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Montag, 20 November 2017 09:22

Ein Abend mit eigener Dynamik

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Das Göttinger Symphonie Orchester in der Stadthalle Das Göttinger Symphonie Orchester in der Stadthalle © Photo: Goos

Das Göttinger Symphonie Orchester mit der Pianistin Martina Filjak unter der Leitung von Svetoslav Borisov

Es waren kraftvolle und ausdrucksstarke Klänge, die am Freitagabend den Saal der Stadthalle erfüllten und die Anwesenden begeisterten. Unter dem Titel „Aus der neuen Welt“ präsentierte das GSO unter der Leitung von Svetoslav Borisov Werke von Ludwig van Beethoven, Edward MacDowell und Antonín Leopold Dvořák, durch die der Abend seine ganz eigene atmosphärisch mitreißende Dynamik entfaltete.

Mit der Leonore-Ouvertüre Nr. 3 op. 72b von Ludwig van Beethoven als Auftakt begann der Abend mit langsam steigernder Dramaturgie und der Geschichte von Florestan, der in seinem Kerker verharrt und von der Heldin Leonore befreit wird. Melodisch ausdrucksstark durch hinreißende und rasante Streichersequenzen, dem Einsatz der Hornbläser, aber auch durch das faszinierende Zusammenspiel von Oboen, Flöten, Klarinetten und dem Fagott. Ebenso rasant und präzise wie die Streicher, waren die Bewegungen von Dirigent Svetoslav Borisow. Das hinreißende Finale leitete sehr passend das kraftvolle Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 von Edward MacDowell ein, mit dem Titel „Aus der Neuen Welt“, das nach einem zunächst sehr sanften und zarten Beginn, eine dunkle und dramatische Wirkung entfaltete, die insbesondere durch klangvolle Einbrüche der Trompeter und die rasanten, in Perfektion gespielten Klavierpassagen von Pianistin Martina Filjak das Publikum begeisterte. Das Konzert brachte durch den Wechsel von ausdrucksstarken Pianoklängen in rasanten, feineren Passagen, bis hin zu den von den Streichern hervorragenden getragenen träumerischen Sequenzen, eine besondere instrumentelle Vielfalt zutage; anmutend, emotional und in sich harmonisch, gefolgt von freudig-neckischen Klängen. Mit der Klangvielfalt von Edward MacDowells Musik zeigte die Pianistin Martina Filjak ihre enorme Wandlungsfähigkeit und verlieh dem Stück nicht nur mit ihrer Art zu spielen, sondern auch mit ihrer Mimik und ihrem Körperausdruck, eine besondere Tiefe. Die Faszination dieser Leistung zeigte sich auch in den Bravorufen und dem ausdauernden Applaus im Saal, gefolgt von einer kurzen Zugabe, die nach aller Mächtigkeit von McDowells Konzert, in leise, zarte Klaviertöne überging.

Nach diesem Höhepunkt folgte eine der wohl bekanntesten Symphonien von Antonín Leopold Dvořák, Symphonie Nr. 9, die mit ihrem kräftigen Auftakt an das Konzert von McDowell anschloss. Auch hier waren wieder die Bläser präsent, was sich charakteristisch und, abgesehen vom Titel des Abends, als verbindendes Element durch alle Abschnitte hindurch zeigte. Durch Dvořák fand der Abend mit dem für die Symphonie charakteristischen, bezaubernden Oboenthema, das nach und nach auch alle Bläser und letztlich auch die Streicher erreichte, einen weiteren Höhepunkt. Die Begeisterung über den gelungenen Abend zeigte sich durch den lang anhaltenden Applaus des Publikums.

Bemerkbar war auch bei diesem Abend wieder einmal die besonders feinfühlig aufeinander abgestimmte und thematisch passende Zusammenstellung der Werke in dieser Spielsaison, vielfältig und facettenreich, in der auch weniger bekannten Werke Aufmerksamkeit geschenkt wird.

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