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Freitag, 10 Juni 2016 14:14

Wir sind mit uns im Reinen

geschrieben von
Nico Dietrich und Tobias Sosinka Nico Dietrich und Tobias Sosinka © Photo: Wortmann

Rückblick und Ausblick im Jungen Theater - Premieren und Projekte

„Wir sind mit uns im Reinen“ – das ist die Kernaussage von Nico Dietrich über die jetzt zu Ende gehende Spielzeit im Jungen Theater. „Wir haben im zweiten Jahr hintereinander eine schwarze Null erwirtschaftet – wer hätte das nach der zweiten Insolvenz vor wenigen Jahren gedacht“, ergänzte er nicht ohne Stolz.
Der Rückblick auf die vergangene Spielzeit ist Dietrich wichtig – gerade bei der Geschichte des Jungen Theaters. „Wir wollen alles, was in der letzten Spielzeit gewesen ist, transparent veröffentlichen. Genau dasselbe tun wir auch gegenüber dem Aufsichtsrat“. Die 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten in der Spielzeit 2015/16 180 Vorstellungen auf die Bühne gebracht. Das sind ca. 60 weniger als im Vorjahr. Das allerdings ist vor allem der Verschiebung der Schulferien geschuldet. „Aber wir haben auch mehr Fremdveranstaltungen in den Spielplan aufgenommen, um unser Ensemble ein wenig zu entlasten.“ Das Ensemble besteht schließlich aus nur sechs Schauspielern.

Durch die geringere Anzahl der Vorstellungen sind auch die Zuschauerzahlen insgesamt geringer als im Vorjahr. Der Zuschauerdurchschnitt ist allerdings kontant, auch wenn da noch „Luft nach oben“ ist, wie Dietrich betont.
Die nächste Spielzeit beginnt am 9. September mit „Hamlet“ von William Shakespeare. Dass ein solcher Klassiker auch mit einem solch kleinen Ensemble realisiert werden kann, hat das Team schon in der letzten Spielzeit mit „Nathan der Weise“ bewiesen. Nico Dietrich wird diese Inszenierung selbst vornehmen. Er hat die Übersetzung von Heiner Müller ausgewählt.

Insgesamt stehen 10 Neuproduktionen mit ihren Premieren an. Da sind Produktionen für Kinder und für Jugendliche dabei, für die Erwachsenen ist neben dem Hamlet eine Bühnenfassung von „Ziemlich beste Freunde“ dabei (Premiere am 3. Dezember). Das musikalische Programm nennt sich „Tausendmal berührt!“. Tobias Sosinka bringt diese musikalische Revue am 12. Januar 2017 zur Aufführung.

Zum 275. Geburtstag von Georg Christoph Lichtenberg hat das Junge Theater ein Theaterstück in Auftrag gegeben. Peter Schanz wird seine „theatrale Lichtenberg-Vorlesung“ am 24. Februar zur Uraufführung bringen.

Besonders gespannt sein darf man auf die Bühnenfassung der „Känguru Chroniken“. Marc-Uwe Kling hat für die „Ansichten eines vorlauten Beuteltiers“ neue Texte geschrieben – die im April 2017 gewohnt bissig-anarchistisch und völlig absurd daherkommen werden.

Unter den Kooperationen mit den diversen Partner sticht eine besonders hervor: einmal monatlich wird es im Jungen Theater eine Lesung in einfacher Sprache geben. Das Projekt geht auf die Initiative der GEW Buchwoche in Kooperation mit dem KAZ und dem Jungen Theater zurück, wobei noch weitere Vereine und Bildungsträger aus der Region als Partner gesucht werden. Ziel ist es, ein kulturelles Angebot auf Augenhöhe anzubieten, das die Menschen nicht nur Verstehen, sondern bei dem sie die Möglichkeit haben, ihre Sprachfähigkeiten zu erweitetern. Zieltruppe sind geflüchtete Menschen, Migrantinnen und Migranten und Menschen mit besonderen Fähigkeiten. In diesem Projekt haben die Menschen die Möglichkeit, ihre Sprachfähigkeiten zu erweitern. Das Ensemble des JT  bietet szenische Lesungen mit "Ziemlich beste Freunde" von Philippe Pozzo di Borgo in einfacher Sprache an (Sprachniveau A2-B1). Es soll ein gemeinsames kulturelles Erlebnis entstehen, bei dem viele Zuschauer vielleicht zum ersten Mal allein und in der Gruppe ein Theater betreten. Dadurch kann ihre soziale Teilhabe und Sprachentwicklung gefördert werden.

Der gelesene Text steht auch als Theaterstück auf dem Spielplan des Jungen Theaters und hat am 3. Dezember Premiere.

Folgende Premieren plant das Junge Theater in der Spielzeit 2016/2017:

9. September 2016: "Hamlet" von William Shakespeare
16. Oktober 2016: "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte" von Martin Baltscheit 4+
21. Oktober 2016: "Krieg – Stell dir vor, er wäre hier" von Janne Teller 12+
3. Dezember 2016: "Ziemlich beste Freunde (intouchables)", Tragikomödie nach dem gleichnamigen Film von Éric Toledano und Olivier Nakache
12. Januar 2017: "Tausendmal berührt!" Musikspektakel von Fred Kerkmann und Tobias Sosinka
17. Februar 2017: "Figurentheater (Start-Up-Projekt)"
24. Februar 2017: "Der größte Zwerg", eine theatrale Lichtenberg-Vorlesung von Peter Schanz
8. April 2017: "Die Känguru Chroniken – Ansichten eines vorlauten Beuteltiers" von Marc-Uwe Kling
20. April 2017: "Invasion!" von Jonas Hassen Khemiri 15+ - Koproduktion mit dem Deutschen Theater Göttingen
20. Mai 2017: "Gedächtnis einer Stadt – Das ist unser Haus” - Ein gemeinsames Projekt von KAZ und JT

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