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Montag, 05 März 2018 16:47

Original und Fälschung

Ein interessantes und überwiegend heiteres Programm der Wiener Klassik hat Kantor Stefan Kordes zur besten Kaffeehaus-Zeit um 16 Uhr am Sonntag „Okuli“ in der Passionszeit zusammengestellt, also an dem Sonntag, der genau in der Mitte der Fastenzeit steht.

Dass Kordes mit dem Programm, dem Datum und der Uhrzeit nicht daneben lag, bestätigten die Besucherinnen und Besucher in der nahezu ausverkauften Jacobikirche.

Kammerchor und Kantorei St. Jacobi mit „Israel in Egyp“ in der Johanniskirche

Sonntag, 05 März 2017 09:09

Ein Bild in großer, lichter Harmonie

3. Sinfonie in d-Moll von Gustav Mahler mit dem Göttinger Symphonie Orchester und Christoph-Mathias Mueller
Dienstag, 22 November 2016 16:46

Bewegende Interpretation des Chores

Konzert zum Ewigkeitssonntag mit der Kantorei St. Jacobi, dem Bariton Andreas Scheibner, der Jenauer Philharmonie unter der Leitung von Stefan Kordes

Dienstag, 16 Februar 2016 12:39

Beängstigende Aktualität

Aufführungen des "War Requiem" mit der Kantorei St. Jacobi

Montag, 06 Juli 2015 10:00

Nur Sieger bei den Carmina burana

Carmina burana von Carl Orff in der Jacobikirche

Der heilige Jacobus und der böse Zauberer Hermogenes blicken ungerührt vom Altar der Göttinger Jacobikirche auf das weltliche Geschehen unter ihnen: da singen Kinder von Amor, Jünglingen und Jungferlein, da singen Männer von Bacchus und von Trinkgelagen in der Schenke, da gibt sich eine Frau ganz und gar ihrem Süßesten hin – und zu allem tanzen junge Damen und hübschen sich mit Lippenstift auf. Und als sei das alles nicht genug, wird zudem ein Schwan gebraten.

Sind das die bösen Zauber, die Jacobus der Legende nach besiegt hat? Bereits im Eingangschor „O Fortuna“ konstatiert der Chor, dass Willenskraft und Schwachheit immer im Widerstreit liegen. Bei den Aufführungen der „Carmina burana“ von Carl Orff stand die Liebe und die Lebenslust an drei Abenden im Mittelpunkt. Am Ende gab es nur Sieger und keine Besiegten:

Da sind zu allererst die Tänzerinnen der Balletttschule „art la danse“ zu nennen. In einer Choreographie von Judith Kara griffen sie die zum Teil deftigen Inhalte auf und setzten die musikalischen Bilder mit Ausdruckstanz um. Ihr Tanz beschränkte sich nicht nur auf den Altarraum: immer wieder wurden die Gänge im Kirchenschiff als Tanzfläche genutzt – und sogar das Publikum wurde mit einbezogen: Schminkspiegel wurden den Zuhörern entgegengehalten oder kurze schriftliche Botschaften verteilt. Judith Kara hat großartige Bilder geschaffen, die die Tänzerinnen ungemein ausdrucksvoll umgesetzt haben.

Das Orchester bestand zum einen aus zwei Flügeln mit den Pianisten Miriam Puls und Michael Schäfer und zum anderen aus dem Wuppertaler Schlagzeugensemble – aufgeführt wurde nämlich die von Orff autorisierte Fassung für zwei Klaviere und Schlagwerk. Die zum Teil komplizierten Rhythmen dieser Musik können in dieser Fassung häufig deutlicher herausgearbeitet werden als in der Orchesterfassung. Das war in der nicht einfachen Akustik der Jacobikirche nicht immer so deutlich herauszuhören.

