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Mittwoch, 08 November 2017 20:32

Aulakonzert mit dem Pavel-Haas-Quartet und Boris Giltburg

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Das Pavel-Haas-Quartett Das Pavel-Haas-Quartett © Bildquelle: Göttinger Kammermusikgesellschaft

Die Aulakonzerte der Göttinger Kammermusikgesellschaft sind in dieser  Saison dem Komponisten Johannes Brahms gewidmet sind: in allen sechs Konzerten steht eine Komposition dieses Komponisten auf dem Programm. Bei dem dritten Aulakonzert am 19. November um 19.45 Uhr in der Aula der Universtität am Wilhelmsplatz sind das tschechische Pavel Haas Quartet und der israelische Pianist Boris Giltburg zu Gast. 

Auf dem Programm stehen von  Franz Schubert das Streichquartett a-Moll D 804 „Rosamunde“, von Dmitri Schostakowitsch das Streichquartett Nr.7, op.108, und von Johannes Brahms das Klavierquintett f-Moll op.34.

Das Pavel Haas Quartet wurde im Jahr 2002 gegründet wurde und hat seither eine Reihe internationaler Auszeichnungen gewonnen, so zum Beispiel den „Vittorio E. Rimbotti“ Preis in Florenz. Der Pianist Boris Giltburg wurde 1984 geboren und wurde im Juni 2013 erster Preisträger des internationalen Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel.

Boris Giltburg und das Pavel Haas Quartet verbindet eine intensive künstlerische Partnerschaft. Nach mehreren gemeinsamen Konzertprojekten sind der „Artist in Residence“ der Duisburger Philharmoniker und das  erfolgreiche tschechische Ensemble nun auch erstmals gemeinsam ins Aufnahmestudio gegangen.
Sonntag, 19. November 2017, 19.45 Uhr Aula am Wilhelmsplatz.

Für das Konzert in Göttingen gibt es noch Eintrittskarten an allen bekannten Vorverkaufsstellen, so auch hier online im Kulturbüro Göttingen. Karten gibt es außerdem auch ab 19 Uhr an der Abendkasse in der Aula.

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 November 2017 20:43

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    Eine Bruckner-Sinfonie in der Universitätsaula? Bei der vom Komponisten vorgesehenen Besetzung gerät der ehrwürdige Saal an seine Grenzen – sowohl von der Kapazität als auch von der Akustik her gesehen.

    Da kommt das Motto der diesjährigen Saison der Aulakonzerte „Zauberhafte Arrangements“ sehr entgegen. Denn für diese Sinfonie gibt es eine Fassung für kammermusikalische Besetzung. Auf die Initiative von Arnold Schönberg wurde 1918 in Wien der „Verein für musikalische Privataufführungen“ gegründet. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und vor allem der Musikkritiker wurden exklusiv für die Vereinsmitglieder Aufführungen realisiert. Und weil die Mittel für ein großes Orchester fehlten, wurden die Werke bearbeitet. In diesem Fall haben das Hanns Eisler, Erwin Stein und Karl Rankl vorgenommen.

    Beim letzten Aulakonzert der Göttinger Kammermusikgesellschaft waren die Vereinsmitglieder ebenfalls anwesend, aber die Öffentlichkeit war zugelassen, und die Musikkritiker ebenfalls – zum Glück! Eingeladen war das „Ensemble Oxalys“ aus Belgien.

    Es ist erstaunlich, welche Klangvielfalt das zehnköpfige Orchester erzeugen kann. Das wurde bereits gleich zu Beginn des Werkes deutlich: zum Tremolo der natürlich nur einfach besetzten Geigen und der Bratsche setzten die Celli mit dem unglaublich lyrischen Thema des ersten Satzes ein. Die Celli? So klang es jedenfalls. Es spielte jedoch „nur“ Amy Norrington mit ihrem Cello, und das mit einem solch satten Ton, dass man mehrfach hingucken musste, ob es wirklich nur ein Instrument war. Szenenapplaus ist bei Konzerten klassischer Musik nicht üblich, angemessen wäre er gewesen. Genauso bei dem entrückend schönen Geigensolo (Shirly Laub) im zweiten Satz. Und nicht minder beeindruckend waren die Bläser mit Nathalie Lefèvre (Klarinette) und Anthony Devriendt (Horn). Wagner-Tuben? Niemand hat sie vermisst! Und was an Klangfarben im Orchester fehlte, wurde mit Klavier und Harmonium ergänzt.

    Durch diese kleine Besetzung wurde der Charakter der Musik von Anton Bruckner besonders deutlich. Die unglaubliche Vielfalt an Melodien ließen die Musik auf die Zuhörer direkt einwirken. Damit ist nichts gegen die Originalversion der Sinfonie gesagt – aber dieses Arrangement hat seinen ganz eigenen Reiz.

