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Das Sudelstück Der größte Zwerg für Georg Christoph Lichtenberg von Peter Schanz feiert am 25. Januar 2018 um 20 Uhr seine 13te und letzte Vorstellung im Jungen Theater.

Samstag, 13 Januar 2018 10:00

Waltraud’s Theaterbar im Jungen Theater

Jeden Freitag ab 22 oder 23 Uhr im Foyer des Jungen Theaters Göttingen

Montag, 25 Dezember 2017 00:00

Das Känguru geht auf Reisen

Nach knapp 8.000 Besuchern und 31 Vorstellungen im Jahr 2017 allein in Göttingen, begibt sich das erfolgreiche Stück DIE KÄNGURU CHRONIKEN von Marc-Uwe Kling auf Reisen durch die Republik. Die Inszenierung vom Intendanten des Jungen Theaters Göttingen Nico Dietrich wird im Kalenderjahr 2018 neben der üblichen Aufführungsstätte am Jungen Theater auch in anderen Städten zu sehen sein. Neben Thüringen im Februar und Niedersachsen im Mai, ist für die kommende Spielzeit im September 2018 auch ein Halt in Dietrichs Heimatstadt Brandenburg vorgesehen.

25. Februar um 17 Uhr, Vogtlandhalle in Greiz

3. Mai um 19 Uhr in der Stadthalle Holzminden

14. September im Brandenburger Theater

Montag, 11 Dezember 2017 17:16

Ohrwürmer zum Mitnehmen

„Swinging Christmas“ mit dem Göttinger Vokalensemble unter der Leitung von Andreas Jedamzik und der Band „Spring Five“ im Jungen Theater

JT-Premiere „Er ist wieder da“ nach der Bühnenfassung von Timur Vernes Roman in der Inszenierung von Michaela Dicu

Uraufführung „Barbara. Gegen das Vergessen“ von Peter Christoph Grünberg im Jungen Theater

Mittwoch, 20 September 2017 00:00

Der Verrat eines verratenen Zweiflers

„Judas“ Premiere des Junge Theaters in der St. Johanniskirche

Sonntag, 10 September 2017 18:25

Die Gretchenfrage

Nach 60 Jahren erneut: "Urfaust" im Jungen Theater in der Inszenierung von Nico Dietrich

Produktion des Jungen Theaters in der St. Johanniskirche - Premiere am 16. September

Mittwoch, 21 Juni 2017 15:00

Gefeiert wird das ganze Jahr

„Vom Eise befreit...“ - die Jubiläumssaison 2017/2018 im Jungen Theater

Freitag, 21 April 2017 18:19

Eine Invasion von Eindrücken

Premiere der Koproduktion von JT und DT „Invasion!“

Wer bin ich, wer sind die anderen Menschen? Die Fragen schwirren durch den Raum, bleiben hängen, tragen sich weiter. Es ist wortwörtlich eine Invasion von Bildern, Worten, Eindrücken, die auf die Zuschauer einprasselt. Anfängliche Verwirrung steht im Raum, als der Beginn des Stückes scheinbar aus dem Publikum massiv gestört und von Jugendlichen die Bühne gestürmt wird. Schnell versteht das Publikum jedoch den integrativen Moment. Das 2006 in Stockholm uraufgeführte zeitgenössische Stück Invasion! des schwedischen Schriftstellers Jonas Hassan Khemiri, dass gestern im Jungen Theater seine Premiere feierte, ist eine gemeinsame Produktion zwischen dem Jungen Theater Göttingen und dem Deutschen Theater Göttingen.

Am Anfang steht der Name Abulkasem im Raum, inmitten eines klassischen Dramas des Schweden Almqvist, als Zeichen der Bedrohung des Fremden. und zieht sich wie ein Band durch den Abend. Der Name wandert zwischen verschiedenen Milieus, von der Eckkneipe zum Apfelpflücker, vom vermeintlichen Frauenheld zum von Wissenschaftlern Gejagten und Gefürchteten. Diese immer wiederkehrenden Wandlungen zeigen sich auch an den schnell wechselnden Darstellerrollen: Der Problematik von 17 Rollen aufgeteilt auf vier Darsteller in sieben Szenen begegnet man mit guten Übergängen. Man nimmt den Zuschauer an die Hand, führt ihn durch das Stück. Die Überleitungen sind gelungen und helfen dem Zuschauer die schnellen Szenenwechsel zu verstehen. Auch die Adaption an Göttinger Verhältnisse unterstützt dies: Ob Grone Süd, das Déja vu, die Südstadt; eingebettet in wohlbekannte Milieus, wird der Zuschauer einbezogen.