Das gilt auch für den Chor, bestehend aus der Kantorei St. Jacobi und dem Unterstufenchor des Otto-Hahn-Gymnasiums. Zwar klang das Tutti groß und archaisch, der Kinderchor jugendlich frisch, der Männerchor mit erfreulichen großen Ton. Nur konnte man zu nahezu keinem Moment etwas vom Text verstehen. Dabei lebt doch zum Beispiel die Szene „in tabernam“ von der Artikulation.

Der Begeisterung der Sängerinnen und Sänger, aber auch der Zuhörer tat das allerdings keinen Abbruch. Diese Musik ist mitreißend komponiert und mitreißend wiedergegeben worden.

Von den Gesangssolisten hat der Tenor als Schwan die dankbarste Rolle. Andreas Fischer gestaltete seinen Auftritt perfekt. Der Bariton Samuel Hasselhorn konnte vor allem in den hohen Lagen überzeugen, während Anna Gann ihr „Dulcissime“ zuckersüß gestaltete und damit die Herzen des Publikums eroberte.

Von der Kanzel aus agierte Stefan Kordes als musikalischer Leiter. Präzise dirigierte er die Ensembles. Er hatte sichtlich Freude am Geschehen im Altarraum und auf dem hohen Chorpodest. Wie auch das Publikum in der dreimal ausverkauften Jacobikirche. Und wie wohl auch der heilige Jacobus.

Sonntag, 28 Juni 2015 09:56

Carmina burana mit Ballett

Eines der beliebtesten Chorwerke überhaupt wird am kommenden Wochenende in der Göttinger St. Jacobi-Kirche aufgeführt: Carl Orffs Carmina burana für Chor, 3 Solisten, 2 Klaviere und fünf Schlagzeuger. Das Werk basiert auf Texten, die um 1230 im Kloster Benediktbeuren geschrieben wurden und die im 19. Jahrhundert wiederentdeckt wurden.

Die Carmina werden mit Ballett aufgeführt. Unter der Choreographie von Judith Kara tanzen Schülerinnen der Göttinger Ballettschule "Art la danse". Der Chorpart übernehmen der Unterstufenchor des Otto-Hahn-Gymnasiums (Einstudierung Franziska Eismann) sowie die Kantorei St. Jacobi. Die Solisten sind Anna Gann, Sopran, Andreas Fischer, Tenor und Samuel Hasselhorn, Bass,  es spielen Miriam Puls und Michael Schäfer, Flügel sowie das Wuppertaler Schlagzeugensemble. Die Gesamtleitung hat Kantor Stefan Kordes

Die Aufführungen sind am Freitag, 3. Juli, 20 Uhr, am Samstag, 4. Juli, 20 Uhr sowie am Sonntag, 5. Juli, 18 Uhr.
Karten gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie unter www.jacobikantorei.de und hier online im Kulturbüro Göttingen. Eventuelle Restkarten gibt es an der Abendkasse.

Sonntag, 10 Mai 2015 20:55

Herausragende Aufführung

Dresdner Requiem mit der Jacobikantorei

Atmosphärisch dicht – so lässt sich am besten die Aufführung von Rudolf Mauersbergers Dresdner Requiem am Samstagabend in der St. Jacobikirche beschreiben. Enthusiastischere Beschreibungen, die für die ausgezeichnete Aufführungsqualität bei einem anderen Stück sicher leicht aus der Feder geflossen wären, verbieten sich bei diesem Aufführungsanlass und diesem Stück. Überhaupt - der Anlass:  Der 70. Jahrestag des Kriegsendes. Dieses wurde von Mauersberger, damals Kreuzkantor  in Dresden, ebenso wie die vorangegangene Zerstörung der Stadt direkt miterlebt. Seine Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“, die bereits am 4. August 1945 in den Ruinen der Kreuzkirche uraufgeführt wurde, wurde auch im Göttinger Konzert dem Requiem vorangestellt – wie es der Dresdner Aufführungstradition entspricht. Stefan Kordes hatte die Kantorei St. Jacobi als Hauptchor und den Kammerchor, der den Part des Fernchores und den Altarchor übernommen hatte, bestens vorbereitet. Die räumlich weite Entfernung der drei Gruppen und der Instrumentalisten, neben Mathias Herbst, Orgel, und Miriam Puls, Célesta,  auch Mitglieder – insbesondere Blechbläser - des Göttinger Symphonie Orchesters, führte an keiner Stelle der Aufführung zu rhythmischen Unstimmigkeiten. Hier ist auch Arne zur Nieden zu nennen, der die Leitung des Fernchores auf der Orgelempore übernommen hatte und für Präzision und harmonisches Einfügen ins Gesamtgeschehen stand.

