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Montag, 05 März 2018 16:47

Kantorei St. Jacobi

Konzert mit Wiener Klassik

Original und Fälschung

geschrieben von
Die Jacobikantorei mit dem GSO, Solisten und Stefan Kordes in der Göttinger Jacobikirche Die Jacobikantorei mit dem GSO, Solisten und Stefan Kordes in der Göttinger Jacobikirche © Photo: Wortmann

Ein interessantes und überwiegend heiteres Programm der Wiener Klassik hat Kantor Stefan Kordes zur besten Kaffeehaus-Zeit um 16 Uhr am Sonntag „Okuli“ in der Passionszeit zusammengestellt, also an dem Sonntag, der genau in der Mitte der Fastenzeit steht.

Dass Kordes mit dem Programm, dem Datum und der Uhrzeit nicht daneben lag, bestätigten die Besucherinnen und Besucher in der nahezu ausverkauften Jacobikirche.

Einen spannenden Vergleich gab es gleich zu Beginn: Ein „Te Deum“ von Joseph Haydn und eines von Wolfgang Amadeus Mozart. Haydns Werk ist 1764 entstanden, da war der Komponist bereits 32 Jahre alt. Mozarts Werk entstand fünf Jahre später, das „Wunderkind“ war da erst 13 Jahre alt. Dass Mozart sich am „Papa Haydn“ orientiert hat, ist nicht zu überhören. Dennoch gibt es einige Merkmale, die schon auf das überragende Talent verweisen. So zum Beispiel die Fuge im „Te Deum“.

Die Kantorei St. Jacobi brauchte eine kleine Weile, um sich mit den Werken anzufreunden. Nicht immer folgten sie dem engagierten Dirigat ihres Leiters sofort. Dadurch blieb ein wenig von der Spritzigkeit und Leichtigkeit auf der Strecke, die bei beiden Komponisten mit zum „Markenzeichen“ gehören. Spannend war es dennoch, den Ähnlichkeiten und Unterschieden dieser Lobeshymnen nachzuspüren. Oder wie Stefan Kordes salopp sagte: „Original und Fälschung“ zu erkennen.

Als Instrumentalpartner stand das Göttinger Symphonie Orchester den Sängerinnen und Sängern sowie Stefan Kordes zur Seite. In angemessen kleiner Streicherbesetzung folgten die Instrumentalisten mit der Konzertmeisterin Natalia Scholz engagiert dem Dirigat. War das Orchester zunächst begleitend aktiv, stand es anschließend im Mittelpunkt: die Sinfonie Nr. 2 D-Dur von Ludwig van Beethoven, entstanden 1801/1802, passte hervorragend in das Programm. Kordes hat vor allem die dynamischen Unterschiede klar herausgearbeitet, dadurch kamen die bisweilen schockartigen Wendungen in der Musik deutlich zu Tage. Diese Sinfonie enthält viele Innovationen in Details, die Beethoven in den späteren Werken erst so richtig zur Geltung gebracht hat.

Die „Krönungsmesse“ von Mozart war sozusagen der krönende Abschluss des Konzertnachmittags. Und hier war die Kantorei richtig in ihrem Element: jetzt folgten die Sängerinnen und Sänger Kordes‘ Dirigat aufmerksam, die Musik klang dadurch frisch und lebendig. Und auch die Gesangssolisten hatten ihre Auftritte: Kordes hatte jugendliche Stimmen nach Göttingen eingeladen: Anna Mengel (Sopran), Paula Meisinger (Alt), Pablo Carra (Tenor) und Johannes Schwarz (Bass) sind alles Studierende an der Musikhochschule Hannover bei dem Dozenten Henryk Böhm. Die Stimmen passten gut zu diesem Programm der Wiener Klassik. Von den Vieren, die als „Mozart-Quartett Hannover“ angetreten waren, stach vor allem die Sopranistin Anna Mengel hervor: entrückend schön, beinahe zerbrechlich sang sie das „Agnus Dei“ in der Krönungsmesse.

Entsprechend herzlich und groß war der Applaus am Ende. Als Zugabe gab es das berühmte „Ave verum“ von Mozart. Ein würdiger Abschluss eines schönen Konzerts am Sonntagnachmittag. Eine Konzertzeit, die sich voll und ganz bewährt hat.

Letzte Änderung am Mittwoch, 14 März 2018 16:10

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