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Montag, 30 Januar 2017 12:48

Mit Bravour gespielt

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Unichor und -orchester in der Göttinger Nikolaikirche Unichor und -orchester in der Göttinger Nikolaikirche © Photo: Widemann

Zwei vom Komponisten unvollendete Werke führten Universitätschor und -orchester zum Semesterabschluss auf. Diese Zusammenstellung hatte ihren eigenen Reiz, auch wenn Mozarts Requiem ergänzt und vervollständigt wurde – zur Aufführung kam die Fassung von Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr. Das Universitätsorchester unter Leitung des Akademischen Musikdirektors Ingolf Helm eröffnete den Abend mit der Sinfonie in h-Moll von Franz Schubert – der „Unvollendeten“. Die Kontraste zwischen und innerhalb der beiden Sätze arbeitete Helm deutlich heraus und konnte sich hierbei auf die jungen Musikerinnen und Musiker verlassen, die mit viel Enthusiasmus das Werk zum Klingen brachten.

Im zweiten Teil des Abends konnte insbesondere der Universitätschor glänzen. Mozarts Requiem erfordert eine hohe Präsenz der Mitwirkenden. Die jungen Sängerinnen und Sänger waren hochkonzentriert und gut einstudiert dabei, was ihnen die Freiheit gab, den Blick auffallend häufig von den Noten zu lösen. Das brachte durch den direkten Kontakt zum Dirigenten nicht nur einen wunderbar leichten und homogen geformten Chorklang, sondern für das Publikum auch einen erfreulichen Anblick. Die Gesangssolisten waren Theresa Sommer (Sopran), Anna Bineta Diouf (Alt), und Yannick Spanier (Bass). Für den kurzfristig erkrankten Sebastian Franz war Florian Lohmann (Tenor) eingesprungen. Die Solisten harmonierten bestens und ließen den Abend zum Erlebnis werden, da die Gesangssolisten in diesem Stück häufig im Quartett gefordert sind. Einzig Theresa Sommer fiel durch etwas angestrengte Stimmführung und deutliches Vibrato etwas aus dem Rahmen. Das Orchester begleitete zuverlässig und stellte sich seiner Aufgabe auf einem hohen Niveau. Die gelegentlichen Intonationstrübungen schmälerten die Gesamtleistung nicht. Mozart hat in seinem Requiem nur tiefe Holzbläser eingesetzt und erreicht damit eine besondere, einem Totengedenken gemäße, Klangfarbe. Hier sind besonders die Bassetthörner zu erwähnen, Instrumente, die üblicherweise Laienspielern nicht zur Verfügung stehen, hier aber von den beiden Studentinnen mit Bravour gespielt wurden.

Die gewählten Tempi verlangten lange Spannungsbögen vom Chor. Eine Anforderung, der sich die Sängerinnen und Sänger in bemerkenswerter Weise stellten, der Chorklang war ausgewogen und stimmstark. Das liegt sicher auch an der vorbereitenden Probenarbeit mit Andreas Jedamzik, der in den langen Schlussapplaus von Helm mit einbezogen wurde.

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