Die unterschiedlichen Szenen werden zusammengehalten von Abulkasem: Ein Name, ein Mann, den keiner richtig kennt, aber überall herumschwirrt, den alle zu kennen glauben oder vorgeben. Grenzen werden so aufgebrochen, neu zusammengefügt und die Vielschichtigkeit der sprachlichen und kulturellen Identität verdeutlicht. Khemiri spielt in seinem Drama mit dem Bild des Fremden in Kontrast zum Eigenen und der Zuschreibung von Identitäten und Bevormundung. Die unterschiedlichen Sprachebenen tragen zur Auflockerung des Themas bei, verdeutlichen aber auch immer wieder eine gescheiterte Kommunikation. „Wörter entwickeln sich ständig.“ Nicht nur die Sprache ist wandelbar, auch die Bedeutungen variieren, die Wahrnehmung verändert sich. Ob Islamphobie, Multikulti, die Suche nach Identität: Es ist ein Konglomerat aus Anspielungen gesellschaftlicher Kategorisierungen.

Das Ensemble ist energiegeladen, es schafft den Spagat zwischen Ernst und Komik. Marcel Irmey, zurzeit als Gast am Jungen Theater und Schauspielstudent an der Schauspielschule Kassel, gibt insbesondere zusammen mit Bardo Böhlefeld vom Deutschen Theater ein gutes Duo ab. Dieser überzeugt durch seinen Facettenreichtum: Ob Erzähler, Wissenschaftler, Jugendlicher mit Migrationshintergrund; er hat das Publikum im Griff. Jan Reinartz vom Jungen Theater fällt insbesondere durch seine stetige Verwandlung auf: Von seinen fünf Rollen ist insbesondere der Apfelpflücker hervorzuheben. Linda Elsner, ebenfalls vom Jungen Theater, setzt den komplexen Charakter der Lara gut in Szene. Die verschiedenen Bühnensituationen und Stilformen gehen dabei teils fließend, teils in großem Kontrast ineinander über. Die Inszenierung von Milena Paulovics ist wirklich gelungen. Die intime Bühnengestaltung holt den Zuschauer dabei näher an das Geschehen, lässt ihn teilhaben und verringert die Distanz.

Die wiederkehrende Frage „Warum gerade Abulkasem?“ verstärkt sich in Kombination mit der Frage nach Identität und der Konstruktion von Sprache. Jonas Hassan Khemiris Drama Invasion! regt zum Nachdenken an. Man sollte sich definitiv eine der wenigen Vorstellungen nicht entgehen lassen.

Invasion! von Jonas Hassen Khemiri - Deutsch von Jana Hallberg
weitere Vorstellungen am 25. April, 9. Mai und 18. Mai

Premiere der Känguru-Chroniken im Jungen Theater

„Muss man eigentlich die Texte kennen?“, fragte Sabine. „Es gibt so'ne und solche, und dann gibts noch ganz andre, aber det sind die Schlimmsten, wa?“ sagt das Känguru. Und Herta. („Meine Rede…“)

Im ausverkauften Göttinger Jungen Theater saßen zahlreiche eingefleischte Marc-Uwe-Kling-Fans, die die Texte nicht nur selbstverständlich alle kannten, sondern sie auch hätten mitsprechen können. Die Quote derjenigen, die die Texte kennen, lag sicher nahe 100%. Und das gilt vermutlich auch für die weiteren Vorstellungen, die alle bereits vor der Premiere ausverkauft waren. 4.000 Karten sind in Göttingen verkauft worden, bevor überhaupt jemand die Produktion gesehen hat. Das Junge Theater könnte vermutlich die Känguru-Chroniken ab sofort „en suite“ spielen – und wäre regelmäßig ausverkauft. Aber erstens sind vom Verlag nur 20 Vorstellungen genehmigt worden und zweitens gibt es ja noch andere Produktionen des Hauses.

