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Mittwoch, 07 März 2018 13:51

Nörgelbuff

Nick and June waren zu Gast

Die Schönheit der Melancholie!

geschrieben von
Nick and June im Göttinger Nörgelbuff Nick and June im Göttinger Nörgelbuff © Photo: Dielschneider

Nick and June beehren, wie schon im letzten Jahr, erneut das Nörgelbuff in Göttingen und versetzen die Zuhörer in eine von Melancholie und Ergriffenheit geprägte Trance, in der man sich nur noch nach hinten lehnen und hinabziehen lassen möchte.

Ein Glück für Jene, die noch einen Sitzplatz ergattern konnten, denn die sind alle restlos gefüllt. Aber nach hinten lehnen und hinabziehen lassen – für Geübte geht auch an der Wand. Nachdem Nick and June zu Beginn des Jahres durch Italien tourten, darf sich nun ganz Deutschland auf das vierköpfige Bandprojekt aus Nürnberg freuen. Als Vorband haben sie sich dazu Wolf and Moon aus Berlin eingeladen. Und so viel sei verraten: Es liegt nicht an der Synonymität oder Klangverwandtschaft des Namens. Das Duo ,bestehend aus Stefany June und Talk Show Host aus den Niederlanden, ergänzt Nick and June klanglich perfekt und dürfte bald selbst als Headliner Konzerte spielen. Sie sind minimalistisch und unfassbar gut. Viele Songs ihrer aktuellen EP „Frames“ werden in die Mikrophone gehaucht und sie lassen sich auf Grund des tollen, mucksmäuschen stillen Publikums, zu einer Akustikversion auf dem Tresen sitzend hinreißen. Gänsehautstimmung! Vergleiche mit Julia und Angus Stone sind hoch gegriffen aber gerechtfertig. Besser kann der Abend nicht beginnen.

Nick and June knüpfen den Faden nahtlos weiter und steigen sehr sanft in ihr Set ein, welches es beinahe nicht auf die deutschen Bühnen geschafft hätte. Beim Verladen der Akusitikgitarre fällt diese aus dem Kofferraum und der Hals bricht – wie das Herz von Frontmann Nick in diesem Augenblick. Die finanziellen Mittel reichen nicht aus für eine Neuanschaffung und sowieso ist die Beziehung zwischen Musiker und Intrument immer eine ganz Besondere, so dass äquivalenter Ersatz sowieso nicht zu 100% möglich ist. Ein Aufruf wird gestarte und eine Leihgitarre für den Tourstart in München organisiert. Die Rettung erfolgt durch Ibanez Deutschland, die der Band eine Ersatzgitarre für die Tour zur Verfügung stellen und seit dem auf jedem Konzert erwähnt werden, wie uns augenzwinkernd erklärt wird. Ein Danke dafür auch aus Göttingen. Denn nur so war dieses tolle Konzert möglich. Diese kleine Anekdote schießt einem wieder durch den Kopf als in der Mitte des Konzerts eben jene gesponserte Gitarre mit eben jenem Bauteil an die flache Decke des Nörgelbuffs knallt. Zu der genießerischen Stille fügt sich nun Atemlosigkeit – unbegründet.

Nick and June spielen viele Songs aus ihrem aktuellen, hochgelobten Konzeptalbum „My November my“, das die Geschichte des Protagonisten „Novemberboy“ erzählt, der schwer enttäuscht von Welt und Menschheit, verbittert und selbstgerecht, aber auch reflektiert und selbstanklagend seine Gedanken in zwölf Kapiteln erklärt, um letztlich Abschied zu nehmen. Leider sind die ausgefeilten Texte kaum verständlich. Gefühlt wurde die Abmischung zwischen Vor- und Hauptband übernommen und nicht auf die Multiinstrumentalisierung angepasst. Die Rhythmusgruppe und vor allem die Drums erdrücken die zarten Stimmen von Nick and June, so dass die Sprache nicht mehr herausgehört werden kann. Das dies möglich wäre, zeigen auch sie mit einem Akustikcover des Songs „Stay with me“ von Sam Smith. Da klingen sie extrem gut und verständlich. Nichtsdestotrotz ein tolles Konzert wobei nach dem Auftritt einige Stimmen im Publikum wahrzunehmen sind, die immer noch zu Recht von der Vorband „Wolf and Moon“ schwärmen.

Letzte Änderung am Freitag, 16 März 2018 22:45

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