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Dienstag, 30 Januar 2018 07:17

Deutsches Theater

Eine musikalische Reise zu den Wurzeln des argentinischen Tangos

geschrieben von
Juanjo Mosalini, Christoph Mathias Mueller und das Göttinger Symphonie Orchester Juanjo Mosalini, Christoph Mathias Mueller und das Göttinger Symphonie Orchester © Photo: Goos

Das Göttinger Symphonie Orchester mit Juanjo Mosalini spielte im Deutschen Theater

Auf eine interessante Reise entführte das Göttinger Symphonie Orchester am Sonntagnachmittag im Deutsche Theater – eine Reise zu den Ursprüngen des argentinischen Tangos. An diesem Nachmittag gelang es dem Orchester unter der Leitung von Christoph-Mathias Müller und dem Spiel von Solist Juanjo Mosalini auf dem traditionellen Bandoneon, dem ausverkauften Saal die unterschiedlichen Strömungen der argentinischen Volksmusik nahezubringen.

So stand natürlich der leidenschaftliche argentinische Tango im besonderen Mittelpunkt des Konzerts, beginnend mit Alberto Ginastera (1916-1983), einem der erfolgreichsten Komponisten Argentiniens. Dass diese würdigende Bezeichnung angemessen ist, zeigte sich schon im feurigen Auftakt des Konzerts, dem 1. Satz seiner Estancia-Ballettsuite. Rasantes Tempo, dem mitreißenden Einsatz von Trommel und anderem Schlagwerk, der Präsenz der Streicher und einem imposanten Finale.

Bemerkenswert war jedoch vor allem die Präsenz Juanjo Mosalinis, der bei dem Großteil der Stücke mit seinem virtuosen Spiel auf dem traditionellen Bandoneon gebannte Aufmerksamkeit auf sich zog. Dabei faszinierten nicht nur die zahlreichen Klangfarben, die er dem äußerst vielfältigen Instrument entlockte, sondern auch die optische Erscheinung, das Hinübergleiten über die Tasten in unglaublicher Schnelligkeit. Bereits zwischen den Stücken herrschte eine Atmosphäre großer Begeisterung, was sich im Fußgetrappell nach den Stücken zeigte, insbesondere jedoch nach weiteren Sätzen von Ginasteras Estancia-Ballettsuite und Mosalinis immer brillanter werdendem Spiel seiner eigenen Stücke „Opus 94“ und „Tomá Tocá für Bandoneon und Streicher“. Besonders die in die Länge gezogenen Klänge in den höheren Tonlagen beeindruckten. Ein besonderes Element dieses Konzerts war die häufige Einbindung des Solisten, denn nicht nur Müller gab in seiner charakteristischen Art kurze Einführungen in die Stücke, sondern auch Mosalini kam zu Wort und sprach über einzelne Stücke und die Geschichte seines Instruments, was der gesamten Atmosphäre eine lockere und humorvolle Note verlieh.

Aber es zeigten sich an diesem Abend in der schönen Auswahl der Stücke, unter denen auch Max Schönherr vertreten war, noch weitere Höhepunkte. Mit Schönherrs Stück „Fantana“ folgte ein sehr dynamischer Teil mit klassischen Tangoelementen, einer Eröffnung der Celesta zu Beginn, gefolgt von fließenden Streichsequenzen in Begleitung vom Zupfen der Kontrabässe, einer kurzen Passage von Cello, Klarinette sowie hauchzarten Violinenklängen, und schließlich ausschleichend mit dem erneuten Einsatz der Celesta – feinster Genuss. Brilliant in der Umsetzung ebenso die Astor Piazolla „Milonga del Ángel“, mit dem charakteristischen Milonga Rhythmus der Kontrabässe, ein durch und durch leidenschaftliches Stück. Ergänzt vom „Tango Jalousie“ des Dänen Jacob Gade (1879-1963).

Den Weg zum Abschluss des Konzerts ebnete erneut Ginastera mit dem 2. und wohl bekanntesten 4. Satz der Estanciella-Ballettsuite, mit dem, wie Müller es zutreffend formulierte, ein „Feuer entzündet“ wurde. Im zweiten Satz hervorragende Soli von Flöte und Geige, der 4. Satz elegant beginnend, ein mit Leidenschaft durchdrungener Teil, ein raffiniertes Spiel, träumerisch von den Streichern begleitet. Zum Finale eine außergewöhnliche Mischung: Klänge des Barock von Alessandro Marcello (1673-1747) in Kombination mit dem Bandoneon, ein erneuter Höhepunkt!

So wurden dem durch und durch begeisterten Publikum mit besonderer Raffinesse alle Facetten der argentinischen Volksmusik nähergebracht. Nach begeistertem Beifall und erneutem Fußgetrappel endete das Konzert mit einer gelungenen Zugabe, in der Mosalini nochmal seine virtuosen Fähigkeiten präsentierte.

Letzte Änderung am Freitag, 09 Februar 2018 20:34

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