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Sonntag, 25 Juni 2017 13:11

Ausgezeichnetes Konzert der AOV

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Die Akademische Orchestervereinigung mit Niklas Hoffmann Die Akademische Orchestervereinigung mit Niklas Hoffmann © Photo: Wortmann

Die Akademische Orchestervereinigung mit der Pianistin Franzsika Glemser und dem Dirigenten Niklas Hoffmann

Schon vor Beginn des Semesterkonzertes der Akademischen Orchestervereinigung (AOV) war klar, dass dies ein ausgezeichnetes Konzert wird. Denn bevor die ersten Töne in der Aula der Universität erklangen, ergriff Bürgermeister Ulrich Holefleisch das Wort – stellvertretend für den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der erst wenige Tage zuvor am selben Ort zu Gast war. Zum 111. Jubiläum zeichnete der Bundespräsident die AOV mit der PRO-MUSICA-Plakette aus. Die PRO MUSICA-Plakette wurde im Jahre 1968 durch Bundespräsident Heinrich Lübke als Auszeichnung für Vereinigungen von Musikliebhabern gestiftet, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens und damit um die Förderung kulturellen Lebens erworben haben. Holefleisch erinnerte an die bedeutende Geschichte der AOV und hob insbesondere die Mitwirkung der AOV an den ersten Händel-Festspielen in den 1920er Jahren hervor. Stolz nahm der Vorsitzende der AOV Jakob Deller die Glückwünsche und die Plakette entgegen.

Erst nach dieser Ehrung betrat der Dirigent Niklas Hoffmann den Saal und eröffnete sein letztes Konzert mit diesem Orchester. Erst seit 2015 ist er der künstlerische Leiter der AOV – und springt von hier aus gleich in die „erste Liga“: Hoffmann gewann im November 2016 den internationalen Donatella-Flick-Dirigier-Wettbewerb des London Symphony Orchestra. Damit hat er die Möglichkeit für ein Jahr als „Assistant Conductor“ bei Proben und Konzerten des LSO mitzuwirken.

Hoffmann eröffnete den Abend mit der Mozart-Ouvertüre zur „Hochzeit des Figaro“. Er zauberte aus dem Orchester mozartsche Leichtigkeit. Insbesondere der Einstieg war sehr gelungen – ein Extralob geht hier an die Fagotte.

Franziska Glemser übernahm den Klavierpart im folgenden Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur von Ludwig van Beethoven. Diesen gestaltete sie sehr virtuos. Glemser kostete die Möglichkeiten des großen Steinway-Flügels in der Aula voll aus: sowohl die energischen Themen im ersten Satz als auch im lyrischen zweiten Satz. Lediglich bei einigen Passagen geriet der Anschlag vor allem im Diskant etwas hart. Im dritten Satz konnte das Orchester seine Zurückhaltung ablegen. Beethoven ließ die Themen des Klavieres vom Orchester aufgreifen. Fulminant endet das Konzert – entsprechend fulminant brandete der Applaus auf. Mit einer Zugabe von Alexander Skrjabin bedankte sich Franziska Glemser für die Ovationen.

Freie Sicht auf den Dirigenten hatte das Publikum nach der Pause, verdeckte doch während des Klavierkonzertes der Deckel des Flügels Niklas Hoffmann nahezu vollständig. Jetzt konnte sich das Publikum überzeugen, weshalb Hoffmann den renommierten Dirigier-Wettbewerb gewonnen hatte. Die 2. Sinfonie D-Dur von Jean Sibelius forderte alle heraus, auch das Publikum. Das Orchester war um Posaunen, drei Trompeten und Tuba verstärkt, statt zwei Hörner waren nun vier im Einsatz und auch die Anzahl der Kontrabässe wurde glatt verdoppelt. Die ehrwürdige Universitätsaula geriet ein wenig an die akustischen Grenzen, bei den offenen Fenstern geriet diese hymnische Musik beinahe zu einem OpenAir-Konzert.

Hinter dieser groß angelegten Komposition verbargen sich viele Details, die Hoffmann sehr genau herausgearbeitet hatte. Hier seien besonders die Cello-Bass-Gruppe genannt und unter den hervorragenden Holzbläsern die Oboe von Nora Bach.

Am Ende bedankte sich Hoffmann für die zwei Jahre bei der AOV. „Ich habe unfassbar viel gelernt“, betonte er. Das dürfte für die Orchestermusiker gleichfalls gelten. Mit dem Satz „Nimrod“ aus den Enigma-Variationen bedankten sich Dirigent und Orchester beim Publikum.

Von dieser Stelle aus kann Niklas Benjamin Hoffmann nur alles Gute gewünscht werden – verbunden mit der Hoffnung, ihn in der Zukunft einmal wieder in Göttingen als Dirigenten erleben zu dürfen.

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