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Montag, 23 Oktober 2017 10:12

Barbara – das ist Katharina Brehl. Katharina Brehl – das ist Barbara

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Katharina Brehl als Barbara im Jungen Theater Katharina Brehl als Barbara im Jungen Theater © Photo: Dorothea Heise)

Uraufführung „Barbara. Gegen das Vergessen“ von Peter Christoph Grünberg im Jungen Theater

Irgendwann in einem Hotel in Paris treffen sich ein junger Mann aus Göttingen und die Sängerin Monique Andrée Serf alias Barbara (Katharina Brehl). Der junge Mann (Karsten Zinser) wartet mit einem Strauß roter Rosen auf eine alte Freundin. Beide kennen sich nicht – aber Barbaras längst berühmt gewordenes Göttingen-Lied verbindet beide, wie nach und nach herauskommt.

Peter Christoph Grünberg lässt in der Uraufführung seines Theaterstückes „Barbara. Gegen das Vergessen“ ausgerechnet seinen Ensemble-Kollegen Karsten Zinser behaupten, dass dieser keine Chansons möge. Karsten Zinser – der viel auf der Bühne singt und großartige Chanson-Abende im Jungen Theater gestaltet hat. Heute Abend ist er der etwas linkische junge Mann, der unbeholfen mit den Blumen und mit der Künstlerin umgeht. Erst spät bemerkt er, wen er da vor sich hat.

Grünberg hat mit dieser Story einen Rahmen geschaffen, in dem er die Geschichte mit Barbara und Göttingen, mit dem Jungen Theater und Gunther Klein, mit Deutschland und Frankreich erzählen kann. Das Schöne an diesem Abend ist: Grünberg lässt sich Zeit damit, auch in der Inszenierung, die Grünberg ebenfalls übernommen hat. So entsteht die Poesie dieser Inszenierung. Die Figuren des jungen Mannes und der Barbara haben Zeit, sich zu entwickeln. Es tut nicht nur an einem Theaterabend gut, einmal kein Dauerfeuer an Effekten oder Dialogen zu erleben. Und es passt gut zum Genre des Chansons, der ebenfalls eher unaufgeregt ist.

Unaufgeregt ist auch das Spiel von Jan Reinartz, der das Ensemble ergänzt, der mal als Kellner, mal als Gunther Klein und mal als Reporter fungierte.

Geschickt nutzt Grünberg die von Judith Mähler gestaltete Bühne und schafft mal intime Situationen und mal große Momente; ohne weitere Umbauten ist einmal das Hotelfoyer und einmal die Bühne mit Klavier für Barbara zu sehen.

Barbara – das ist Katharina Brehl. Katharina Brehl – das ist Barbara. Wenn diese begabte Schauspielerin so weitermacht, wird ihr nicht nur Göttingen zu Füßen liegen, wie es bei der Premiere der Uraufführung der Fall war. Erst beim Schlussapplaus und bei der Premierenfeier konnte man spüren, was für ein hartes Stück Arbeit es für Brehl war, sich der Person Barbara anzunähern. Während der Premiere war von dieser Anstrengung nur wenig zu spüren: Brehl war die kleine Diva, die Barbara wohl auch gewesen ist. Launisch, nachdenklich, verführerisch, zickig – es war eine Wonne, ihr bei ihrem Spiel zuzusehen. Und natürlich zuzuhören. Sie erstarrte nicht in Ehrfurcht vor der großen französischen Chansoniere, vielmehr entdeckte sie „ihre“ Barbara in sich. Und das war gut so!

Auf dem Weg zu ihrer Barbara hat sie Steffen Ramswig als Pianist begleitet. Auf dem funkelnagelneuen „Flügel“ nahm er Brehl an die Hand und führte sie sanft durch die Chansons. Sie und Karsten Zinser konnten so die Lieder Barbaras und anderen (großartig „Nicht in meinem Namen“ von Bodo Wartke mit Karsten Zinser!) auf die Bühne in der Bühne bringen.

Entstanden ist ein sehr poetischer Abend, der vom Publikum minutenlang mit Standing Ovations gefeiert wurde. Es ist dem Theater und auch Göttingen zu wünschen, dass sich diese Inszenierung lange im Spielplan hält. „Damit die Menschen nicht vergessen … und sich die Leute erinnern. … Früher oder später wird es eine Zeit geben, wo die Gefahr, dass alles auseinanderbricht, größer denn je ist… und so lange diese Gefahr besteht, werde ich weiter singen. Muss ich weiter singen.“ (Barbara)

Barbara. Gegen das Vergessen.
Schauspiel mit Live-Musik von Peter Christoph Grünberg.

Premiere am 21. Oktober 2017
weitere Vorstellungen am 24.10., 28.10 ,10.11., 24.11., 9.12., 14.12. und 30.12. jeweils um 20 Uhr im Jungen Theater Göttingen.

Letzte Änderung am Montag, 23 Oktober 2017 10:22

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