 Oktober 2016 09:21

Festliche Trompetenklänge

Festliche Trompetenklänge begrüßten die Besucher in der Corvinuskirche bereits vor Konzertbeginn.

Sonntag, 13 September 2015 15:00

Sey nur still. Amen.

Patricia Grasse im Nachtkonzert der Nikolausberger Musiktage

Die „Kleinen geistlichen Konzerte“ von Heinrich Schütz sind kurze, kantatenähnliche Werke für eine kleine Besetzung. Wobei die Besetzung sehr unterschiedlich ist: von einer bis zu sechs Singstimmen reichen die Vorgaben von Heinrich Schütz. Entstanden ist diese Sammlung um 1636 – also noch inmitten der Wirren im Dreißigjährigen Krieg. Und so beginnt auch gleich das erste Stück mit den Worten „Eile mich, Gott, zu erretten, Herr, mir zu helfen!“

Die Sopranistin Patricia Grasse hat für das Nachtkonzert bei den Nikolausberger Musiktagen die Stücke ausgewählt, die für eine Sopranstimme vorgesehen sind. Das sind lediglich vier der 56 „Kleinen  geistlichen Konzerte“. Und weil diese Auswahl nicht konzertfüllend ist, hat sie noch einige „Musikalische Andachten“ des Bach-Zeitgenossen Johann Wolfgang Franck ausgewählt. Diese Stücke sind fünfzig Jahre später als die Konzerte von Schütz entstanden.

So ergab sich ein spannender Konzertablauf: zunächst die schlichte gehaltene, aber ungemein ausdrucksvolle Musik von Heinrich Schütz, dann die barocken Kleinode von Franck.

Patricia Grasse war eine ideale Besetzung für diesen Abend: sie gestaltete die Musik ergreifend und einfühlsam. Ihre schlanke Stimme klang in jeder Lage leicht, es war keinerlei Anstrengung zu hören. Und das bei einem einstündigen Programm, das nur einmal unterbrochen wurde durch eine Passacaglia von Alessandro Piccinini, gespielt von Andreas Düker auf der Laute.

Andreas Düker und Antonius Adamske (Orgel) begleiteten die Sängerin, teils gemeinsam, teils abwechselnd. Das Ensemble musizierte von der Orgelempore, während das Kirchenschiff im Kerzenschein leuchtete. So schön das atmosphärisch wirkte: akustisch hatte das zur Folge, dass der Text des Gesangs kaum zu verstehen war. Zum Glück war der Text im Programmheft abgedruckt.

Der prall gefüllte Samstag der 1. Nikolausberger Musiktage endete mit diesem wunderbaren Nachtkonzert mit Patricia Grasse. Insbesondere die Andachten von Franck waren eine Entdeckung. Das letzte Stück des Abends hieß „Sey nur still und harr auf Gott“ – und es endete mit dem Gruß zur Nacht: „Sey nur still. Amen.“

Freitag, 15 Mai 2015 07:03

Einmal Himmelfahrt und zurück

Konzert mit der Albanikantorei am Himmelfahrtstag

Abschied und Wiedervereinigung der Lebenden und der Toten – dies war, kurz gefasst, das Thema des Konzerts zum Himmelfahrtstag in St. Albani, in dem die Kantorei zusammen mit dem Collegium coll´arco unter der Leitung von Arwed Henking musizierte. Mit dem Oratorium „Die Auferweckung des Lazarus“ von Johann Christoph Friedrich Bach und dem „Himmelfahrts-Oratorium“ sowie einem Auszug aus der Kantate BWV 12 von Johann Sebastian Bach konnte das Publikum Teil haben an der Trauer von Hinterbliebenen, aber auch an ihrer Zuversicht und ihrer Freude über die Wiedervereinigung mit den Toten – egal ob im Himmel oder schon auf Erden.

„Die Auferweckung des Lazarus“ des dritten komponierenden Bach-Sohns war ein Auftragswerk, zu dem Johann Gottfried Herder den Text schrieb. Gritt Revermann gab der darin trauernden Maria mit ihrem satten, auch in den Tiefen klaren Alt eine berückend schöne Stimme; eine große Freude waren auch die Duette mit Patricia Grasse (Sopran) als Martha, die Maria mit ihrer fast unpassend wirkenden fröhlich-resoluten Art aufzumuntern versucht.

Zu Anfang des Konzerts noch etwas unsicher und ungleichmäßig, schien das Selbstbewusstsein der Streicher gleichzeitig mit dem Hauptprotagonisten erweckt zu werden: Der „Bückeburger“ Bach komponierte in das entsprechende Rezitativ ein effektvolles kleines Intermezzo, in dem das Orchester das Aufstehen des Lazarus mit aufsteigenden Tonfolgen musikalisch darstellt. Ab diesem Punkt hatten die Musiker sichtlich Spaß an ihrer Aufgabe, wobei sie besonders bei schnellen und fröhlich-schwungvollen Stellen glänzten. So wurde der Chor Nummer 11 – „Der Tod verschlungen in Sieg“ – zu einem Highlight des Konzerts.

