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Dienstag, 23 Januar 2018 14:12

Drei Streicher in perfektem Einklang

Rathausserenade mit Bartosz Zachłod, Joanna Kielar-Zachłod und Igor Tulchynsky

Donnerstag, 24 November 2016 11:11

Rathausserenade mit viel Fantasie

Tiago Coimbra, Jordu Herrrera Roca, Atsushi Komatsu-Hayakawa und Joanna Kielar-Zachlod im Alten Rathaus

Donnerstag, 14 Mai 2015 15:06

Freude in der Abwechselung

GSO Rathausserenade

Die kleinen musikalischen Preziosen haben es mitunter schwer im Konzertprogramm. Umso schöner ist es, sie bei den Serenadenabenden des Göttinger Symphonie Orchesters zu entdecken und zu genießen. Auch für den Abend im Alten Rathaus hat Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller mit seinen Musikern wieder Klangfarben und Stimmungsbilder erkundet, für die selbst im kammermusikalischen Repertoire oft zu wenig Raum bleibt. Da verzaubern zunächst 5 Menuette und 6 Trios aus der Feder des damals 16jährigen Franz Schubert, die ursprünglich für Streichquartett komponiert waren. Mueller kündigt eine Luxusversion an, mit doppelt besetzten Streicherstimmen und Kontrabass an und dass es dabei ganz besonders auf die Feinabstimmung im Dialog der Instrumente ankommt. Ein zartes Leuchten legt sich über Schuberts tänzerische Fantasien und seine feinen melodischen Figuren, die an einen anmutigen Liederkreis denken lassen - und an ein Ensemble singender Streicher.

Mit der Suite für Violoncello und Streicher von Victoria Yagling entdeckt Mueller seinen Zuhörern eine ganz besondere Preziose der russischen Cellistin und Komponistin. Sie schreibt temperamentvoll, leidenschaftlich und unglaublich virtuos. Und doch sind es die dunklen warmen Herztöne des Cellos, die besonders im zweiten Satz so unmittelbar zu Herzen gehen. GSO-Cellistin Joanna Kielar-Zachlod hat bei Victoria Yageling studiert und bekundet nicht nur technisch virtuos das Erbe ihrer Lehrerin. Sie spielt den Solopart mit all der leidenschaftlichen Emphase, der Victoria Yagling mit dieser Suite eine Stimme geben wollte. Sie lässt das Cello singen, dass sich immer wieder in abenteuerlich anmutenden Klangkaskaden austobe darf, pastoralen Klängen huldigt und auch diabolische Wendungen nimmt, um dann erneut in die wärmende Tiefe eines Tones zu ruhen.

Das Motto des Abends „Variatio delectat“, dass die Freude in der Abwechselung liege, bekommt bei dieser Rathausserenade eine mehrfache Bedeutung. Tschaikowsky berühmter Streicherserenade C-Dur bildet zunächst den Abschluss einer musikalischen Zeitreise, die die Verbindung zwischen den Epochen Klassik, Romantik und dem 20. Jahrhundert sucht. Aber es geht dabei auch um ein Hörerlebnis, um in vertrauten Motiven neue Spuren aufzunehmen und sich einer scheinbar fremden Klangwelt plötzlich ganz nahe zu fühlen. Wo Mueller in einem Schubert Trio bereits ein bisschen Winterreisestimmung vernimmt, macht er auf seine Weise auch hellhörig. Für die tragischen Progressionen, die sich in Victoria Yaglings dunklen Klangbildern entdecken lassen und dann auch für die melancholischen Wendungen, die Tschaikowskys beliebter Walzer in dieser Serenade immer wieder durchschimmern lässt.

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