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Freitag, 28 Oktober 2016 16:14

Ein Klassiker der Freude bringt: Loriot und Junges Theater auf Augenhöhe!

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Auch die Quietsche-Ente durfte nicht fehlen Auch die Quietsche-Ente durfte nicht fehlen © Photo: Bittner

Der Literaturherbst zu Gast bei Betten Heller

Wer denkt, dass Literatur langweilig ist, der hätte sich die „Dramatischen Werke“ unter der künstlerischen Leitung von Jan Reinartz im Bettenhaus Heller am Mittwoch, den 26. Oktober, anschauen müssen. Fünf junge und alte Schauspieler des Jungen Theaters und der Stillen Hunde gaben mehrere kleine Werke von Vicco von Bülow alias Loriot in einer szenischen Lesung zum Besten. Es wurden Karten gespielt, Moderationen geführt und Haustiere verkauft. Natürlich durfte das klassische loriotische Frühstücksei nicht fehlen.

Der Verkaufsraum des Bettenhaus Heller wurde kurzfristig zur Bühne umgewandelt: Ein paar Scheinwerfer, ein kleines Podium und Bestuhlung für die Zuschauer – schon ist die Bühne fertig. Dabei wurden auch der Verkaufstisch oder verschiedene Betten der Hellers miteinbezogen.

Niemand vermag es so, das Absurde im Alltäglichen herauszukitzeln wie Loriot. Dies in Aufführung durch das ausdrucksstarke Ensemble, entlockte dem Publikum den ein oder anderen Freudenschrei. Für besonders tosenden Applaus sorgte Maja Müller-Bulau (Ensemble Stille Hunde), welche die deutsch-englische Ansprache mit einer das Zwerchfell strapazierenden Professionalität vortrug. Die Schauspielerin schlüpfte in die Rolle einer Fernsehmoderatorin, welche den Inhalt von sieben bisher gezeigten Fernsehkrimis zusammenfasst. Nicht etwa der Inhalt ist bei dieser Leseübung schwierig, sondern der Wechsel zwischen deutscher und englischer Aussprache. Nach mehrmaligen Starten aufgrund von lustigen Versprechern wird die Moderatorin zur Erheiterung des Publikums immer nervöser und baut daraufhin noch mehr Fehler ein, bis sie schließlich wutentbrannt die Bühne verlässt.

Ein weiteres Highlight des Abends war das Interview mit einem vermeintlichen Astronauten, der letztendlich aber nur Verwaltungsangestellter war. Bei Fragen, wie weit sein Arbeitsplatz von der Erde entfernt sei, konnte auch die beiden Schauspieler ihr Lachen nicht mehr verstecken. Dies wiederrum amüsierte das Publikum umso mehr und machte es den beiden Schauspielern noch schwerer, wieder in ihre Rollen zu finden. Gerade so unvorhersehbare Situationen wie diese, machen einen solchen Abend zu etwas Besonderem und sollten nicht als mangelnde Professionalität ausgelegt werden.

Ein bisschen war zu bedauern, dass aufgrund von Drehbüchern, die einige Schauspieler auf der Bühne verwendeten, die Schauspielkunst zu leiden hatte. Wahrscheinlich jedoch wäre ein solcher Abend anders nicht zu leisten gewesen.

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