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Sonntag, 11 März 2018 13:07

GSO

„Very british“ mit Nicholas McGegan

Mit Kilt und wehenden Fähnchen

geschrieben von
Das Göttinger Symphonie Orchester mit Nicholas McGegan in der Stadthalle Das Göttinger Symphonie Orchester mit Nicholas McGegan in der Stadthalle © Photo: Wortmann

Ganz im Zeichen der legendären „Last Night of the Proms“, dem alljährlichen Abschlusskonzert der britischen Konzertreihe „Proms“, stand das Promenadenkonzert des Göttinger Symphonieorchesters am Freitag in der ausverkauften Stadthalle unter dem Titel „Very Britisch“ - ein stimmungsvolles und mitreißendes Programm unter der Leitung von Nicholas McGegan.

Der Abend begann sehr schottisch mit Felix Mendelssohns Werk, „Die Hebriden“, in dem sich facettenreiche Klang-Dynamiken miteinander abwechselten: ein zarter Beginn der Streicher, abgelöst durch die Bläser und rhythmische Trommeln. Ein hervorragend abgestimmter Wechsel von Ruhe durch fließende Violinenstimmen, dazu die Leichtigkeit der Flöten, immer wieder unterbrochen von tosendem Bläsereinsatz und Trommel, bezaubernd vor allem die von den Streichern getragenen Flöten- und Klarinettensequenzen. Eine sich langsam aufbauende Spannung und Dramaturgie, die sich immer wieder wogenartig und stürmisch entlud. Eine visuelle schottische Note brachte auch der Violinist Lewis Forward bei Betreten der Bühne in einem farbenfrohen traditionellen Kilt.

20180309 001Rhythmisch und klangvoll ging es anschließend erneut nach Schottland, mit den vier schottischen Tänzen von Malcolm Arnold. Eine schwungvolle Komposition, das Pesante mit einem mitreißenden, pointierten Rhythmus. Dann das Vivace mit zackigen, schnelleren Flöten-Passagen, raffiniert und mit Witz, der durch den Dirigenten hervorragend untermalt wurde. Dann schließlich im hinreißenden Allegro ruhiger, mit einem verträumten und romantischen Beginn durch das zarte Zusammenspiel von Flöten und Oboe, begleitet von sanften Harfenklängen und schließlich dahingleitend in kraftvollere Klänge mit den Hörnern. Eindringlicher folgte das Con brio mit taktvollen Trommeln. Temperamentvoll wurde es im Anschluss mit der „English Folk Song Suite“ von Ralph Vaughan, mit drei Themen, das fließende Intermezzo, zart wirkend durch den Walzer „Green Bushes“ und umrandet von kraftvollen Volksliedern und Märschen.
Ein Höhepunkt, der noch vor Beginn der Pause für Bravorufe sorgte, war „A spell for green and corn. The McDonald dances“ von Peter Maxwell Davies, was eine unglaubliche Klangvielfalt in den Saal entsandte und eine besondere emotionale Tiefe hervorrief, besonders intensiv durch den steten Wechsel der Tempi und den immer wiederkehrenden Anstieg der Dramaturgie: hauchfein, berührend durch Violinenklänge und träumerisch durch die Chelesta, über euphorisch bis tief melancholisch. Begleitet von dem hoch anspruchsvollen und hervorragend gespielten Solo der 1. Konzertmeisterin Natalia Scholz, die wieder einmal ihr virtuoses Können zeigte und durch deren ausdrucksstarkes Spiel dieses Werk zum musikalischen Inbegriff der Sehnsucht wurde.

Feierlich wurde es schließlich mit der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel mit barocker Note: imposant, heiter und würdevoll. Ein „Last Night of the Proms“ - Feeling kam endgültig mit einem Lied auf, das an diesem Abend auf keinen Fall fehlen durfte: das ergreifende „Land of Hope an Glory“, bei dem das Publikum mit kraftvoller Stimme und Fähnchen schwingend in die Dynamik einstimmte und damit zu einer hervorragenden Atmosphäre beitrug, die den Abend vollkommen machte. Die darauffolgende „Fantasia of British Seasons“ des englischen Komponisten Henry Woods beeindruckte durch und durch, grandios und raffiniert gespielt: charakteristisch hier der verstärkte Einsatz der Trompeten und der Trommeln, gefolgt von fließenden Violinien-Passagen sowie dem Klassiker „Rule Britannia“ mit erneut verstärkter Stimmbeteiligung eines zutiefst begeisterten Auditoriums.

Ein stimmungsvoller Abend war es aber nicht nur durch die gut aufeinander abgestimmte musikalische Auswahl, sondern insbesondere durch die enorme Präsenz, den charmanten Humor und die schwungvolle Art des Dirigenten, mit der er sowohl das Orchester als auch das Publikum durch den Abend begleitete und dazu beitrug, dass alle Anwesenden das Konzert zu einem stimmungsvollen Erlebnis werden ließen.

Letzte Änderung am Montag, 19 März 2018 17:34

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