Für die Zuhörenden entwickelte sich auf diese Weise ein Klangerlebnis, das eindrücklich die Texte kommentierte und in Zusammenhang brachte, so wie es vom Komponisten durch die Textauswahl aus Bibeltexten und Gesangbuchliedern und durch die Rollenzuordnung vorgesehen war: Der  Hauptchor stand insbesondere für den Bezug zur Jetztzeit und zur Zerstörung Dresdens, vielfach formuliert durch eine Auswahl von alttestamentlichen Texten aus dem Buch Hiob und den Klageliedern. Dazu versinnbildlichte der Fernchor die Abgeschiedenen und spiegelte die Aussagen des Hauptchores. Der kleine Altarchor, dem auch solistische Aufgaben übertragen waren, übernahm vorwiegend die Evangelientexte. Wie Mauersberger es vorgesehen hatte, stand dieser Chor in Kurrendetracht zentral um einen kleinen Tischaltar mit Kreuz und Kerze. Hierdurch wurde das Requiem auch liturgisch verortet und entwickelte eine tiefe Aussagekraft, die von allen Mitwirkenden getragen wurde. Zwei Choralstrophen waren für den Gemeindegesang vorgesehen und mit Noten im Programmheft notiert, so dass in diesem Mittun alle Anwesenden – Chöre, Instrumentalisten und Zuhörer zu einer musikalischen Gemeinschaft zusammengeführt wurden.

Stefan Kordes ist zu danken, dass er den Anlass wahrgenommen und mit dieser Göttinger Erstaufführung ein Zeichen gesetzt hat. Zudem hat er durch die überaus geschickte Inszenierung  dafür gesorgt, dass dieses Requiem in einem liturgischen Rahmen stattfand und es konsequenterweise auch keinen Applaus gab – aber umso mehr eindrückliche Erinnerungen aller Anwesenden an eine herausragende Aufführung. Selten erlebt man Aufführungen, in denen Stück, Aufführungspraxis und Anlass so perfekt korrespondieren.

Montag, 09 Februar 2015 12:46

Schwelgen auf Französisch

Die "Seligpreisungen" von César Franck in der Göttinger Jacobikirche

Die französische romantische Musik ist vor allem durch ihre Orgelwerke bekannt. Dazu gehören auch die Orgelwerke von César Franck. Romantische Oratorien aus Frankreich sind eher unbekannt. Das Oratorium „Béatitudes“ (Seligpreisungen) von César Franck gehört somit ebenfalls zu den unbekannten großen Chorwerken. Dass sich der Bekanntheitsgrad dieser Musik überhaupt steigern konnte, ist der Pionierarbeit von Hans Christoph Becker-Foss aus Hameln zu verdanken, der für seine Aufführungen des Werkes im Herbst letzten Jahres in jahrelanger Arbeit das Aufführungsmaterial erstellt hat.

