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Sonntag, 17 September 2017 08:27

Tanzbare Sentimentalität

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The XX beim diesjährigen NDR 2 Soundcheck Festival in Göttingen The XX beim diesjährigen NDR 2 Soundcheck Festival in Göttingen Photo: Hmida

Indierock mit The xx beim Soundcheck-Festival

Wie man das Beste aus einer Stunde Spielzeit herausholt, zeigte die britische Indierock-Gruppe The xx, welche am vergangenen Freitag im Rahmen des diesjährigen NDR 2 Soundcheck Neue Musik Festivals in der Göttinger Stadthalle auftrat. Besonders bemerkenswert war dabei aber nicht nur der sanft klingende Duettgesang von Romy Madley Croft und Oliver Sim, sondern auch der Einsatz von Jamie Smith, der den Sound mit seiner Drum Machine um weitere Ebenen ergänzte, ihn gar sphärisch erklingen ließ.

Schon die ersten Takte des unverwechselbaren „Intro“ löste begeisterten Jubel und tobenden Applaus aus. Das folgende Set bildete einen interessanten Mix aus nachdenklichen Liedtexten und einer sowohl zeitgemäß als auch individuell klingenden musikalischen Begleitung. Die Stimmung der Songs changierte dabei von einem sentimentalen Grundton wie in dem mit zarten Xylophonklängen beginnenden „VCR“ zu einem deutlich hoffnungsvollen wie in „Islands“. „Crystalised“ kam wiederum eher lässig daher, während „Fiction“ düsterer anmutete. Das Lied „Performance“, welches minimalistisch instrumentiert war und größtenteils von Romys Stimme getragen wurde, zeugte außerdem von einer ungemeinen Fragilität.

Mehrmals betonte die Sängerin zwischen den Songs, wie sehr die Gruppe jede einzelne Zuschauerin und jeden einzelnen Zuschauer in der Halle wertschätzt. Unabhängig davon, ob sie sich in den vorderen Rängen, weiter hinten oder an den Seiten befinden, bestätigte Romy ihnen, dass sie ein „brillantes Publikum“ seien. Oliver bat später um mehr Licht, um das Publikum besser zu betrachten und dem Gefühl der Anonymität entgegenwirken zu können. Kleinere Dinge wie ein Dankeschön auf Deutsch und die Tatsache, dass sie sich den Namen des Veranstalters NDR 2 nochmal niedergeschrieben haben, damit sie ihnen auch anständig danken können, festigten schließlich ihr Bild einer bodenständigen Band.

Abschließend verkündete die Gruppe, dass sie besonders den Teil eines Konzertes liebt, in dem ihre Musik zum Tanzen anregt, woraufhin das letzte Drittel des Sets auch deutlich Beat-lastiger wurde. Hier führten vor allem „On Hold“ aus dem aktuellen Album I see you an, aber auch das hymnische „Loud Places“, welches aus Jamies Solo-Projekt als Jamie XX stammt. Komplettiert wurde dieser Part durch neue Remixe von einigen ihrer älteren Songs. Spätestens zum Ende des Konzertes wurde eine Sache klar: Niemand vermag es, Sentimentalität auf die gleiche Weise tanzbar zu machen wie The xx.

 

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