Nach dem zuversichtlichen Choral am Schluss dann die Überraschung des Komponisten: Nicht der festliche Chor beendete das Oratorium, sondern Lazarus (variantenreich gesungen von Tenor Sven Olaf Gerdes), der das Werk berührend leise und sensibel verklingen lässt.

Solisten, Chor und Orchester harmonierten sehr gut in der Lautstärke; einzig Jochen Faulhammer (Bass) übertönte die Musiker ab und an mit seinem beeindruckenden Organ, aber als Jesus durfte er das vielleicht auch.

Die Albani-Kantorei machte ein paar Schieflagen mit vielen präzisen Einsätzen und sehr gut geübten Abschlusskonsonanten wett. Bei allen wichtigen Stellen waren ihre Augen beim Dirigenten – bei weniger schwierigen Stellen leider oft nicht, so dass die schwierigen Stellen in diesem Konzert oft besser gemeistert wurden als einige unspektakulärere Passagen.

In Johann Sebastian Bachs Himmelfahrts-Oratorium trauern die Jünger Jesu um dessen vorerst endgültigen Abschied von der Erde, bevor sie sich daran freuen, dass seine Liebe zurück bleibt und er ja eines Tages wieder kommen wird – hier gelang Sängern und Orchester ein fröhlicher, festlicher Abschluss des Feiertages, wofür sich das Publikum im gut besuchten Kirchenschiff anschließend mit herzlichem Applaus bedankte.

Dienstag, 10 März 2015 07:53

Herausforderung angenommen

Der Petrichor Weende sang in der Universitätskirche St. Nikolai zum Chorjubiläum

Zum Jubiläum (30 Jahre Petrichor Weende) gab es festliche Musik. Auch wenn es Kirchenmusiker Antonius Adamske anders meinte: die 3. Orchestersuite von Johann Sebastian Bach sollte in der Passionszeit den Einzug Jesu in Jerusalem andeuten. Egal wie man es interpretiert – diese Musik mit ihren drei Trompeten und dem festlichen D-Dur hat etwas Erhabenes. Und so musizierten es Adamske und das Göttinger Barockorchester auch. Die berühmte „Air“ gestaltete Konzertmeister Henning Vater sehr innig, beinahe ein wenig zu sehr zurückhaltend. Aber immer mit wunderschönem Ton.

Das Orchester war nur mit vier Geigen (zwei erste und zwei zweite Geigen) besetzt. Da konnten sich diese Instrumente bei den Tutti- und den festlichen Trompetenklängen nicht recht durchsetzen. Schade, denn bei den flotten Tempi hätte man gerne etwas mehr von den virtuosen Geigenläufen gehört. Dem feierlichen Charakter der Musik tat das aber kaum einen Abbruch.

In der Motette „Jesu meine Freude“ hatte das Orchester eher eine stützende Funktion. Bach selber hat dieses Continuo durchaus vorgesehen. Und so gaben die Instrumentalisten den Chorsängern des Petrichores die Sicherheit in der Intonation. Denn diese ist eine der größten Klippen in den Bach’schen Motetten, insbesondere in dieser. Der Chor war sehr gut vorbereitet und wirkte dementsprechend sehr präsent. Es ist beachtlich, was der junge Dirigent aus seinem Ensemble herausholt. Der Chor ist definitiv auf einem guten Weg – wenn auch durchaus noch etwas zu tun ist, so zum Beispiel in der Artikulation oder in der dynamischen Differenziertheit.

Antonius Adamske zeichnet sich aber dadurch aus, dass er seinen Ensembles gerne viel zumutet. Und die Choristen haben diese Herausforderung angenommen. Sie lieferten eine gelungene Version der Bach-Motette ab. Die kammermusikalischen Passagen wie das Trio „Denn das Gesetz“ vertraute Adamske den Solisten des Abends an, was dem Stück durchaus guttat. So vermied Adamske, dass der Chor sich an der Motette überhebt.

Die Nelson-Messe von Joseph Haydn passte vom Schwierigkeitsgrad ein wenig besser zum gegenwärtigen Leistungsvermögen des Petrichores. Lebendig gab der Chor das Werk wieder, auch wenn die Spitzentöne nicht immer getroffen wurden. Die Sängerinnen und Sänger ließen sich ganz offensichtlich vom Elan des Dirigenten mitreißen. Diese Begeisterung, gepaart mit einem schönen Chorklang, ließ den Funken auf die Geburtstagsgäste in der gut gefüllten Nikolaikirche überspringen.
In der Messe konnten die Gesangssolisten endlich ins Geschehen eingreifen. Dabei hatte die Sopranistin Patricia Grasse zahlreiche hohe Koloraturen zu meistern – was ihr spielend gelang. Daneben konnte die warme Altstimme von Marlene Gaßner, die schlanke Stimme von Georg Drake (Tenor) und der kräftige Bass von Mathias Tönges überzeugen.

Das Publikum war anschließend begeistert und spendete Chor, Orchester, Solisten und dem Dirigenten anhaltenden Applaus. So, als wollten sie auch sagen: weiter so Petrichor. Auf die nächsten 30 Jahre!

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