Das nutzte Jacobi-Kantor Stefan Kordes nur wenige Monate später. Seine Leidenschaft für die französische Romantik hatte er bereits häufiger gezeigt. Diese Leidenschaft ist es in erster Linie, die die Göttinger Erstaufführung in der Jacobikirche zu einem großen Erfolg werden ließ. Das beginnt schon in der Begeisterung, die zunächst im Chor geweckt werden muss. Eine große Chorpartie, ein unbekanntes Stück, eine fremde Sprache – das spricht zunächst wenig für große Begeisterung. Die aber war im Konzert deutlich zu spüren! Der Chor war gut vorbereitet und wirkte sehr präsent. Es ist eine besondere Herausforderung, bei solcher Musik nicht „mitzuschwelgen“, sondern durch selber aktiv dafür zu sorgen, dass die Zuhörer in den romantischen Klängen schwelgen können. Die verschiedenen Rollen des Chores als irdischer oder himmlischer Chor waren deutlich unterscheidbar.

Franck hat den acht Seligpreisungen jeweils größere, zum Teil dramatische Passagen für Chor und Solisten vorangestellt. Für die unterschiedlichen Rollen wird ein großer Stab an Solisten benötigt. Zum Teil hat sich Stefan Kordes dabei aus seinem eigenen Chor bedient: Marie Lüders (Sopran), Karsten Krüger (Tenor) und Christian Neofotistos (Bass) machten ihre Sache mehr als ordentlich.

Dem frisch gebackenen Thomaskantor Gotthold Schwarz kam eine besondere Rolle zu: er sang die Stimme Christi und damit den eigentlichen Bibeltext. Mitunter hätte man sich außer der schönen Stimme noch etwas mehr Volumen gewünscht, nicht immer konnte sich Schwarz gegenüber dem groß besetzten Orchester durchsetzen.

Ganz anders Nicole Pieper, die sich mit ihrer Altstimme mühelos durchsetzte. Insbesondere ihren Solopart „Mater Dolorosa“ gestaltete Pieper so dramatisch, dass es unter die Haut ging.

Henryk Böhm gestaltete "seinen" Satan mit Augenzwinkern und Stephanie Henke gefiel als Engel sowie in einigen weiteren kleineren Rollen (Sopran). Clemens Löschmann (Tenor) hatte in den neun Nummern (Prolog und acht Seligpreisungen) häufig die Aufgabe des Prologs und der Hinführung zur Seligpreisung. Löschmann gestaltete seinen Part passend zur romantischen Musik mit viel Gefühl und dosierte die Kraft unterschiedlich - gerade so, wie es die Musik erforderte.

Einzig die Rolle des Erzählers wurde nicht ganz klar: Wolfgang Wangerin erzählte (in deutscher Sprache) jeweils den Ablauf jeder Nummer - der aber aus dem (etwas knappen) Programmheft eindeutig hervorging. Dass zudem die Technik immer wieder ausfiel, war ihm natürlich nicht anzulasten.

Das Göttinger Symphonie Orchester war groß besetzt und entsprechend durch zahlreiche Aushilfen verstärkt, zum Schluss sogar mit der großen Orgel der Jacobikirche. Die Musiker unter dem Konzertmeister Wojtek Bolimowski waren gut aufgelegt. Sie reagierten auf kleinste Fingerzeige des Dirigenten. Die Dynamik, die Kordes einforderte, wurde unmittelbar umgesetzt, so dass die Musik Francks sich zur ganzen Pracht entfalten konnte. Antonius Adamske setzte mit vollen Register am Ende des Stückes das i-Tüpfelchen auf die überbordenden Klänge.

Dem Chor gehört ein besonderes Lob ausgesprochen. Denn das gut zweistündige Werk lässt den Choristen kaum Verschnaufpausen. So wurde das Werk im wahrsten Sinne „durchgestanden“. Ermüdungserscheinungen waren nicht zu verzeichnen. Bis zum Schluss hielt der Chor die Spannung. Ja, sie konnte im zweiten Teil sogar noch gesteigert werden.