Und – muss man nun die Texte kennen? Die Frage ist schnell beantwortet, denn sie lautet natürlich: Nein. Der Grund ist einfach: auf der Bühne werden viele der bestens bekannten Dialoge gesprochen. Und bei den Hörbuch-Originalen muss man natürlich die Texte auch nicht vor dem ersten Hören kennen.

Vor der Premiere fragte Susanne: „Jeder hat doch beim Hören seine eigenen Bilder vor dem inneren Auge. Muss eine Theaterfassung nicht schon deshalb scheitern? Scheitern, weil die Erwartungen enttäuscht werden müssen?“ „Lieber fünfmal nachgefragt, als einmal nachgedacht,“ sagt das Känguru. Oder war es Marc-Uwe? Egal.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass eine bloße Aneinanderreihung der Dialoge des Kängurus mit Marc-Uwe Kling keinen Theaterabend bildet. Es fehlen Dramaturgie und Regie. Weil genau daran schon einige Bühnen mit einer eigenen Bühnenfassung gescheitert sind, hat Marc-Uwe Kling selbst eine Version für das Theater geschrieben.

„Wir sind flexibel, belastbar, kreativ, innovativ, teamfähig, begeisterungsfähig und kreativ“, dachte sich Nico Dietrich, Intendant des Jungen Theaters, und beschloss, diese Fassung als eine der ersten Bühnen in Deutschland auf die Bühne zu bringen. Die Regie übernahm er gleich selbst. Für die Göttinger Produktion hat Marc-Uwe Kling sogar noch einige Texte exklusiv dazu geliefert.

Da der Autor bei seinen Lesungen auch eigene Lieder singt, war klar: in Göttingen werden ebenfalls Klings Lieder gesungen. Und damit ist Karsten Zinser die Idealbesetzung für die Rolle des Kleinkünstlers. Dieser bekommt den Auftrag, ein Theaterstück zu schreiben.
Das Känguru will aber auf gar keinen Fall durch die Republik ziehen und sich auf der Bühne zum Clown machen. Der Kleinkünstler meint dazu: „Das ist doch völlig egal. Wir stecken einfach irgendeinen bühnengeilen Idioten in ein dämliches Kostüm.“

Dieser bühnengeile Idiot ist Peter Christoph Scholz. Damit wurde ein ideales Paar gebildet, das die herrlichen Dialoge auf der Bühne darstellt. Scholz spielt nicht nur das Känguru – er IST 150 Minuten lang das Känguru. Er schnuppert mit der Nase, er spielt mit seinem Känguruschwanz. Und er hat natürlich einen Beutel. „Please put the Beutel on the band!“, wird das Känguru am Flughafen aufgefordert. „Das ist entwürdigend“, ruft Scholz alias Känguru eine Minute später vom Band – denn der Beutel ist natürlich angewachsen.

Die Gefahr, sketch-artig die Dialoge aus den Büchern bzw. den Hörbüchern nachzuspielen, ist allerdings latent immer da. Aber sobald diese Gefahr zu groß wird, greifen entweder Franziska Lather oder Marius Prill ein. Lather ist eigentlich Soufleuse und spoilert die Szenen schon vor Beginn. Das macht sie hervorragend – bei ihren szenischen Auftritten zum Beispiel als Herta in der Kneipe wird sie aber schnell überdreht. Dann droht die Situation eher in Richtung Sketchaufführung abzudriften. Marius Prill greift auch mitunter in die Szenen ein, indem er sie einfach mit seinem Gitarrenspiel abwürgt. Häufig gerade noch rechtzeitig. Apropos Musik: Prill, Scholz, Zinser und Lather bilden auch eine Band, die dem Publikum ganz schön was auf die Ohren gibt – von Nirwana zum Beipiel.