    Das setzte sich nach der Pause fort: das Orchester wurde noch etwas vergrößert: Flöte, Oboe, Fagott und Celesta gesellten sich dazu – und natürlich die Mezzosopranistin Christianne Stotijn. Denn auf dem Programm stand nun „Der Abschied“ – der letzte Satz aus dem „Lied von der Erde“ von Gustav Mahler. Diese „Symphonie mit Singstimme“ stellt die Einsamkeit des Menschen in den Mittelpunkt. Die von Mahler ausgewählten Texte chinesischer Lyrik von Hans Bethge waren dabei für den Komponisten eher Mittel zum Zweck: die menschliche Stimme ist eher als Farbe eingebettet in den Orchesterklang zu verstehen.

    Hier wird die durchsichtige Besetzung mit dem Ensemble Oxalys zu einer besonderen Herausforderung, hat Mahler doch nicht nur nahezu kammermusikalische Passagen in seiner Symphonischen Dichtung komponiert, sondern auch kräftige Tutti, gewaltige Ausbrüche und Emotionen. Die Musikerinnen und Musiker setzten diese Effekte gekonnt ein – bis hin zu dem denkwürdigen Schluss.

    Das gleiche gilt für Christianne Stotijn, die ihren Part sehr ausdrucksstark gestaltete. Bisweilen neigte sie zu Übertreibungen, die nicht recht in den Saal passten. Starkes Vibrato und große Schwere waren deplatziert. Angemessener wäre eine saubere Intonation und etwas Textverständlichkeit gewesen, so wie es von Stotijn in den lyrischeren Passagen zu hören war. Während im Orchester die ungeheure Dynamik des Stückes jederzeit gekonnt auf die Besetzungsgröße heruntergebrochen wurde, gelang der Solistin dieses nur streckenweise. Was ihr aber definitiv gelang, waren die Emotionen in Mahlers „Lied von der Erde“ und speziell in diesem letzten Satz „Der Abschied“ zum Ausdruck zu bringen.

    Die sekundenlange Stille nach dem letzten Akkord zeigte die hohe Spannung, die Ensemblemitglieder mit der Sängerin erzeugen konnten.

    Langanhaltender Applaus war der Lohn für diesen denkwürdigen Abend.

    Und wer das „Lied von der Erde“ nicht nur in Gänze, sondern auch in Mahlers Originalfassung hören möchte, dem sei das 1. Konzert im Philharmonischen Zyklus I des Göttinger Symphonie Orchesters empfohlen: am 30. September singen Cécile van de Sant und Norbert Schmittberg unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller in der Göttinger Stadthalle.

    Die Kammermusikgesellschaft startet bereits eine Woche früher in ihre neue Saison. Das Motto lautet dieses Mal „Geliebter Brahms – aus dem großen Reichtum seines Kammermusikwerks“. Den Beginn macht Carolin Widmann (Violine) und Alexander Lonquich (Klavier) am 24. September in der Aula der Universität.

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    Blick von Nikolausberg nach Süden – die Gleichen sind zu sehen; die Stadt liegt direkt vor einem hingegossen; zartes Grün durchzieht den Leinegraben und weiter flussabwärts stünde: Die Eigernordwand.

    So (oder ähnlich) mag es derjenigen ergehen, welche die Große Fuge zum ersten Mal hört. Keine falsche Helden-/Werkverehrung. Und auch keine echte. Aber wahrlich, es ist ein Ton-Trumm, den der gute Ludwig van Beethoven 1825/1826 aufgeschichtet hat.

    Gut besucht ist die Aula am Wilhelmsplatz auch beim vorletzten Konzert der Saison. Eine strenge Türkontrolle hätte das Programm allerdings kaum hereingelassen – die drei Originalkompositionen für Streichquartett haben schließlich mit dem Saisonmotto „Zauberhafte Arrangements“ herzlich wenig zu tun. Des Publikums Schaden war es nicht.

    Die zarte Platzregie der Kammermusikgesellschaft verschafft dem Rezensenten die (sehr angenehme) Möglichkeit, im Laufe der Zeit beinahe jeden Sitzplatz in der Aula akustisch kennenzulernen. Empore, letzte Reihe, Mitte: für Streichquartette in diesem Saal ein beinahe perfekter Platz. Trotz der großen Distanz zum Podium sind selbst allerleiseste Passagen (mit denen das Dover Quartet gottlob nicht spart) sehr gut zu vernehmen. Das Klangideal von Milena Pajaro-van de Stadt an der Bratsche und ihren drei männlichen Kollegen (Joel Link und Bryan Lee an der Violine sowie Camden Shaw am Violoncello) ist hörbar ein sehr homogenes. Phrasierung, Artikulation, Vibrato sind ungewöhnlich stark einander angeglichen, so dass ein Hervortreten aus dem Ensembleklang einem Instrument wirklich nur „gelingt“, wenn die Komposition es vorschreibt. Sowohl bei Mozarts Quartett F-Dur KV 590 als auch bei Samuel Barbers Streichquartett op. 11 (1936) nutzen sie diese Klangvorstellung, um gleichzeitig eine sehr kontrollierte, fast sittsame Interpretation zu liefern. Diese kostet die emotionalen Extrema wohl aus – aber nie bis ins Letzte. Sie lässt freundlich-sprudelnde Notenketten sehr virtuos durch den Raum fliegen – aber nie von der Leine.