Die Musik von César Franck war für die meisten Besucher ganz neu. Es ist sehr erfreulich, dass die Göttinger sehr neugierig sind: es waren nicht nur viele Kollegen von Stefan Kordes anwesend, die Kirche war insgesamt sehr gut gefüllt. Die Stimmen in der Pause und nach dem Konzert waren unterschiedlich, was die Musik angeht. Von „hat so seine Längen“ über „ich mag solche Schmachtfetzen“ bis „ich habe Gänsehaut bekommen“ war alles vertreten. Was aber die Umsetzung angeht, waren sich alle einig: es kann nur höchstes Lob ausgesprochen werden an den Dirigenten, den Chor, die Solisten und das Orchester.

Der lang anhaltende Applaus am Ende hat das eindrücklich unter Beweis gestellt.

Sonntag, 06 April 2014 10:23

Die Seele einer Aufführung

Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach in der Jacobikirche

Montag, 10 Februar 2014 15:52

Ein eindrücklicher Konzertabend

Verdi und Fauré mit der Jacobikantorei

Ein gut zweistündiges Programm servierte Stefan Kordes am Sonntag, den 9. Februar 2014, in der Jacobikirche. „Musik der italienischen und französischen Romantik“ lautete die Überschrift, wobei der italienische Part vor der Pause ausschließlich Giuseppe Verdi gewidmet war. Bereits in der Ouvertüre zu „La forza del destino“ zeigte sich das Göttinger Symphonie Orchester mit Wojtek Bolimowski am Konzertmeisterpult bestens aufgelegt. Insbesondere die Blechbläser hatten offensichtlich großes Vergnügen daran, einmal bei einem Kirchenkonzert keine Rücksicht auf den Chor nehmen zu müssen. Das war ein Ohrenschmaus, der die Vorfreude wachsen ließ.

Die „Quattro pezzi sacri“ von Verdi stehen nur selten auf dem Konzertprogramm. In Göttingen erklangen sie zuletzt 1984 unter Hermann Amlung. Der Grund liegt sicher auch an den sehr unterschiedlichen vier Stücken von jeweils ca. fünfzehn Minuten Dauer: das „Ave maria“ zu Beginn ist für a capella – Stimmen komponiert. Den Part übernahm ein Solistenquartett aus der Jacobikantorei und war mit Marie Lüders, Maxi Jansky, Tobias Wolff und Arne zur Nieden sehr klangschön besetzt. Sie meisterten diese höchst anspruchsvolle Aufgabe meist intonationssicher. Ganz anders klang das folgende „Stabat mater“. Im Vergleich zur Komposition von Antonín Dvořák (siehe hier) und Gioachino Rossini (am 23. März in St. Johannis) hat Verdi das „Stabat mater“ eher kurz vertont und keine solistischen Passagen vorgesehen. Der Chor und das groß besetzte Orchester haben fast durchweg zu tun. Trotz der durchaus differenzierten Wiedergabe wirkte das Werk etwas eintönig.

Das „Laudi alla vergine Maria“ ist dem Frauenchor a capella vorbehalten. Auch hier setzte Kordes auf eine solistische Besetzung aus dem Chor heraus. Es ist eine sehr schöne Tradition in der Kantorei, solche Aufgaben innerhalb des Chores zu vergeben. Carlotta Israel, Marie Lüders, Sabine Birkenfeld, Deike Böning und Edda Lüdeke standen leider ganz hinten, oben auf dem Chorpodest. Eine Platzierung weiter vorne (wie beim „Ave maria“) wäre akustische sicher von Vorteil gewesen. Vielleicht wären dann die Intonationsschwierigkeiten leichter zu verhindern gewesen.

Zum Abschluss erklang das „Te deum“. Dieses vorletzte Werk des Opernkomponisten zeigt eine große stilistische Bandbreite mit großen Dramatischen Effekten. Kordes wusste diese gut aus Chor und Orchester herauszuarbeiten. Hanna Marie Hansen zeigte in ihrer kurzen Solopartie den schönen Klang ihrer auch in den Höhen klaren Stimme.