Die eingebaute Meta-Ebene vom Theatermachen und der Diskussion über die Szenen rettet letztlich den ganzen Abend und macht aus der Idee eine runde Sache. Nico Dietrich gelingt es, die Erwartungen der Fans zu erfüllen und gleichzeitig etwas Neues auf die Bühne zu bringen. Diese ist von Judith Mähler liebevoll ausgestattet. Warum ein Bild von Bud Spencer in der Wohnung von Marc-Uwe Kling hängt (mit Trauerflor), wissen nur Insider. („Das ist der klassische Bud-Spencer-Move. Einfach von oben mit der Faust auf den Kopp. Direkt auf die Zwölf.“)

Die Besucher haben ihre helle Freude. Vermutlich auch die, die die Texte noch nicht kennen. Aber das sind nicht viele. Dafür sind aber auffällig viele junge Menschen im Theater. Sogar Jugendliche – und das erkennbar freiwillig. Die Beschäftigung mit Karl Marx und seinem Manifest, den großen Philosophen und dem Vietkong scheint nicht abzuschrecken. Und die Lebensweisheiten des Kängurus sind ohnehin der Renner. Der Klassiker „Mein und Dein sind doch nur bürgerliche Kategorien“ fehlt natürlich nicht an diesem Abend. Am Ende wurde das Ensemble ausgiebig vom Publikum gefeiert. Das Känguru erhielt sogar eine Schachten Schnapspralinen!

Die Premierengäste ließen sich den anschließenden Sekt nicht entgehen: „Säufste - stirbste, säufste nicht, stirbste auch, also säufste!“, sagt das Känguru zu diesem Thema.

Die weiteren Vorstellungen in dieser Saison sind alle bereits ausverkauft. Da hilft es auch nicht, wenn man jemanden gefunden hat, der einem die Karten bezahlt. „Kannst du heute mal bezahlen?“, fragt das Känguru. „Heute?“, frage ich. „Mal?“, frage ich. „Ich muss immer bezahlen, weil du nie Geld mitnimmst.“

„Tja“, sagt das Känguru lächelnd. „So ist das in der Welt. Der eine hat den Beutel, der andere hat das Geld.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Dafür aber die weiteren Vorstellungen in dieser und der nächsten Spielzeit sehr empfohlen.

Die nächsten Vorstellungen in dieser Spielzeit: 9.4., 13.4., 22.4., 24.4., 26.4., 8.5., 31.5.,0 1.6., 2.6.,0 12.6., 13.6., 14.6., 17.6. und 23.6.2017

„Der größte Zwerg“ am Jungen Theater

Wer mag schon einen Buckligen spielen, der auch noch verkrümmt ist und offenbar ein Winzling. Das Ensemble des Jungen Theaters kabbelt sich erst mal um die Besetzung. Und schon dabei steht ihnen Georg Christoph Lichtenberg wortreich zur Seite. Es ist eben nicht alles so wie es scheint, und wie so oft macht subversives Nachfragen die Sache zwar nicht besser. Aber es bringt die Dinge auf den treffenden zwiespältigen Punkt. Und dann ist eben eine Kostprobe aus seinen Sudelbüchern fällig.

Ist es nicht unglaublich, dass diesem mickrigen Bündel, das nur noch eine Nottaufe erhielt, trotz des offenbar mickrigen väterlichen Spermas zum Universalgelehrten avancierte. Buckeln lassen hat er sich jedenfalls nicht, und von niemand das Maul verbieten. Egal ob es um gelehrige Wichtigtuer und ihre Konventionen, den Göttinger Biedersinn oder andere strapaziöse Alltäglichkeiten, die dieser ewig umtriebige Geist eben auch in seinen Sudelbüchern vermerkte.

Ein Sudelstück hatte Autor und Regisseur Peter Schanz für sein dramatisches Lichtenberg Portrait im Jungen Theater angekündigt und keinesfalls eine manierliche Biografie. Und so kam das Publikum zur Uraufführung seiner Inszenierung „Der größte Zwerg“ in den Genuss eines frechen und turbulent verspielten Panoptikums. Bloß keine honorige Eloge lautete die Devise für diesen Abend über das reiche, bewegende und schmerzhafte Leben von GCL, um ganz in seinem Sinne mit ihm und über ihn spötteln und so sein Leben in all den tragischen und komischen Verwerfungen in ein wildes Bühnenabenteuer verwandeln.