    Das ist stimmig. Besonders Barbers zweiter Streichquartettsatz – später als „Adagio für Streicher“ berühmt geworden – profitiert davon ungemein. Dementsprechend lautstark dankt das Publikum bereits zur Konzerthälfte.

    Zwischen 1824 und 1826 schrieb Beethoven die letzten fünf seiner insgesamt 16 Streichquartette. Jenes in B-Dur op. 130 mit seinen sechs Sätzen erklingt heute Abend mit seinem ursprünglichen Finale, der Großen Fuge. Ursprünglich, denn Beethoven komponierte auf Drängen seines Verlegers eines neues Finale. Warum? Die vorherigen Sätze fanden teils Anklang bei der Uraufführung - wie die Fuge ankam, mag ein Zitat aus der „Allgemeine Musikalische Zeitung“ verdeutlichen: „Aber den Sinn des fugirten Finale wagt Ref. nicht zu deuten: für ihn war es unverständlich, wie Chinesisch.“

    Spielt ein Ensemble nun das Quartett op. 130, ist die entscheidende Frage vor dem Einstudieren: mit oder ohne? Heute beantwortet man sie, ziemlich sicher im Sinne des Komponisten, wie das Dover Quartet, d.h. mit Fuge. Wer so kundig, großartig spielend auftritt, wie die Vier an diesem Abend, wird auch das Folgende mit Bedacht und Absicht gewählt haben: die ersten fünf Sätze verbleiben – nun natürlich Beethoven wiedergebend – in jener klassisch-gesitteten Ausdruckswelt der ersten Programmhälfte. Sobald die Fuge beginnt, eröffnet sich schlagartig jedoch ein neuer Ausdrucksraum. Die Akzente hauen in die Aula; die Bandbreite der Lautstärke erhält an beiden Enden neue Bereiche etc.

    Das ist erfreulich – aber leider für uns schwer nachvollziehbar, warum es diesen Bruch gibt. Das Außergewöhnliche der Fuge braucht nicht extra betont zu werden. Im Gegenteil hätten wir uns bereits das ganze Quartett mit dem Mut der Fuge gewünscht. - Was keinesfalls heißen soll, dass die Interpretation irgendwelche Mängel oder Fehler aufgewiesen hätte!

    Das Verschmelzen der vielen Takt- und Tempowechsel im ersten Satz gelingt grandios. Das wehmütige zweite Thema im Cello so traumschön, dass man auf das strahlende Ende der Coda hofft. Das strahlt auch; doch mit jener Zurückhaltung, der es hier besser(?) gemangelt hätte. Die Cavatina, der fünfte Satz, funkelt in der Lesart des Quartetts vielleicht am intensivsten. Hier verleiht die Noblesse der Darbietung dem Sehnsüchtigen der Melodie noch größeren Nachdruck. Der koboldhafte zweite Satz ist in der Lautstärkedisposition vorzüglich angelegt, doch das Exaltierte, Bedrohliche in den Begleitstimmen, wenn sie die erste Geige beinahe zu Tode hetzen, fehlt. Dem Alla danza tedesca geht in den Nichtmelodiestimmen die ätherische, schwebende Wirkung ein wenig ab und so wirkt der Satz wie ein „Deutscher“ (d.i. Walzervorläufer), statt wie eine geläuterte, gereinigte Version davon.

    Applaus wird es nach den Schlusstönen der Fuge zu Recht überreichlich geben. Dem „wie Chinesisch“ begegnet man im Publikum obschon: Wenn gut sieben, acht Minuten mit der Fuge ins Land gezogen sind, schaut manche doch auf den Programmzettel… das ist nicht Schönberg, oder?... Obwohl uns der Interpretationsbruch nicht stimmig erscheint, ist die Fuge ganz famos gespielt. Und wenn sich das größte Gewirr mit dem Allegro molto e con brio verzogen hat, kommt der beste Teil des Abends: Das zweite Meno mosso – in dem die Musik wie in Glas gegossen klingt. Zwei der großartigsten Minuten meiner Konzerthörervita.

    Die Zugabe nimmt das Saisonmotto schließlich doch noch auf – Duke Ellingtons „In a Sentimental Mood“, für Streichquartett gesetzt.

    DOVER QUARTET
    Joel Link und Bryan Lee – Violine
    Milena Pajaro-van de Stadt – Viola
    Camden Shaw - Violoncello

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