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Montag, 12 Februar 2018 17:41

KUNST-Gala 2018

Stadthalle

With a little help from my friends

geschrieben von
Der Vorstand des KUNST e.V. eröffnet die KUNST-Gals 2018: Anne Moldenhauer, Inge Mathes, Willi Arnold und Nils König in der Göttinger Stadthalle Der Vorstand des KUNST e.V. eröffnet die KUNST-Gals 2018: Anne Moldenhauer, Inge Mathes, Willi Arnold und Nils König in der Göttinger Stadthalle © Photo: Wortmann

Die Göttinger Kulturszene steckt voller Überraschungen. Auch dafür macht sich der Verein KUNST mit seiner jährlichen Gala in der Göttinger Stadthalle stark. Die meisten Zuschauer wissen das natürlich längst und trotzdem geraten sie immer wieder ins Staunen, was ihnen da bisher alles an ideenreich inspirierenden Projekten und musikalischen Höhenflügen entgangen ist. Offenbar wollte das KUNST Team mit der Gala 2018 am Sonntagabend diesen Eindruck noch einmal toppen: Mit einem Abend voller Überraschungen, tollen Künstlern und verführerischer Wirkung. Einfach großartig.

Schon zum Auftakt war die Begeisterung groß, auch wenn sich ein bisschen Abschiedsstimmung in die musikalische Begrüßung mit dem Göttinger Symphonie Orchester mischt. Für Generalmusikdirektor Christoph Mathias Mueller ist es das letzte Gala Gastspiel, weil er Göttingen zum Saisonende verlässt. Aber gern erinnert er mit der Filmmusik aus „Star Wars“ und den Motiven aus der kirgisischen Suite von Alexander Weprik daran, wie er mit dem Orchester immer wieder auf musikalische Entdeckungsreise zwischen Klangwelten und Epochen gegangen ist. Das jongliert grandios mit John Williams rhythmischen Finessen und formt aus Wepriks poetischen Miniaturen berührend innige und tragische Bilder. Ein erstes vergnügliches Abschiedsgeschenk bekam Mueller dann von seinen Musikern. Das feierte seinen langjährigen Schweizer Maestro mit der Filmmusik aus Heidi. Mitsingen war ausdrücklich erwünscht und so formierte sich das Publikum zu einem ebenso vergnüglichen Chor über die Heldin in der alpenländischen Bergwelt.

Die Zeitchronistin in Rebekka Kricheldorfs Schauspiel „Fräulein Agnes“ hat da ganz andere Töne auf Lager. Rebekka Klingenberg in der Rolle der aufgebrachten Menschenfeindin präsentiert mit Fräulein Agnes‘ Eingangsmonolog eine wunderbar ironisch satirische Abrechnung mit der Kulturszene, ihren Flaneuren und Selbstdarstellerin, die jetzt erst recht neugierig macht auf Erich Sidlers Inszenierung am Deutschen Theater. Das gilt auch für „On air“ das neue „boat people song projekt“, das erst vor wenigen Tagen Premiere hatte. Auf der Stadthallenbühne kommt es zu einer faszinierenden musikalischen Begegnung mit Balen Abbas, Sajjad Torabi und Andreas Klumpf.  Begleitet von Hans Kaul am Klavier, singen die beiden geflüchteten Musiker  und der Schauspieler zunächst ein kurdisches Volkslied und ein iranisches Liebeslied, das dann in Robert Schumanns Vertonung eines Gedichtes von Heinrich Heine übergeht, „Abends am Strand“.  Es sind musikalische Sehnsuchtsbilder, in denen Kulturen, Ländergrenzen und Traditionen  verschmelzen und unmittelbar zu Herzen gehen, so berührend schön, wie sie sich hier entfalten.