Peter Christoph Scholz schultert als erster den Buckel, um sich nun auch den Spekulationen und Sprüchen von Zeitchronisten über Göttingens berühmten Wissenschaftler und ewigen Querdenker auszusetzen. Seine wenig schmeichelhaften Kommentare über die viel gerühmte Gelehrsamkeit an der Georgia Augusta fanden schließlich nicht nur Zustimmung. „Steht ein bucklig Männlein da“ spötteln nun Linda Elsner, Agnes Giese, Franziska Lather, Jan Reinartz und Karsten Zinser im Chor. Auch sie bekommen in den nachfolgenden biografischen Kapiteln abwechselnd den Buckel geschultert, um sich auf diesen verkrümmten Körper einzulassen, den Lichtenberg selbst als Gefängnis für die Seele beschrieben hatte, um diesem Zustand so oft wie möglich geistreich oder wenigstens lakonisch zu trotzen.

Mit dem Titel „Buckel“ hat Schanz auch jedes Kapitel über Einsichten und Ansichten zum Leben des größten Zwergs überschrieben. Die Buckel widmen sich zunächst den profanen Seiten des Göttinger Lebens, das unter anderem einer Wurst Expertise unterzogen wird. Der „Welt-Öffner“ und der „Experimentator“ Lichtenberg kommen zur Sprache. Seiner Neugier und was ihn und literarisch beflügelte widmet sich das Kapitel „Aphorisiaka“, der „Liebhaber“ wird erkundet und auch der ewig gepeinigte Mensch mit der „Krankheit zum Tode“.

Der Experimentalphysiker, der sich auch an der Erfindung des Blitzableiters vergnügte - „ Wissenschaft soll und muss Krach machen“ lässt sich natürlich nicht von dem trinkfesten Zeitgenossen trennen, der an einer genüsslichen Saufkunde laborierte, auch weil er befand, dass der Alkohol Ideen und Falten geschmeidiger mache. So wenig wie sich der Englandreisende, der dort am liebsten gelebt hätte und vergeblich von Weltforschungsreisen träumte, von dem amourösen Flaneur trennen lässt, dem zahlreiche Affären nachgesagt wurden und der der Liebe seines Lebens die zärtlichsten Worte widmete. All diese bewegenden und auch widerspenstigen Skizzen, Szenen und Kommentare erkundet das JT-Ensemble an einer Galerie von Tischen im Theatersaal.

Lichtenberg hätte es sicherlich gefallen, dass sein querköpfiges, ideenreiches Leben wie auf einem Laufsteg zelebriert wird. Und dass es in der Fülle von Episoden, Einfällen und ihrer spielerischen Umsetzung mit stilisierten historischen Requisiten meist ziemlich turbulent zugeht. Vor allem, wenn dann sechs Buckelträger mit Kommentaren von und über Lichtenberg ein Chaos aus Sprüchen, Argumenten und Zitaten anrichten, dabei auch mal wild kreischen, übereinander herziehen und spielerisch ausufern.

Die Posse, der Schalk und die Lust zu Übertreiben ist immer mit im Spiel an diesem Abend über Göttingens „größten Zwerg“. Aber nach all dem Spektakel kommt es auch zu dieser berührenden Szene mit Franziska Lather, die die Arie „Cara Sposa“ aus Händels Oper „Rinaldo“ singt, begleitet von Peter Christoph Scholz an der Violine. Der Lichtenberg, der die Londoner Uraufführung erlebt hatte, windet sich jetzt auf dem Tisch von Schmerzen gepeinigt und in entsetzlicher Atemnot. Aber was wäre ein Abend über diesen Experten für unheilbare menschliche Schwächen, wenn daraufhin nicht noch ein Abstecher in seinen Fundus an klugen und weitsichtigen Erkenntnissen folgte. Ein paar Aphorismen haben die sechs Buckligen noch auf Lager. Und den liebsten Lichtenbergspruch ihres Regisseurs lassen sie dann auch auf kleinen bedruckten Blättern über die Zuschauer regnen. Der „größte Zwerg“ will einfach keine Ruhe geben, erst recht nicht im Jahr seines 250. Geburtstages. Auch nicht mit den Worten „Lerne den Menschen kennen und waffne Dich mit Mut, zum Vorteil Deines Nebenmenschen die Wahrheit zu reden.“

Die nächsten Aufführungstermine von "Der größte Zwerg" sind am 4.3.2017, 10.3., 18.3 ,31.3., 29.4 , 17.5., 9.6., 30.6. und am 1.7.2017

Das Kulturbüro Göttingen und das Junge Theater verlosen 2 Freikarten für die Aufführung des Erfolgsstückes "Tausendmal berührt" am Dienstag 28. Februar um 19.30 Uhr in der JVA Rosdorf. 

