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Sonntag, 29 Oktober 2017 12:03

Klänge der Romantik

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Dirigentin Anja Bihlmaier mit Musikern des Göttinger Symphonie Orchesters in der Stadthalle Dirigentin Anja Bihlmaier mit Musikern des Göttinger Symphonie Orchesters in der Stadthalle © Photo: Goos

Klarinettist Dimitri Ahkenazy und das Göttinger Symponie Orchester unter der Leitung von Anja Bihlmaier

Diejenigen, die sich am Freitag in der bis auf wenige Plätze gefüllten Stadthalle eingefunden hatten, erwartete musikalisch wie atmosphärisch ein durch und durch vollkommener Abend.

Unter der Leitung von Dirigentin Anja Bihlmaier präsentierte das Göttinger Symphonieorchester Stücke aus der Epoche der Romantik, in der man sich von den bisherigen Strukturen und Traditionen der Klassik verabschiedete und die ganz im Zeichen des Gefühlvollen stand. Dieser Wechsel mit seinen charakteristischen musikalischen Motiven kam an diesem Abend durch die musikalische Auswahl sehr intensiv zum Ausdruck: beginnend mit Carl Maria von Webers Ouvertüre zu seiner Oper „Oberon“, gefolgt vom Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 3 von Robert Stark bis zu Antonín Leopold Dvořáks 7. Symphonie.

Die Stücke geleiteten die Anwesenden durch alle musikalischen Abschnitte der Romantik: von den fröhlichen Horn- und Streichsequenzen Webers im Wechsel, mit charakteristischen Bläser- und Streicherstakkati, voller Anmut und Sanftmut, zu einem ersten Höhepunkt mit dem Konzert Nr. 3 von Robert Stark, das durch Dimitri Ashkenazy an der Soloklarinette eine unglaubliche Tiefe entwickelte und den Wechsel von Leichtigkeit und Dramaturgie widerspiegelte. Einen erfüllenden Abschluss und einen weiteren Höhepunkt fand der Abend mit der Musik von Antonín Leopold Dvořák, in der sich ebenso alle Klangebenen, voller Euphorie und Leidenschaft, vor allem durch den Einsatz von Streichern, Flöten und Posaunen, miteinander vereinten und in einem grandiosen Finale gipfelten.

Eine besondere Intensität entfaltete an diesem Abend insbesondere der Einsatz der Soloklarinette in Starks Konzert und die hinreißende Art des Spielens. Die Klarinette, eines der ausdrucksstärksten Instrumente, die unglaublich facettenreiche Klangfarben und zahlreiche Gefühlsebenen verinnerlicht, was sich besonders auch an diesem Abend durch Dimitri Ashkenazys Können zeigte. Der Klarinettist war selbst auf das in Vergessenheit geratene Konzert gestoßen und erweckt es seither mit seinem Spiel zu neuer Bekanntheit. Er faszinierte mit langsamen, sanften Klängen und ließ seine Finger dann wieder mit spielerischer Leichtigkeit über die Tasten tanzen. Die Begeisterung des Publikums führte nach großem Applaus zu einer außergewöhnlichen Zugabe, bei der in anerkennender Stille, nicht nur die Zuhörer, sondern das ganze Orchester, einzig den zarten, reinen Klängen der Klarinette lauschten.

Zum Gelingen dieses Konzertabends trug insbesondere auch Anja Bihlmaier bei. Die Dirigentin leitete das Orchester mit einer beeindruckenden Präzision und begeisterte zugleich mit ihrer ausdrucksstarken Präsenz den ganzen Saal. Aus ihrer Art des Dirigierens sprechen Faszination und Leidenschaft für jede einzelne Note. Gemeinsam mit Ashkenazy begegneten sich zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten, die im Zusammenwirken mit dem Göttinger Symphonieorchester hervorragend miteinander harmonierten und die musikalische Stimmung der Romantik erlebbar machten. Die große Begeisterung des Publikums zeigte sich durch besonders lang anhaltenden Applaus.

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