Nach der Pause erklangen zwei Pavanen vom Maurice Ravel und Gabriel Fauré. Auch wenn diese ohne Fehl und Tadel wiedergeben worden sind, wäre ein Verzicht auf die beiden Werke (und damit auch ein Verzicht auf die Pause) dem Abend zuträglicher gewesen. Die Vielzahl der für den Abend ausgewählten Werke stahl sich gegenseitig die Aufmerksamkeit.

Das abschließende „Requiem“ von Gabriel Fauré bezog die Orgel mit ein. Kein leichtes Unterfangen, weil das Instrument am anderen Ende der Kirche steht. Antonius Adamske verstand es aber, stets akkurat pünktlich und wunderbar registriert auf das Geschehen im Altarraum einzugehen. Vielleicht hätte er lieber Faurés Erstfassung nur für Orgel und Chor gespielt. Aber das GSO erwies sich als guter Partner und verstand es, die tröstende, eher positiv gestimmte Komposition erklingen zu lassen. Der Chor blieb bis zum Schluss konzentriert, was sicher auch am zupackenden Dirigat von Stefan Kordes lag. Unklar blieb jedoch, warum der Chor so aufgestellt wurde: die Sopranstimmen in der Mitte „en block“, die restlichen Stimmen anscheinend frei auf dem Chorpodest verteilt. So waren auch die Tenorstimmen weit verstreut und konnten so keinen wirklich einheitlichen Klang erzeugen.

Im Requiem erklang der Bariton von Christian Neofotistos (ebenfalls aus der Kantorei): wie vom Komponisten ausdrücklich erwünscht, war er „eine Art Vorsänger mit einem ruhig strömenden Bassbariton, der Ruhe und Würde der Partie entsprechend“.
Insgesamt ein sehr eindrücklicher, wenn auch etwas zu langer Konzertabend mit der Jacobikantorei in der gut besuchten Kirche. Das Publikum war begeistert, was man dem anhaltenden Applaus anmerken konnte. Dieser galt insbesondere den Chorsolisten, deren Leistung es in der Tat hervorzuheben gilt.

Kantorei St. Jacobi am 9. Februar

Am Sonntag, 9. Februar 2014, 18:00 Uhr, gibt die Kantorei an St. Jacobi ihr nächstes Konzert. Im Mittelpunkt stehen Werke von Guiseppe Verdi und Gabriel Fauré. Das Göttinger Symphonie Orchester begleitet den Chor, die Leitung des Abends hat Kantor Stefan Kordes.

Die erste Hälfte des Konzertes ist Verdi gewidmet, dessen 200. Geburtstag im letzten Jahr stattgefunden hatte. Die Eröffnung bildet die Ouvertüre zur Oper „La Forza del Destino“ (Die Macht des Schicksals), woran sich die Pezzi Sacri (geistliche Stücke) anschließen. Die wegen ihrer Schwierigkeit sehr selten aufgeführten „Stabat Mater“ und „Te Deum“ für Chor und großes Orchester zählen zu Verdis allerletzten Kompositionen. In der zweiten Konzerthälfte erklingen Werke aus Frankreich: zu Beginn  zwei „Pavanes“, ruhige Schreittänze, in Vertonungen von Maurice Ravel und Gabriel Fauré. Beide Stücke zählen zu den bekanntesten dieser Komponisten. Den Abschluss bildet das berühmte Requiem von Fauré, eines der schönsten Werke der französischen Romantik.

Das Konzert dauert inklusive einer Pause rund zwei Stunden. Karten im Vorverkauf gibt es hier online im Kulturbüro sowie unter www.reservix.de und www.jacobikantorei.de sowie in Göttingen bei Musikalien Nota Bene in der Burgstraße, der Tourist Information im Alten Rathaus, dem Göttinger Tageblatt, Extra-Tipp und im TUI-Reisebüro.