Ausgelost werden zwei Karten unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Teilnahme erfolgt durch einen Kommentar unter diesen Artikel oder auf der Facebookseite des Kulturbüros.

Zum Auftakt der Feierlichkeiten anlässlich des 10jährigen Bestehens der JVA Rosdorf gastiert das Junge Theater Göttingen mit einer special edition der gefeierten Musikshow "Tausendmal berührt!" an einem äußerst ungewöhnlichen Ort. Erleben Sie Songs von Herbert Grönemeyer, BAP, Udo Lindenberg, Wolf Maahn, Konstantin Wecker und vielen Superstars der deutschen Rockmusik im einzigartigen Ambiente der JVA Rosdorf und erfahren darüber hinaus viele interessante Fakten zur Geschichte und Funktion der Institution.

Aus Sicherheitsgründen können nur personalisierte Eintrittskarten ausgegeben werden. Wir bitten die Gewinner deshalb, sich beim Jungen Theater sowie bim Einlass am Abend der Veranstaltung in der JVA sich mit einem gültigen Dokument (Reisepass, Personalausweis) auszuweisen.

Ferner weisen wir darauf hin, dass das Einbringen von Handys, Fotoapparaten, Schusswaffen, Pfefferspray sowie Hieb- und Stichwaffen nicht erlaubt und den Anweisungen der Mitarbeiter Folge zu leisten ist.

Stichtag ist Dienstag, der 21. Februar 2017 um 12 Uhr. Die Auslosung erfolgt unter allen Absendern der Kommentare auf dieser Seite oder der Facebookseite. Die Gewinner werden per Mail oder persönlicher Facebook-Nachricht informiert.

Dienstag, 06 Dezember 2016 21:52

Engagierte Anteilnahme

Ziemlich beste Freunde - Der Filmerfolg auf der JT Bühne

Freitag, 18 November 2016 10:32

Premiere von 'Ziemlich beste Freunde'

Am 3. Dezember um 20 Uhr hat die Tragikomödie ZIEMLICH BESTE FREUNDE nach dem gleichnamigen Film von Éric Toledano und Olivier Nakache Premiere. Inszeniert wird sie von dem erfahrenen Regisseur Axel Richter.

Der Literaturherbst zu Gast bei Betten Heller

Montag, 24 Oktober 2016 13:33

Krieg – stell dir vor, er wäre hier

Ein dramatischer Blick auf Flüchtlingsschicksale am Jungen Theater

Die Gastspielreise des Jungen Theaters geht weiter: Mit dem Theaterstück über den Strukturwandel im ländlichen Raum 2030 – ODYSSEE IM LEERRAUM ist das Ensemble beim 3. Demografiekongress in Hannover zu Gast. Danach führt die Reise nach Gelliehausen und Adelebsen.

Nico Dietrich inszeniert Shakespeare zur Saisoneröffnung im Jungen Theater

Montag, 05 September 2016 16:28

Saisonstart mit "Hamlet"

Das Junge Theater startet mit der Premiere von HAMLET von William Shakespeare in der Inszenierung des Intendanten Nico Dietrich am Freitag, den  9. September 2016 um 20 Uhr in die neue Spielzeit. Tickets für die Premiere und die weiteren Vorstellungen bekommen Sie hier online im Kulturbüro Göttingen, an der Theaterkasse und an allen Reservix-Vorverkaufsstellen.

Samstag, 11 Juni 2016 10:26

Märchen über die Menschheit

König Artus und die Ritter der Tafelrunde - Der JT Jugendclub erforscht die mittelalterliche Sagenwelt