Butoh-Tänzer Tadashi Endo, Saxofonist Ove Volquartz und Nils König an den Gongs sind ein eingespieltes Team, das sich für die KUNST Gala 2018 wieder auf eine feinsinnige Performance verständigt hat. Stille und Bewegung ist diesmal ihr Motiv im Dialog von Tönen und Gesten, aus denen sich ihre  musikalischen und szenischen Bilder entfalten.  Nach diesem meditativen Intermezzo  wird es dann frech, verspielt, unterhaltsam und akrobatisch auf der Stadthallen-Bühne. Mit den Songs von „Frau Pauli“ aus dem aktuellen Album „Ganz großes Tennis“ und einer artistischen Performance der KAZ  Akrobaten, die mit ihren Hebefiguren faszinierende gemeinsame Körperbilder entwerfen.

Ein bisschen durfte natürlich auch der Sekt zur Pause beschwingen, mit dem das Gala-Team sein Publikum auf den ebenso beschwingenden zweiten Teil der Gala einstimmte. Den Auftakt übernahmen die „Jazzaholics“, die als Bigband des Otto-Hahn-Gymnasiums seit 20 Jahren in immer neuen Besetzungen mit Spielfreude bei Swing und Latin und Pop begeistern und bei der Gala auch mit einem  wunderbar filigranes Arrangement des Songs „Harlem Nocturne.“

Für literarische Abenteuer und Entdeckungen macht sich das KUNST Team bei der Gala ebenfalls stark. Und das auch mit Blick auf die Projekte, die jährlich aus den Erlösen des Abends gefördert werden. 2017 wurden Ideen zum Thema „Europa“ unterstützt, wie zum Beispiel das Stadtschreiberprojekt, das KAZ und Goethe-Institut gemeinsam entwickelten. Gemeinsam mit den Texten und Fotografien der ungarischen Autorin und Filmemacherin Orsoyla Láng“ flanierten die Zuschauer mit einem ganz neuen Blick auf die Stadt und erlebten eine feinsinnige Beobachterin  von alltäglichen und besonderen Beobachtungen in Göttingen.  Herrlich turbulente Leinwandszenen gab es im Anschluss zum Stummfilm mit live-Musik und Björn Jentsch am Piano, der  die Szenen aus Buster Keaton Klassiker „Seven Chance“ und die wilde Verfolgungsjagd eines Heiratskandidaten  mit wunderbar musikalischem Drive kommentierte. 

Über die abenteuerlichen Filmbilder und weitere Gala Überraschungen geriet auch JT Schauspielerin Agnes Giese immer wieder ins Staunen. In der Rolle des Göttinger Universalgenies Georg Christoph Lichtenberg machte sie sich ihren eigenen Reim auf literarische und szenische Highlights. So auch auf das Projekt des geisteswissenschaftlichen Schülerlabors der Göttinger Universität und den Aphorismen-Wettbewerb des YLAB. Ein  gut gelaunter Lichtenberg rezitierte die siegreichen Gedankenblitze der Jugendlichen.

Staunen konnten die Zuschauer über erste Kostproben zur aktuellen Produktion der Göttinger Choreographin Judith Kara, die sich mit ihren Schülerinnen bei der 8. Tanz-Kultur-Woche im Herbst dem Thema Angst widmet. Enthusiastisch gefeiert wurde dann der Abstecher in die neue Musikshow des Jungen Theaters und das glamouröse „Satisfaction“ Revival mit den „greatest Hits“ der Rock- und Pop-Charts.

Und das auch beim gemeinsamen Finale mit allen Künstlerinnen und Künstler, die bei der Gala honorarfrei auftreten und sich so auch für weitere kreative Exkursionen der Göttinger Kulturszene engagieren. Dafür spricht besonders der Schlusssong des Abends, „With a little help from my friends“, wenn der Verein KUNST nun mit den Erlösen aus der ausverkauften Gala die Projekte für 2018 unter dem Motto „Stadt der Zukunft“ fördern kann und die Göttinger Kulturszene bei weiteren großartigen Auftritten bestärkt.

Letzte Änderung am Montag, 19 Februar 2018 08:41

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