Am Sonntag, den 9. Februar 2014 um 18:00 Uhr mit der Kantorei St. Jacobi

Im Mittelpunkt stehen Werke von Guiseppe Verdi und Gabriel Fauré. Das Göttinger Symphonie Orchester begleitet den Chor, die Leitung des Abends hat Kantor Stefan Kordes.

Die erste Hälfte des Konzertes ist Verdi gewidmet, dessen 200. Geburtstag im letzten Jahr stattgefunden hatte. Die Eröffnung bildet die Ouvertüre zur Oper „La Forza del Destino“ (Die Macht des Schicksals), woran sich die Pezzi Sacri (geistliche Stücke) anschließen. Die wegen ihrer Schwierigkeit sehr selten aufgeführten „Stabat Mater“ und „Te Deum“ für Chor und großes Orchester zählen zu Verdis allerletzten Kompositionen. In der zweiten Konzerthälfte erklingen Werke aus Frankreich: zu Beginn  zwei „Pavanes“, ruhige Schreittänze, in Vertonungen von Maurice Ravel und Gabriel Fauré. Beide Stücke zählen zu den bekanntesten dieser Komponisten. Den Abschluss bildet das berühmte Requiem von Fauré, eines der schönsten Werke der französischen Romantik.

Das Konzert dauert inklusive einer Pause rund zwei Stunden. Karten im Vorverkauf gibt es online unter www.reservix.de und www.jacobikantorei.de sowie in Göttingen bei Musikalien Nota Bene in der Burgstraße, der Tourist Information im Alten Rathaus, dem Göttinger Tageblatt, Extra-Tipp und im TUI-Reisebüro.

Montag, 20 Januar 2014 18:15

Drei mal Stabat mater in Göttingen

Unichor am 1.2., Jacobikantorei am 9.2. und Stadtkantorei am 23.3.

Drei evangelische Kirchenmusiker führen in den nächsten Wochen ein „Stabat mater“ auf. Dieser mittelalterliche, katholische Hymnus wurde von zahlreichen Komponisten vertont, allein bei Wikipedia sind 53 Vertonungen aufgeführt, in der Petrucci-Musikbibliothek (http://imslp.org) sind es sogar 458 Treffer.

Dennoch ist die Häufung in Göttingen auffällig. Warum haben sich die Göttinger Chorleiter für dieses katholische Werk entschieden? Das mag Zufall sein. Oder ist es kurz vor dem Luther-Jubiläum 2017 eine Sehnsucht nach katholischen Inhalten? Das vielleicht dann doch nicht.

Donnerstag, 31 Oktober 2013 23:57

Gut vorbereiteter Chor

Abendmusik zum Reformationstag mit der Jacobikantorei

Die "Abendmusik zum Reformationstag" ist eine schöne Tradition in der St. Jacobikirche. Dementsprechend ist diese musikalische Andacht regelmäßig gut besucht. So auch am Reformationstag 2013.

Die Jacobikantorei hat diesen Auftritt zum Anlass genommen, Ausschnitte aus ihrem "Reiseprogramm" zu präsentieren: vom 6. bis zum 14. Oktober war die Kantorei auf Konzertreise in Rom. Ausgewählt wurden Motetten von Johannes Brahms ("Es ist das Heil uns kommen her" und "Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz"), Jozwf Swider ("Cantus gloriosus - Alleluja") und die Hymne op. 96 in vier Sätzen von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie sein "Denn er hat seinen Engeln befohlen". Außerdem gab es zum Verdi-Jahr das "Pater noster" zu hören.