Freitag, 10 Juni 2016 14:14

Wir sind mit uns im Reinen

Rückblick und Ausblick im Jungen Theater - Premieren und Projekte

Samstag, 04 Juni 2016 06:55

Von Träumen und anderen Ängsten


Ein faszinierendes Bühnenabenteuer mit dem JT Ausreißerclub

Große Worte rotten sich da zusammen und geben zu denken. Zunächst noch ganz vereinzelt werden sie für jeden Darsteller auf der Bühne des Jungen Theaters erst mal zum Schutzschild. Kann man sich wirklich auf solche Sätze wie die von Schiller, Mutter Teresa oder Voltaire stützen, mit all den Gefühlen des Eingesperrt seins nachts in der Schulaula? Vielleicht tröstet die Erkenntnis des Malers Henri Matisse, dass es überall Blumen gibt für den, der sie sehen will. Aber jetzt auf einen Spruch von Napoleon zu vertrauen, dass das Schlimmste in allen Dingen die Unentschlossenheit sei, ist auch nicht so einfach. Ein starker Chor vermag das, mit allen Jugendlichen, die hier das Team des JT Ausreißerclubs bilden und vorn an der Rampe ihr ganz persönliches Motto erneut zur Sprache bringen.
Von nun an geht es in ihrer Szenenfolge „Von Träumen und anderen Ängsten“ auch nicht mehr um Neid und Konkurrenz, Stärken, Schwächen und all die versteckten Gefühle, die den Schulalltag begleiten. Jetzt kommt es zu Einsichten und zu ersten Mutproben von Offenheit, die auf Anhieb klappen. Das sah zunächst noch ganz anders aus.

Zwischen unzähligen beschriebenen und bedruckten Blättern, die auf der Bühne verstreut sind, bilden sich ständig neue Fraktionen. Es ist wie an anderen Tagen auch, wo neue Klamotten bestaunt werden, wieder mal einer ins Abseits gedrängt wird und die Langweiler am besten für sich bleiben. Es braucht nicht viele Worte, wer gerade mit wem nicht klar kommt, zu den Strebertypen gehört oder nur genervt ist von seiner neuen Patchworkfamilie, mit der er auch noch im Unterricht klarkommen muss. Und weil sich daran scheinbar auch nichts ändert, spielen die Jugendlichen die Szene gleich noch mal. Aber erst nachdem sie wie für das jährliche gemeinsame Klassenfoto in Pose begeben haben. Einmal kurz lächeln ist angesagt, bis die verschiedenen Cliquen einen neuen Standort gefunden haben und Andere abblocken. Alles leichter, als sich allein gelassen und hilflos zu fühlen mit dem, was sich da gerade an Gedanken mit der Angst vor der Dunkelheit verschwört. Aber auch diesen Stimmen stellen sich die jungen Theatermacher unter der Leitung von Christoph Scholz vom JT Ensemble.

Es sind ihre Ideen und ihre Motive, mit denen sie ihre Figuren gestalten, bis hin zu den Lichtstimmungen und den musikalischen Akzenten, über die sie in den Proben mit diskutierten. Dabei muss auch ein bisschen unheimlich sein, wenn der Bühnennebel sich ausbreitet und die Gesichter von blitzartigen Leuchtspuren erfasst werden, wenn wieder einer an der verschlossenen Tür gerüttelt hat. Gedanken an den Tod und wer einen dann noch vermisst, sind dann eben nicht einfach nur gruftig sondern auch ziemlich schmerzhaft. Ebenso spannend ist es dann mitzuerleben, wie die Jugendlichen auf das befreiende Moment zuhalten. Dass es dabei vor allem um innere Türen geht, die scheinbar verriegelt waren und um all diese Unsicherheitsfaktoren, die bislang so schön getarnt hinter selbstbewussten Auftritten und schüchternen Masken lauerten.

Beim gemeinsamen Chor ist jede Figur mal bei sich angelangt. Aber auch hier braucht es eben mehrere Versuche, bis auch die Sätze von Montessori, Defoe oder van Gogh nicht mehr den Einzelkämpfer stützen sondern gemeinsam stark machen. Zunächst noch in kleinen Gesten und auch eher vorsichtig werden Wünsche und Träume ausprobiert, die auch keine Wiederholung brauchen. Am Ende dieses Bühnenabenteuers haben sich eine ganze Menge Ängste verflüchtigt, mit dem sich der Ausreißerclub einen faszinierenden Bühnentraum auch spielerisch erträumt hat.

„Amateure spielen Theater“ – der Kulturpreis des Landkreises Göttingen wird am 23. Oktober im Jungen Theater verliehen. Der Countdown läuft! Theaterbegeisterte können sich noch bis zum 30. Juni 2016 bewerben.

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