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Dienstag, 07 November 2017 08:16

Jubiläumskonzert mit „Corda e vento“ in St. Jacobi

geschrieben von Arne zur Nieden

Corda e vento zu Gast in St. Jacobi Göttingen - Jubiläumskonzert am 10. November 2017 um 18 Uhr.

Am 10. November 1402 wurde in St. Jacobi der wertvolle Wandelaltar eingeweiht. Aus diesem Anlass gibt es nicht nur seit der 600-Jahr-Feier 2002 jährlich Konzerte, die an diesen Anlass erinnern, auch die St. Jacobi-Stiftung wurde an einem 10. November gegründet.

Zu diesem Anlass gibt das Göttinger Ensemble Corda e vento ein Jubiläumskonzert. Elke Hardegen-Düker (Blockflöten) und Andreas Düker (Lauten) spielen Werke der Jubilare Georg Philipp Telemann (250. Todestag) und Claudio Monteverdi (450. Geburtstag).
Karten sind im Vorverkauf bei Musikalien Nota Bene erhältlich sowie an der Abendkasse. Studierende der Universtität Göttingen mit Kulturticket erhalten an der Abendkasse kostenlosen Eintritt.

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    Die Barockkomponisten waren eher da, witzelt Andreas Düker, der das Konzert in der Reihe seiner „Saitenwechsel“ diesmal unter das Motto „Barock meets Pop“ gestellt hat. Aber die Ähnlichkeiten sind schon frappierend, auf die sich Düker mit Anke Schmidt-Weißer (Blockflöte) und Jörg Ulrich Krah am Violoncello in den gemeinsamen Arrangements verständigt. Vor allem, weil dabei auch ein kleines Augenzwinkern mit im Spiel ist, das die Jahrhunderte zwischen Pop Und Barock einfach verblassen lässt. Die alten Meister machten schließlich keinen Unterschied zwischen U- und E-Musik, wenn sie höfische Feierlichkeiten und Gelage musikalisch bei Laune hielten. Getanzt wurde auch bei Händel und Gabrielli, vermutlich sogar bei Bach. Nur dass eben anders als bei Hits wie „A whiter Shade of Pale“ von „Procol Harum“ damals noch keine Feuerzeuge kreisten und Bachs „Air“ ebenso von Kerzenlicht illuminiert wurde wie sein Präludium c-Moll, das sich jetzt ganz entspannt mit dem latin groove von Consuleo Velasquez „Besame Mucho“ arrangiert.

    Das Publikum swingt innerlich mit, wenn die Laute ihre swingenden Akzente setzt und daran erinnert, dass die historisch informierten Aufführungspraxis bei Händel und seinen Zeitgenossen auch mit den Geboten von Rhythmus, Takt und Timing immer wieder in beschwingende Regionen vordrang.

    Man kann natürlich jetzt rätseln, ob die Beatles bei „Penny Lane“ zuvor ein ganz klein bisschen in Händels Allegro aus seiner Sonate HWV 369 hinein gelauscht haben, weil die harmonischen Strukturen so wunderbar harmonieren. Das ließe sich auch von Roland Kirk und seiner „serenade to a Cuckoo“ behaupten, so wie sie sich jetzt mit Gottfried Fingers Komposition „a ground“ arrangiert. Aber da verhält es sich wie mit dem Rad, das eben nicht neu erfunden werden muss und sich trotzdem immer wieder anders dreht. In diesem Fall ist es ein wunderbar grooviges Cello, das jedem Kontrabass die Show stehlen würde mit diesen wunderbar gesättigten Schwingungen und dieser absteigenden Basslinie, die Popkomponisten genauso schätzten wie die barocken Entertainer.

    Mit Laute, Cello und Blockflöte unterwandern die drei Musiker auch gern die historische Chronologie und switchen einfach zwischen den Kompositionen. Dann klingt der Beatles Hit erneut an, als ob ihn Händel in seiner Sonate wie einen musikalischen Verwandten zitiert.
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    Doles (1715-1797) erklärte jedoch seinen Gegenentwurf zum Musikverständnis seines Lehrers Bach: Kirchenmusik soll das Herz berühren und Gefühle im Hörer auslösen. Und wenn man nun dem Ratschlag von Arne zur Nieden im Programmheft folgte, nämlich „Bach für 20 Minuten zu vergessen“, war die Intention Doles‘ tatsächlich zu spüren: gefühlvoll und ausdrucksstark interpretierte Kantor Stefan Kordes den Psalm „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Chor und Orchester ließ er klingen, er spannte Bögen und entfaltete somit die Wirkung dieser Musik.

