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Montag, 09 April 2018 16:54

GSO

Jugend musiziert

Junge SolistInnen präsentierten ihr Können beim Preisträgerkonzert

Von diesem Nachwuchs wird man noch viel hören!

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Das Göttinger Symphonie Orchester in der Stadthalle Das Göttinger Symphonie Orchester in der Stadthalle © Photo: May

Es ist fast schon ein wenig schade, dass die Sonne es am vergangenen Sonntag so gut mit Göttingen meinte. In der Fußgängerzone tummelten sich Menschenmassen vor den Eiscafés, während in der Stadthalle viele Plätze frei blieben. Allen spontan Weggebliebenen sei gesagt, dass sie eine Menge verpasst haben, denn die jungen MusikerInnen bereiteten dem Publikum einen abwechslungsreichen und durchaus erstaunlichen Konzertnachmittag.

Dem musikalischen Nachwuchs war die Freude darüber anzumerken, ihr Können mit einem Orchester präsentieren zu können; wie besonders diese Möglichkeit sei, betonte auch der Dirigent des Göttinger Symphonie Orchesters Christoph-Mathias Mueller. Diese besondere Chance honorierten die MusikerInnen mit hör- und sichtbarer Spielfreude.
Der virtuose Einstieg in den Konzertabend gelang dem erst 14-jährigen Jakow Pavlenko mit der Carmen-Fantasie von Franz Waxman (1906-1967). Dieses Stück erfordert ein hohes Maß an technischer Beherrschung, die das Publikum vor allem bei den schnellen Läufen staunen ließ. Dass der Bogen für eine Phrase mal zu kurz war – macht nichts, gelächelt und weitergespielt – wie das Profis nun mal machen.  

Wer denkt, dass Blockflöten nur Barock können, konnte sich von Tabea Wink eines Besseren belehren lassen. In ihrer Interpretation von David Bedfords (1937-2011) Recorder Concerto zeigte sie nicht nur, wie virtuos und vielfältig eine Blockflöte klingen kann. Das zeitgenössische Stück, das sowohl durch Vivaldi als auch durch Popmusik beeinflusst ist, folgt einem aufwärtsstrebenden Schema, das sich auch in der Tonhöhe des Soloinstruments zeigt. So präsentierte Wink zunächst die sonoren und ruhigen Klänge der Bassflöte, bis sie über Tenor-, Alt- und Sopranflöte bei der höchsten Flöte, der Piccoloflöte, ankam. Nicht nur, dass diese Flexibilität aufgrund der immer neuen Einstellung der Atem- und Stoßtechnik beachtlich ist, die Solistin spielte teils auf zwei Flöten gleichzeitig, was das Publikum sichtlich erstaunen ließ.

Die ganze Vielfalt des Celloklangs kommt besonders in romantischen Kompositionen zur Geltung. Alina Jaqueline Stieldorf glänzte bei ihrer Interpretation der Rokoko-Variationen von Pjotr Tschaikowsky (1840-1893) mit klanglicher Flexibilität, bei der vor allem ihr variables Vibrato positiv auffiel. In der letzten Variation bewies sie hohe technische Präzision, auch die überaus anspruchsvollen Doppelgriffe gelangen ihr scheinbar mühelos.

Johanna Dorothea Görissen liebt ihre Harfe, das war ihr anzusehen, als sie das Instrument mit schnellen und eleganten Bewegungen zum Klingen brachte. Die Danses des Impressionisten Claude Debussy (1862-1918) ermöglichen der Harfenistin die Präsentation eines großes Spektrums; von Gänsehaut erzeugenden Arpeggien bis hin zu energischen Zupflauten und virtuosen Läufen beinhaltet diese Komposition viele klangliche Zwischentöne, die die Solistin gekonnt auszuspielen wusste.

Mit dem Klavierkonzert von Robert Schumann (1810-1856) erreichte der Konzertnachmittag sein fulminantes Finale, der Pianist  Jan-Aurel Dawidiuk überzeugte mit seinem Spiel. Er wurde der Komplexität des Konzerts mit seiner ausgesprochen ausdifferenzierten Interpretation des häufig aufgeführten Stücks zwar in allen Punkten gerecht, doch wäre etwas mehr solistische Präsenz teilweise wünschenswert gewesen – teils kam das Gefühl auf, dass er sich zu sehr am Orchester orientierte und somit nicht sein ganzes solistisches Können präsentierte.

Auch wenn sich teilweise kleinere Makel bei den Darbietungen der SolistInnen zeigten, so muss immer bedacht werden, dass die MusikerInnen sich noch in der Ausbildung befinden. Sie erbrachten allesamt eine überragende Leistung, von der ausgehend man sich sicher sein kann, dass man von ihnen noch sehr viel hören wird. Dass sie die wichtige Eigenschaft mitbringen, ein Publikum auch durch ihre Ausstrahlung zu begeistern, haben sie nachdrücklich bewiesen.

Letzte Änderung am Montag, 16 April 2018 16:51

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