Punkte neu 30 transparentWillkommen im Kulturbüro Göttingen - Ihrem Veranstaltungsportal für Göttingen

Dienstag, 21 November 2017 09:03

Tranparenz und Opazität

geschrieben von
Tomke Braun Tomke Braun © Photo: privat

Tomke Braun ist neue Kuratorin des Kunstvereins und hat das künftige Programm vorgestellt

Der Oubourus – die Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt – ist ein Symbol vielseitiger Interpretationen. Ein kurzer Aufruf der Wikipedia-Seite zeigt Verbindungen zur Alchemie, Philosophie und Psychologie. Stichworte: Autarkie, aber auch Verbundenheit zwischen „Innen“ und „Außen“, Vollkommenheit, aber auch Wandel, ein Zyklus, der sich stetig durch die Natur bewegt.

Dieses Symbol, welches die erste Gruppenausstellung des Kunstvereins im März/April 2018 begleitet, wird das ganze Jahr über den Ton angeben, denn von der neuen Kuratorin Tomke Braun ist viel zu erhoffen. Die sympathische 28-Jährige geht ganz selbstverständlich mit neuen Strömungen in der Gegenwartskunst um und scheut sich nicht vor internationalen Ausstellungen mit Bezug auf aktuelle Themen.

Nach Stationen in Frankfurt und Berlin sowie auf verschiedenen Festivals, kann Braun enge Verbindungen zur jungen Kunstszene und klare Vorstellungen nach Göttingen bringen.

Ihr Programm für das folgende Jahr, „Tranparenz und Opazität“, ist durchzogen von Reflektionen über die Rollenzuweisung, die wir als Menschen in unserer eigenen, durchaus von uns formbaren Welt, vollziehen. Kontextverschiebung und räumliche Narrative sind dabei starke Mittel, die die Besucher des Kunstvereins in ihren Bann ziehen können.

Am 12. Januar eröffnet die Ausstellung „powers“ der kanadischen Künstlerin Amy Ball die Reihe. Das von der Künstlerin selbst entworfene Logo zeigt dabei zwei Hände, die an den Daumenspitzen ineinander übergehen – ganz ähnlich also zum Oubourus.

Im Laufe des Jahres werden außerdem die Künstlerinnen Marina Pinsky, Yutie Lee, Ayami Awazuhara und Dunja Herzog mit ihren Werken zu dem Diskurs beitragen. Auch die Kunstvermittlung bezieht sich mit dem Projekt „Stadt der Zukunft“ passend zum 50-jährigem Bestehen des Kunstvereins Göttingen im kommenden Jahr auf die Diskrepanzen und Übereinstimmungen zwischen Vorstellungen und Umsetzung.

Ähnliche Artikel

  • Menschen ohne Kleidung, Kleidung ohne Menschen Menschen ohne Kleidung, Kleidung ohne Menschen

    Ausstellung des Kunstvereins: „FITTING“ von Berenice Güttler im Alten Rathaus

  • Kunstvermittlung im Kunstverein Göttingen: Projekt „Gemeinsames Haus“ Kunstvermittlung im Kunstverein Göttingen: Projekt „Gemeinsames Haus“

    Das Motto des diesjährigen Ausstellungsprogramms des Kunstvereins Göttingen „(An)Ordungen des Wissens“ bildet den Rahmen für dieses integrative Projekt, das die Kunstvermittlung des Kunstvereins Göttingen in Kooperation mit dem KAZ Anfang September 2017 an der BBS1 (Arnoldi-Schule) durchführt.

  • Neue künstlerische Leitung im Kunstverein Göttingen Neue künstlerische Leitung im Kunstverein Göttingen

    Der Kunstverein Göttingen freut sich, die Ernennung seiner neuen künstlerischen Leiterin bekanntzugeben. Aus einer Vielzahl hochkarätiger Bewerbungen hat sich der Vorstand nach intensiven Diskussionen für die Kuratorin Anja Lückenkemper entschieden, die ab dem 1. Januar 2016 als Nachfolgerin von Laura Schleussner das Jahresausstellungsprogramm des Kunstvereins Göttingen 2016 gestaltet.

    Anja Lückenkemper ist als Kuratorin in verschiedenen institutionellen wie auch freien Kontexten tätig gewesen. Sie war mehrere Jahre als Assistenzkuratorin unter anderem an den KW Institute for Contemporary Art in Berlin und dem Kunstverein München tätig, wo sie an der Ausstellungskonzeption und -umsetzung, aber auch an der Entwicklung neuer diskursiver Formate beteiligt war. Sie hat Ausstellungen und Projekte mit unter anderem Trisha Baga, Anna McCarthy, Nástio Mosquito und Ahmet Ögüt sowie verschiedene thematische Gruppenausstellungen (ko-)konzipiert und begleitet. Neben ihrer kuratorischen Arbeit veröffentlicht sie regelmäßig Texte in Künstlerpublikationen und Ausstellungskatalogen.

    In den vergangenen vier Jahren wurde der Kunstverein Göttingen sehr erfolgreich von der Amerikanerin Laura Schleussner geleitet, die durch ihr Engagement entscheidend dazu beigetragen hat, die Position des Kunstvereins in inhaltlicher wie struktureller Hinsicht weiter zu stärken. Einen besonderen Fokus legte Laura Schleussner auf die internationale und interdisziplinäre Ausrichtung des Ausstellungsprogramms, etwa mit Einzelausstellungen von Lisa Oppenheim, Nevin Aladag, und Julius von Bismarck sowie den Gruppenausstellungen India is Now and We Notice No Distrurbances. Laura Schleussner wird ab Januar 2016 in das Team der Berlin Biennale wechseln und als Managing Editor das Publikationsbüro leiten.

