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Dienstag, 06 März 2018 19:54

Aulakonzert

Das Doric String Quartet gastierte bei der Kammermusikgesellschaft

Romantische Melodien und kratzige Tremoli

geschrieben von
Das Doric String Quartet gastierte bei der Kammermusikgesellschaft Das Doric String Quartet gastierte bei der Kammermusikgesellschaft © Photo: Schäfer

Das Doric String Quartet sorgte für einen musikalisch abwechslungsreichen Konzertabend

Zwischen den Geburtsdaten Joseph Haydns (1732 – 1809) und Leoš Janáčeks (1854 – 1928) liegen zwar nur etwas mehr als 100 Jahre, aber dafür viele musikalische Welten, die das Doric String Quartet (1. Violine Alex Redington, 2. Violine Jonathan Stone, Viola Hélène Clément, Violoncello John Myerscough) aus London in virtuoser und leidenschaftlicher Manier auszuspielen wusste. Das vielfach ausgezeichnete und renommierte Streichquartett begeisterte das Publikum im vorletzten Aulakonzert der Saison in der gut besuchten Göttinger Aula am Wilhelmsplatz mit Streichquartetten dreier Epochen.

Die ersten Bogenstriche des Quartetts G-Dur op. 64 Nr. 4 von Joseph Haydn leiteten in typischer Art der Wiener Klassik beschwingt in den Konzertabend ein. Galant führte die erste Violine die Melodie, die von den anderen Instrumenten eingebettet wurde und von der Akustik der Aula getragen wurde. Von Beginn an ist deutlich, dass es sich bei diesem Quartett um ein eingespieltes Team handelt, das seit nunmehr 20 Jahren besteht: Die Übergabe des Leitmotivs von einer Stimme in die nächste erfolgte stets unter subtiler, aber sichtbarer Kommunikation, die abseits der Klänge für ein durchaus auch optisch harmonisches Bild sorgte. Die kammermusikalische Kompetenz der solistisch einwandfreien MusikerInnen zeigte sich insbesondere in der dynamischen Abstimmung auf Haydns Komposition: Im Adagio des Quartetts, dessen Melodie von der ersten Violine präsentiert wird, übten sich insbesondere die zweite Violine und die Viola in Zurückhaltung, als sie in wellenartigen parallelen Bewegungen ohne jegliche Intonationsschwächen den Quartettanführer Redington brillieren ließen.

Energisch gelang der Einstieg in die nächste Epoche, das Quartett Nr.3 B-Dur op.67 von Johannes Brahms (1833 – 1897), der auch in diesem Programm der Reihe „Geliebter Brahms“ nicht fehlen durfte. Nun konnten alle Instrumente ihr vielfältiges Timbre präsentieren, da die romantischen Melodieführungen mehr Platz für die klangliche Gestaltung bietet. Besonders die Viola kann im dritten Satz des Quartetts ihre selten so prominent zu hörende sonore Weichheit präsentieren. Während die sonst dominierende erste Violine mit Dämpfer gespielt wird, sticht die Viola deutlich heraus und geht aus einem melodiösen Dialog mit der ersten Violine als Gewinnerin hervor. Auch im Schlusssatz sticht die Viola hervor, die von Clément mit sichtlichem Genuss an den schönen Melodien klanglich voll ausgereizt wurde.

Deutlich dissonantere Töne als in den zuvor präsentierten Werken sind bei Leoš Janáčeks Streichquartett Nr. 1, der „Kreutzer-Sonate“, zu vernehmen. Das Quartett, zu dem der Komponist durch Leo Tolstois Novelle „Die Kreutzersonate“ inspiriert wurde, brach sichtbar mit den Hörgewohnheiten mancher ZuhörerInnen. Es wurde gezuckt und mit Köpfen geschüttelt, wenn die MusikerInnen unerwartet kratzige Tremoli spielten, nur um unmittelbar danach wieder fast romantisch anmutenden Klangpassagen nachzugehen. Der ständige Stimmungswechsel der Komposition führte zu einer andauernden Spannung, die auch dem Doric String Quartet anzusehen war – Energische Streichbewegungen und Gestampfe untermalten die Anspannung, die sich in der musikalischen Gestaltung entlud. Besonders der dritte Satz ist von einer großen Ambivalenz gezeichnet; die Melodie von einer unangenehmen Schönheit, die doch immer wieder gebrochen wird. Die virtuose Interpretation des Quartetts wurde trotz des sichtbaren Unwohlseins mancher mit lautem Applaus belohnt.

Versöhnlich endete der Konzertabend mit dem Komponisten, mit dem der Abend auch begann, mit Joseph Haydns Streichquartett D-Dur op.64 Nr. 1, dem sogenannten „Lerchen-Quartett“. Dieses wirkte nach dem modernen Janáček fast schon penetrant harmonisch, aber verabschiedete das Publikum besänftigend in den späten Abend. 

Letzte Änderung am Freitag, 16 März 2018 09:48

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