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Freitag, 28 April 2017 15:08

Wellengang mit Anka Gnoth und George Donchev

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Wellengang mit Anka Gnoth und George Donchev © Photo: Dielschneider

Auf und ab, in ständiger Bewegung aber auch Ruhe spendend wie ein seichter Wellengang auf der Meeresoberfläche – das ist die Musik dieses Duos. Nicht nur musikalisch sondern auch inhaltlich taucht immer wieder die Liebe zum Wasser und Inspirationskraft des Meeres und der Farbe Blau auf und lässt den Zuhörer im Nörgelbuff abtauchen und versinken. Analog dazu ziert das Cover des aktuellen Albums „Silence you“ eine spiegelnde Meeresoberfläche aus der die beiden Kreativköpfe herausragen.

Anka Gnoth und George Donchev touren seit 2 Jahren zusammen durch diverse Länder und ankern zum 2. Mal im Hafen des Nörgelbuffs. Ihr Stil verbindet klassische Songelemente aus Jazz, Folk und Chanson mit außergewöhnlichen Rhythmen und poetischen Texten in deutscher und englischer Sprache mit teilweise bulgarischem Vokabular vermischt. Gepaart mit vielseitigem Einsatz des Kontrabasses (gezupft, gestrichen, geschlagen), diversen Percusionsinstrumenten und spannenden Songideen, erschaffen die beiden eine abwechselungsreiche Konzertathmosphäre. Auch gegen Ende des knapp 2-stündigen Konzerts ist man gespannt darauf, was man noch alles aus den beiden Instrumenten kreieren kann. Das als Jazzkonzert angekündigte Gastspiel entpuppt sich als eher wenig jazzlastig denn bunt gemischt. Durch viele Songs ziehen sich Kontrabasssoli von George Donchev, der nicht nur dadurch sondern auch durch sein teilweise polyrhythmisches Spiel die Jazztendenzen einwebt – immer wieder eingefangen durch das oft popharmonisch geprägte Gitarrenspiel Anka Gnoths und ihrer beruhigend und klangfarblich sehr eingängigen Vokalisation der Stücke.

Neben der Vertonung diverser eigener Songs sticht die Vertonung ihres Gedichts über Bulgarien heraus, bei der Anka Gnoth effekvoll aus einem dicken Gedichtband „rezitiert“. George Donchev untermalt dies mit Naturgeräuschen, die er seinem Kontrabass entlockt und diversen rhythmischen Finessen, wie zum Beispiel eines pulsierenden Herzschlags, der durchgängig die Lebendigkeit des Landes untermalt. Allein dieses Stück hätte selbst nach 20 Minuten nicht an Reiz verloren und so verwundert es kaum, dass die 2 Stunden ohne Längen verrinnen. Und so heißt es „Leinen los!“ und zurück auf das Festland der Groner Straße mit dem stillen Wunsch: Meer davon ...

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