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Montag, 03 Juli 2017 10:05

25 Jahre jung - Jubiläumskonzert des Göttinger Universitätsorchesters

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Das Universitätsorchester in der Göttinger Aula Das Universitätsorchester in der Göttinger Aula Photo: © Widemann

Das Göttinger Universitätsorchester unter Ingolf Helm spielte Beethoven, Grieg und Brahms

1992 war das vom Akademischen Musikdirektor Ingolf Helm ein Jahr zuvor gegründete Studentenorchester auf sinfonischen Stärke angewachsen. Daher wurde das 25. Jubiläum des inzwischen unter dem Namen Göttinger Universitätsorchester bekannten Klangkörpers ins Jahr 2017 datiert. Längst sind viele der Musizierenden jünger als der Jubilar, aber das macht ja den Charme eines überwiegend aus Studierenden bestehenden Orchesters aus: die Förderung junger Talente und die Möglichkeit für die aus allen Fachbereichen stammenden Studierenden, große sinfonische Werke einzustudieren und gemeinsam aufzuführen. Dies sind die Grundlagen der Arbeit der universitären Musikpflege.

Das betonte auch der Vizepräsident der Georgia Augusta, Professor Ulf Diederichsen, in seinem Grußwort. Gemeinsam mit dem ebenfalls von Ingolf Helm geleiteten Göttinger Universitätschor hat das Orchester neben vielen sinfonischen Werken zahlreiche Oratorien aufgeführt. Zweimal im Semester gestalten die Ensembles auch die Universitätsgottesdienste musikalisch, denn der Akademische Musikdirektor ist auch der verantwortliche Kirchenmusiker in St. Nikolai. So konnten in den 25 Jahren mehr als hundert Bachkantaten erklingen. Für den Beirat des Orchesters sprach Miriam Pilatzki zum Jubiläum und nutze die Gelegenheit, der Cellistin Kristina Heide, die seit Gründung des Orchesters dabei ist und somit ebenfalls 25jähriges Jubiläum feiert, zu danken und zu gratulieren. Sie wies auch auf die weiteren Aspekte des akademischen Musizierens hin: immer wieder finden Erasmus-Stipendiatinnen und -Stipendiaten und andere ausländische Studierende den Weg ins Orchester und bekommen ebenso wie die vielen Erstsemester schnell Anschluss. Auch der Ausgleich zum Studium und die gemeinsame Geselligkeit nach den Proben waren eine Erwähnung wert.

Auf dem Programm für das Jubiläumskonzert standen drei anspruchsvolle und bekannte Werke: die Leonore-Ouvertüre Nr. 3 von Ludwig van Beethoven, die Peer Gynt Suite Nr. 1 von Edvard Grieg und zum Abschluss die Sinfonie Nr. 1 von Johannes Brahms. Alle drei Werke fordern sowohl von den Streichern, als auch von Holz- und Blechbläsern hohes technisches Können. Immer wieder waren solistische Passagen gefordert und wurden mit großem Bravour gemeistert: Der Konzertmeister Max Müller-Reiter konnte in der Brahms-Sinfonie brillieren und in der Peer Gynt Suite waren insbesondere die Holzbläser gefordert. Das Zusammenspiel der verschiedenen Streichergruppen und die Reaktion auf das Dirigat war beeindruckend. Endete die Leonoren-Ouvertüre mit geradezu halsbrecherischen Passagen für die Streicher, so setzte Ingolf Helm in der Peer Gynt Suite eher auf ruhige Tempi - so konnten sich die lyrischen Passagen gut entfalten und das Orchester nutze die Chance, klangschön und gut aufeinander eingespielt zu musizieren.

Im zweiten Teil des Konzerts stand die Brahms-Sinfonie auf dem Programm. Der treibende Rhythmus der Pauke setzte den ersten Satz in Gang. Die Komplexität der Sätze wurde schön herausgearbeitet und immer wieder schuf Helms Interpretation des Werks interessante Ein- und Ausblicke. Bei den Konzerten des Universitätsorchesters sind nicht nur die Musizierenden jung, sondern auch das Publikum. Und so ist unbedingt auch der Cellist Caspar de Boor zu nennen, der die drei Werkeinführungen im Programmheft verfasst hat und sich dabei in Stil und Inhalt bewusst an dieses junge und nicht unbedingt konzerterfahrende Publikum wendet. Das Publikum war begeistert von den beeindruckenden musikalischen Leistungen der jungen Musizierenden und bedankte sich mit langanhaltendem Applaus.

Letzte Änderung am Montag, 03 Juli 2017 10:19

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