Der Chor war gut vorbereitet - das ist natürlich nach der Konzertreise kein Wunder. Dennoch ist es bemerkenswert, weil es auch als Zuhörer ein deutliches Vergnügen bereitet, wenn die Sängerinnen und Sänger viel und häufig aus den Noten schauen. Dadurch wirkt der gesamte Vortrag so viel lebendiger, dass man sich häufiger ein "Fast-Auswändig-Singen" wünscht. Umso verwunderlicher, dass bei dem Parade-Stück der Jacobikantorei immer noch einige Sänger in die Noten versunken sind: das wunderbare "Alleluja" von Swider wurde in der Vergangenheit so häufig präsentiert, dass eigentlich alle Sänger nach vorne gucken könnten.

Das ist aber nur ein ganz kleiner Wermutstropfen. Denn insgesamt war es eine große Freude, dem Chor zuzuhören. Die Atmosphäre eines Gottesdienstes (Predigt: Pastorin Dr. Adelheid Ruck-Schröder) war der Stückauswahl ausgesprochen zuträglich. Einzig die Hymne von Mendelssohn hätte ein wenig differenziertere Gestaltung im Chor vertragen, um die Komposition etwas kurzweiliger erscheinen zu lassen. Maxi Jansky hat hier mit schöner Stimme das Alt-Solo vorgetragen, Antonius Adamske begleitete das Werk an der großen Orgel. Überhaupt ist es auch eine schöne Tradition von Kantor Stefan Kordes, kleinere Solo-Stellen aus dem Chor heraus zu besetzen. So wachsen begabte Sängerinnen und Sänger mit ihren Aufgaben. Und bei solchen Anlässen wie zum Beispiel der Abendmusik zum Reformationstag müssen nicht hoch dotierte Solisten eingekauft werden.

Die Zuhörer in der gut gefüllten Jacobikirche entließen den Chor erst nach der Zugabe ("Bleib bei uns, denn es will Abend werden" von Rheinberger).

Das nächste Konzert der Jacobikantorei ist am Sonntag, dem 17. November um 18 Uhr: Neben der Motette "Komm, Jesu, komm" von Johann Sebastian Bach steht die "Trauermusik" für zwei Chöre, Solisten und großes Orchester von Johann Ludwig Bach als Göttinger Erstaufführung an. Eintrittskarten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen und online hier im Kulturbüro Göttingen.

Mittwoch, 23 Oktober 2013 09:24

Abendmusik zum Reformationstag

Mit der Jacobikantorei

Am Donnerstag, 31. Oktober 2013, findet in der St. Jacobikirche um 20 Uhr die traditionelle Abendmusik zum Reformationstag statt. Es singt die Kantorei St. Jacobi unter der Leitung von Kantor Stefan Kordes. Auf dem Programm stehen die Motetten op. 29 von Johannes Brahms, die Hymne op. 96 und "Denn er hat seinen Engeln" von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie der "Cantus gloriosus" von Jozef Swider. Aus Anlass seines 200. Geburtstages erklingt außerdem das "Pater noster" von Giuseppe Verdi. Das Altsolo in der Hymne übernimmt Maximiliane Jansky, an der Orgel spielt Antonius Adamske. Die Predigt hält Pastorin Dr. Adelheid Ruck-Schröder von der Stephanus-Gemeinde Geismar. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

vom 6. bis zum 14. Oktober 2013

Anmutig gleiten die sanft-geschwungenen Hügel der Toskana am Fenster vorbei. Die Herbstsonne verbreitet einen Schimmer aus strahlendem Gold, dessen Schein an die reich geschmückte Kirche Santa Maria dell’Anima erinnert. Ein leichter Dunst liegt wie Weihrauch über den Feldern. Ein deutscher Bus bahnt sich seinen Weg durch den dichter werdenden Verkehr auf der Autobahn. Die Menschen an Bord sehen gedankenverloren aus dem Fenster. Nur wenige Stunden ist es her, seit sie mit dem Abendsegen von Gabriel Rheinberger einen musikalischen Schlusspunkt gesetzt haben - zu einem Gottesdienst in der deutschen katholischen Gemeinde und einer ereignisreichen Woche. 

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