    Das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins Göttingen unter der Leitung von Anja Lückenkemper startet am 10. Januar 2016 mit dove step, der ersten institutionellen, physischen Einzelausstellung der Künstlerin Britta Thie. Außerdem sind für das kommende Jahr Projekte mit Liz Magic Laser (20.03.-15.05.2016), Johannes Paul Raether (19.06.-31.07.2016), Diana Sirianni (16.10.-11.12.2016), wie auch die Gruppenausstellung Perfect Lives mit Trisha Baga, Loretta Fahrenholz und weiteren KünstlerInnen (14.08.-09.10.2016) geplant.

  • Einzelausstellung von Julius von Bismarck Einzelausstellung von Julius von Bismarck

    Vom 5. Juli bis 23. August 2015 präsentiert der Kunstverein Göttingen die erste institutionelle Einzelausstellung von Julius von Bismarck in Deutschland.

    Mit seinen Installationen, Videoarbeiten und Performances untersucht Julius von Bismarck den menschlichen Wahrnehmungsapparat und fordert – mit Hilfe der Gesetze der Physik – unsere perzeptiven Gewohnheiten heraus. Sein interdisziplinärer Ansatz ist eine schöpferische Befragung der Welt und der Natur, die der Mensch zunehmend verwandelt.

    Die Ausstellung in Göttingen präsentiert eine Auswahl von Videoarbeiten des Künstlers, die sich mit diesen beiden Themenfeldern beschäftigen. Als eigenständige Arbeiten haben die Videos des Künstlers oft einen starken dokumentarischen Charakter. Sie begleiten seine Handlungen in der Natur oder im öffentlichen Raum sowie die Vorführungen bestimmter Experimente oder Apparate: in Punishment I (2012) z.B. reist von Bismarck durch die Welt und peitscht wiederholt monumentale, romantisch anmutende Landschaften und ikonische Denkmäler aus, u.a. die Schweizer Alpen, die Wellen des Atlantik und die amerikanische Freiheitsstatue. In Landschaftsmalerei (2015), einer neuen Arbeit, die in Mexiko produziert wurde, lässt von Bismarck eine bergige Landschaft weiss streichen, um sie anschließend wieder naturgetreu zu bemalen. Andere Arbeiten besitzen den Aspekt einer Versuchsanordnung, z.B. eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Rotation um eine zentrale Achse: Egocentric System (2014), Versuch unter Kreisen (2012), The World is Turning Around Me (2011), Polo, Mittelpunkt einer Bewegung (2011) oder Self Revolving Torus (2010).

    Im Rahmen dieser Präsentation von neuen und älteren Arbeiten erscheint zur Ausstellung der erste werkübergreifende Katalog des Künstlers.

  • Ausstellung: Fiete Stolte – Hotel Absence Ausstellung: Fiete Stolte – Hotel Absence

    Vom 21. Juni bis zum 2. August 2015 präsentiert der Kunstverein Göttingen die erste institutionelle Einzelausstellung von Fiete Stolte in Deutschland.

    Fiete Stoltes Arbeiten eröffnen eine Dimension des Imaginären, sie lassen uns Objekte, Materialien und Bilder erleben, die unsere Wahrnehmung auf sich ziehen und zugleich permanent auf eine Handlungssphäre jenseits dessen verweisen, was wir sehen. Sein reduziertes, präzises visuelles Vokabular stützt dieses subtile Gleichgewicht zwischen dem Virtuellen und dem Realen. Mehr noch als ein Ort verknüpft Hotel Absence das zeitliche Moment mit den potenziellen Interpretationen, die diese beiden Sphären umfassen. Mit poetischer Kraft und Klarheit evoziert der Künstler die Simultaneität von An- und Abwesenheit, und das mit erstaunlich einfachen Mitteln.

    Eine zentrale Arbeit, die der Ausstellung insgesamt Dynamik und Rhythmus verleiht ist die Videoinstallation „Sun Moon“. Sie zeigt zwei ca.10-minütige Aufnahmen der Sonne und des Mondes als Reflexionen auf ein und derselben dunklen Wasseroberfläche. In den Projektionen, die über einen Spiegel am Boden auf eine Wand reflektiert werden, bewegen sich Sonne und Mond tänzelnd aufeinander zu, überlagern sich kurz in einer hellen „Eklipse“ und entfernen sich wieder – eine Situation, die der natürlichen Bewegungen der Himmelskörper, die Tag und Nacht einteilen, widerspricht. Durch diese meditative Gleichsetzung von Sonne und Mond suggeriert Stolte eine andere mögliche Taktung und Erfahrung der Zeit. Auch zu sehen sein werden skulpturale Arbeiten sowie Stoltes besondere Fotokabine „Eye“, die auf der abc in Berlin prämiert wurde. In der Ausstellung werden Besucher diese Kabine benutzen können um sich ein Porträt von sich zu machen – ein Bild von sich im eigenen Auge.

    Begleitend zur Ausstellung erscheint Fiete Stoltes erster umfangreicher Katalog im Sieveking Verlag.

    21. Juni - 02. August 2015

    Eröffnung: 21.Juni 2015, 11:30 Uhr

    IM KÜNSTLERHAUS, Gotmarstraße 1, 37073 Göttingen

    Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Jetzt schon Tickets sichern

Kulturticket

Gandersheimer Domfestspiele

Figurentheatertage