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    Begonnen hatte der Abend mit der Kantate „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“. Sie erklang im Rahmen der Reihe „Bach-Kantaten zu Luther-Liedern“. Und diese Kantate hatte es Stefan Kordes sehr angetan. „Eine kleine Matthäuspassion“ erläuterte er – und meinte die Besonderheit dieser Kantate: Bach gestaltete einen groß angelegten und sehr bewegten Eingangschor, in dem neben dem Chor die Oboe und die Querflöte solistisch auftreten. Leider waren Chor, Orchester und Dirigent zu Beginn des Konzertes noch nicht exakt aufeinander eingespielt. Zum Teil klapperte es bedenklich zwischen den Ensemblegruppen. Das legte sich aber schnell. Auch lagen Kordes die „romantischen pianissimo-Passagen“ in der Kantate besonders am Herzen, wie er im Programmheft verriet. Diese pianissimo-Passagen sorgten jedoch dafür, dass der 40köpfige Kammerchor St. Jacobi bisweilen sich nicht recht durchzusetzen vermochte. Dass er dazu durchaus in der Lage ist, war beim anschließenden Psalm von Johann Friedrich Doles zu hören.

    Das Göttinger Barockorchester mit seinem Konzertmeister Henning Vater war im gesamten Verlauf des Konzertes mehr als ein zuverlässiger Begleiter: vor allem bei der Musik vor der Pause konnten die Stimmgruppen wunderbare eigene Akzente setzen, besonders genannt seien hier die Flöte, die Oboe und die Trompetengruppe. Nach der Pause erklang die „Missa Divi Xaverii“ von Jan Dismas Zelenka. Chor und Orchester hielten die Konzentration bewundernswert aufrecht. Allein die etwas gefällige Musik Zelenkas zog sich ein wenig hin.

    Umso schöner, dass der Bach-Satz „Nun ist das Heil“ als Zugabe noch einmal gegeben wurde. Derart beschwingt entließen der Kammerchor St. Jacobi, das Göttinger Barockorchester und Stefan Kordes das Publikum in den Sonntagabend.

    Der Kammerchor St. Jacobi ist gemeinsam mit der Kantorei St. Jacobi am 14. Mai während der Internationalen Händel-Festspiele zu hören. Um 18 Uhr erklingt in der Johanniskirche Händels Oratorium "Israel in Egypt" unter dem Dirigat von Stefan Kordes. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Ticketkauf finden Sie hier im Kulturbüro Göttingen.

    Das Göttinger Barockorchester ist bereits am Montag, den 6. März um 19.30 Uhr zu hören. Unter der Leitung von Antonius Adamske erklingen in der St. Pauluskirche unter anderem die drei Bass-Solokantaten von Johann Sebastian Bach. Die Solopartie singt Henryk Böhm. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Ticketkauf finden Sie hier im Kulturbüro Göttingen.

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    Am Freitag, 3. März um 18 Uhr beginnen die diesjährigen Konzerte der beliebten Reihe „30 Minuten Orgelmusik“ in St. Jacobi. 

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    Die Eröffnung gestalten Landessuperintendent Gorka und Stefan Kordes mit „Nun freut Euch, lieben Christen gmein“. Am Freitag, 10. März, 18 Uhr, folgt eine Kammermusik im Gemeindesaal mit Dmitri Feinschmidt (GSO), Violine und Stefan Kordes. Sie werden neben einer Beethoven-Sonate die sogenannte FAE-Sonate spielen, eine Gemeinschaftskomposition von Johannes Brahms, Robert Schumann und Albert Dietrich.

    Alle Termine finden Sie unter www.jacobikantorei.de und natürlich hier online im Kulturbüro Göttingen.

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    Ludwig XIV zelebrierte seine Herrschaft sehr verschwenderisch und mit viel Prunk. Dafür schröpfte er vor allem seine Untertanen. Dienstbar produktiv für die zahlreichen festlichen Gelage am Hofe von Versailles hatten allerdings auch die Musiker zu sein, deren Kompositionen die Ära des Sonnenkönigs klangvoll prägten. Seine besondere Gunst genossen Komponisten wie Marin Marais, Robert de Visée, Antoine Fourqueray und Monsieur de Sainte-Colombe, die so auch der Viola da Gamba zu einem goldenen Zeitalter verhalfen. Ihnen widmete sich das Auftaktkonzert in der Reihe der Saitenwechsel im Parthenonsaal des Archäologischen Institutes.

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    Düker & Boehncke spielen Kolbe & Illenberger

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