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Donnerstag, 06 Oktober 2016 13:31

Eine Klang-Raum-Körper-Installation, die die Sinne berührt

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Marielle Gerke und Stefan Kreuzer im Göttinger Apex Marielle Gerke und Stefan Kreuzer im Göttinger Apex Photo: © Wortmann

Ein Abend mit Contact Improvisation im Apex

Die große Vielfalt des Tanzens im Allgemeinen und der Tanzszene in Göttingen im Besonderen gibt es in diesen Wochen in zu erleben: die Tanz-Kultur-Woche im September ist schon ein fester Bestandteil im Göttinger Kulturleben, die Göttinger Standardformation präsentiert am 22. Oktober die neue Choreographie, am 22. und 29. Oktober sind „Tangogeschichte(n)“ mit dem Tango Argentino im Deutschen Theater zu sehen.

Aber auch die bislang eher weniger bekannte Form der Contact Improvisation ist Bestandteil dieser Szene. Noch im Sommer fand das inzwischen 8. „Contact-Festival“ in Göttingen statt. Im Apex zeigten nun Marielle Gerke und Stefan Kreuzer eine einstündige Performance. Musikalisch wurden sie von Beo Brockhausen (Halo, Saxofon, Flöte, Fujara) und Peter Krug (Hang, Kontrabass, Percussion) begleitet.

Contact Improvisation ist eine Tanzform, in der die Berührung mit einem weiteren Tänzer einer Bewegungserforschung darstellt. Und so starteten die beiden den Abend in einer liegenden Position: die Körper waren ineinander verschränkt. Erst ganz langsam veränderten sie ihre Position, die Bewegungen glichen einer Super-Slowmotion. Das erfordert eine hohe Konzentration sowohl auf den eigenen Körper als auch auf den des Partners. Diese Tanzform ist sicher nicht in erster Linie zum Zuschauen gemacht. Aber es ist faszinierend, die Bewegungen und die damit verbundene Körperbeherrschung zu sehen, ja beinahe selber zu spüren.

Eine Improvisation entsteht immer aus dem Moment heraus. Aber dennoch spürte man eine enge Vertrautheit der beiden Personen. Dazu kamen Beo Brockhausen und Peter Krug, die auf ihren Instrumenten Klänge improvisierten, die auf die Tänzer und ihre Bewegungen abgestimmt waren. Bis sie plötzlich verstummten. Mehrere Minuten tanzten Gerke und Kreuzer in einem stillen Saal. Jetzt befreiten sich die Körper auch voneinander, die Bewegungen wurden aktiver und schneller. Erst nach dem erneuten Einsetzen der Musik verlangsamten sich die Aktionen wieder, allmählich fand alles zum Ausgangspunkt zurück.
Die Zuschauer in dem gut besuchten Saal im Apex erlebten eine intensive, sehr persönliche Performance. Diese Klang-Raum-Körper-Installation berührte die Sinne. Ein wenig mehr an Informationen zu der Tanzform und zu der Performance für die Besucher wären für das Verständnis sicher hilfreich gewesen. So entstand ein wenig den Eindruck, als Fremder und Nicht-Eingeweihter dieser Veranstaltung beizuwohnen. Die Contact Improvisation konnte deshalb nur im Ansatz ihre Faszination ausüben. Sollte sich die Überschrift des Abends „are you with me“ auch an das Publikum gerichtet haben, dann muss die Frage mit „nur teilweise“ beantwortet werden.

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