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Sonntag, 22 Mai 2016 20:50

Lauter Lobgesang

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Antonius Adamske mit dem Petrichor, dem GSO und Solisten - hier: Kerstin Dietl (links) und Anna-Bineta Diouf (rechts) Antonius Adamske mit dem Petrichor, dem GSO und Solisten - hier: Kerstin Dietl (links) und Anna-Bineta Diouf (rechts) © Photo: Wortmann

Erstmals musizierte Antonius Adamske und der Petrichor Weende mit dem Göttinger Symphonie Orchester. Eingeladen wurde zum „Lobgesang“ sowie zur Choralkantate „Wir glauben all‘ an einen Gott“ in die Universitätskirche St. Nikolai sowie in die St. Pauluskirche.

Die Nikolaikirche ist eigentlich bekannt für ihre gute Akustik. Sie wurde der Aufführung ein wenig zum Verhängnis, denn die gewählten Forti und Fortissimi im Chor und Orchester sorgten für eine enorme Lautstärke. Der Klang gelangte unvermindert und direkt in die Ohren der zahlreichen Konzertbesucher. Deutlich mehr Differenzierung in der Dynamik hätte dem Abend gut getan. Antonius Adamske hätte der Akustik ein wenig mehr vertrauen dürfen.

Der PetriChor Weende war gut auf seine Aufgabe vorbereitet und sang mit großem Enthusiasmus. Die positive Entwicklung dieses Chores in den letzten Jahren ist bemerkenswert.

Das Göttinger Symphonie Orchester wurde im Programmheft als „musikalischer Begleiter“ aufgeführt. Die Musikerinnen und Musiker waren aber deutlich mehr. Das gilt vor allem für die ersten drei Sätze der Sinfonie Mendelssohns, die rein instrumental komponiert sind. Hier sind sowohl wunderschöne Einzelleistungen (z.B. Manfred Hadaschik an der Klarinette) zu erwähnen als auch der Klang des Streicherapparates, der wegen der Enge in der Kirche auf ein Minimum reduziert wurde.

Die Sopranistin Kerstin Dietl war kurzfristig für die erkrankte Johanna Neß eingesprungen. Sie hatte keinerlei Mühe, sich akustisch durchzusetzen. Mit großem Volumen und voller Glanz erstrahlte ihr Sopran. Das warme Timbre des Mezzosoprans von Anna Bineta Diouf und der helle Tenor von Florian Lohmann ergänzten das Solistenterzett.

Die Choralkantate und der Lobgesang sollten ein Zeichen für Toleranz und Verständigung unter den Abrahamsreligionen setzen. Unabhängig von der Frage, ob die Choralzeile „Wir glauben all‘ an einen Gott“ für diesen Zweck umgedeutet werden darf, blieb die Frage jedoch offen, wie diese Zeichensetzung erfolgen sollte. Der Verweis auf die jüdischen Wurzeln Mendelssohns und auf die Alttestamentlichen Quellen der Texte reicht nur bedingt aus.

Man konnte dieses Programm aber einfach auch als eine gelungene Zusammenstellung der beiden Werke verstehen und das Konzert genießen. Zu hören war ein sehr engagierter Chor, wunderbare Solisten und ein gut aufgelegtes Göttinger Symphonie Orchester. Die Fäden liefen bei Antonius Adamske zusammen, dem es gelungen ist, sein Ensemble zu einer solchen Leistung anzustacheln.

Und ganz offenbar hat das Publikum diesen Konzertabend auch verstanden. Dementsprechend begeistert war der Schlussapplaus.

Das nächste Projekt des Petrichores ist das Oratorium „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr. Musikalischer Partner wird wieder das Göttinger Symphonie Orchester sein. Die Konzerte sind am 10. und 11. November.

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