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Mittwoch, 05 Juli 2017 09:40

Hoffnung auf neue Möglichkeiten

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Sonidos de la Tierra Sonidos de la Tierra Photo: Hösl, St. Michael

Sonidos de la Tierra – Klänge der Erde in der Pfarrei St. Michael

Nachdem sie bereits in der Schweiz für große Begeisterung gesorgt haben sind die Sonidos de la Tierra nun vom 30. Juni bis zum 7. Juli 2017 mit ihrer Mischung aus europäischem Barock und den traditionellen Klängen der Musik aus Paraguay auf Deutschland-Tournee. Das aus 21 jungen Menschen bestehende Orchester ruft unter der Leitung Luis Szaráns die Erinnerung an die Musik der Jesuiten hervor, die im 17. Jahrhundert zahlreiche Siedlungen (sogenannte „Jesuitenreduktionen“) für die indigenen Völker in Paraguay errichteten.

Das Projekt, das 2002 von Szarán ins Leben gerufen wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, besonders den jungen Menschen aus prekären Verhältnissen neue Perspektiven zu bieten. In Zusammenarbeit mit der Jesuitenmission wird daran gearbeitet, Instrumente, Schulen und Lehrer zu organisieren und den Jugendlichen durch das gemeinschaftliche Musizieren neue Anreize abseits von Armut und Perspektivlosigkeit zu bieten.

Die Musik des Abends fing zunächst mit traditionellen Stücken aus dem 17. Jahrhundert, der Zeit des Jesuitenbarocks, an. Unter dem Titel „La Voz de Dios en las Selvas del Paraguay“ (auf Deutsch: „Die Stimme Gottes im Dschungel von Paraguay) wurden im ersten Abschnitt kurze Stücke unter anderem von den Jesuiten Domenico Zipoli und Martin Schmid gespielt.

Den einzelnen Musikern wurde vom Dirigenten Luis Szarán viel Raum gegeben. Besonders der 16-jährige Juan konnte mit seinem präzisen Spiel an der Querflöte die Menge begeistern. Aber auch die gekonnte Stimmführung des Chors, sowie das Minuetto für zwei Violinen bleiben als starke Eindrücke im Kopf. Sogar zwei Premieren wurden gespielt. Erst kürzlich wurden einige bisher unbekannte Stücke von Martin Schmid in einer der Siedlungen gefunden und an diesem Abend erstmalig aufgeführt.

Im zweiten Teil des Abends lag der Schwerpunkt dann auf der paraguayischen Folklore. Unter dem Titel „Herencia Musical de las Reducciones Jesuiticas“ („Das musikalische Erbe der Jesuiten-Reduktionen“) wurde die Musik zeitgenössischer Komponisten aus dem 20. Jahrhundert gespielt.

Der Höhepunkt des Abends war sicherlich die 18-jährige Eva, deren virtuoses Spiel an Paraguays Nationalinstrument, der Harfe, für tosenden Jubel und Applaus sorgte. Mit viel Fingerspitzengefühl legte sie die Weichen für den zweiten Teil des Abends, der von vielen heiteren, tanzbaren Rhythmen geprägt war. Man sah sowohl den Musizierenden, als auch dem Publikum ihre Freude an der Musik deutlich an. Eine Einladung zum Mitklatschen wurde von vielen Besuchern begeistert angenommen. Nach einer lebhaften Zugabe endete der Abend schließlich.

Sowohl für die Musiker als auch für das Publikum war der Abend ein voller Erfolg. Ihr Talent konnten die Musiker bei dieser Aufführung definitiv beweisen. In Europa auf Tour sein zu können, ist für viele der jungen Menschen ein Traum und gibt ihnen Hoffnung auf neue Möglichkeiten, sowohl auf musikalischer, als auch auf persönlicher Ebene. Bleibt nur noch, ihnen alles Gute zu wünschen, auf dass die Musik der Klänge der Erde auch in der restlichen Welt auf so viel Resonanz stoßen wie in Göttingen!

 

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