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Freitag, 22 September 2017 21:40

Kollektive Session zu siebt

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Der „Wörtertriathlon“ im Stadion in der Speckstraße Der „Wörtertriathlon“ im Stadion in der Speckstraße © Photo: Henrik Tom Dieck

„Wörtertriathlon“ im „Stadion in der Speckstraße“

Der „Wörtertriathlon“ in Göttingen ging am gestrigen Abend in die siebte Runde. Sieben Künstlern wurde für jeweils etwa 11 Minuten und 23 Sekunden die Bühne geöffnet und die Möglichkeit gegeben, in eigens gewählter Kunstform das Publikum zu begeistern. Ob gesprochenes Wort, Gesang, musikalisch Untermaltes oder gerappte Darbietungen – alle Ausdrucksformen sind auf der Bühne des Wörtertriathlons erlaubt, um gemeinsam einen wettbewerbsfreien, vielfältigen bunten Abend zu gestalten.

Eröffnet wurde die Bühne von Jannes Schreiber (Frontsänger der Band Tom Schreibers Blume) und dem Pianisten Christian Giersig, die in einer Mischung eigenen Stücken und Coverversionen einen angenehmen Einstieg in den Abend ermöglichten. Gefolgt wurden diese von der Berliner Poetry Slammerin Julia Dorsch, welche nicht nur mit ihrem Slam-Text auf eine wortgewandte Traumreise über die Spannungen einer Person in einer Leistungsgesellschaft entführte, sondern auch mit zwei Kurzlyrikblocks mit detailreichen und sensitiven Texten überzeugte.Als dritter Künstler des Abends präsentierte der „Evergreen des Göttinger Wörtertriathlons“ eine eigens etwas abgewandelte Form des Pecha-Kuchas. Hierbei präsentierte er „Fakten“ über Irland, vorgetragen mit bildlicher Untermalung. Als letzter Vortragender vor der kurzen Pause zeigte der Poetry Slammer Florian Wintels aus Paderborn sein Können. Mit viel Witz und dennoch subtil spürbarer Ernsthaftigkeit präsentierte er seinen Slam-Text „Der Versager“, der trotz seiner ironischen Art eine traurige und wichtige Botschaft überbrachte, sowie ein „Gute Nacht Märchen“ über den Wald, der auf charmant humoristische Weise den Klimawandel und den gesellschaftlichen Umgang damit kritisierte.

Nach kurzer Pause bot Immo Bahns, der Hamburger Frontsänger der Band Bellakrux, einen starken erneuten Einstieg ins Programm. Mit Gitarre und Gesang sprach er in drei gefühlvollen Liedern Themen aus dem eigenen Leben, dem Leben eines jeden Künstlers und dem Leben eines jeden Menschen an und überzeugte mit einer sicheren Bühnenperformance. Musikalisch ging es weiter mit dem jungen Künstler Controverse, der in Rap und Funkgesang mit Wortgewandtheit das Publikum begeisterte. Als fließender Übergang zur letzten Künstlerin des Abends präsentierte Controverse gemeinsam mit der Musikerin Luzy ein Abschiedslied der Band Tom Schreibers Blume. Als starker Abschluss bot Luzy mit ihrer einmaligen Stimme und Klavier- oder Gitarrenbegleitung ein gefühlvolles, überzeugendes Programm aus eigenen Songs.

Durch das Programm des Abends führte mit viel Wortwitz ein junger Moderator, der mit seiner lockeren Art die angenehme Atmosphäre unterstützte und sehr gut in die Location des „Stadions an der Speckstraße“ passte. Dieses schien geradezu prädestiniert für eine solche kollektive musische Veranstaltung. Die Nähe zum Bühnenraum ermöglichte eine persönliche Atmosphäre und eine Erreichbarkeit, die die Distanz zwischen Künstlern und Publikum angenehm verkleinerte.

Im Anschluss an den Abend fand eine kollektive Jamsession statt, bei der alle teilnehmenden Künstler, sowie das Publikum gemeinsam dazu eingeladen waren den vielfältigen Abend weiter künstlerisch zu bereichern.

Fazit: Diese Veranstaltung ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn nicht sogar für jeden Künstler, der gemeinsamen Projekten nicht abgeneigt ist, ein absolutes Muss. Aber auch „reine Konsumenten“ haben hier garantiert die Möglichkeit ein tolles und abwechslungsreiches Programm zu genießen.

 

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