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Sonntag, 20 Dezember 2015 14:54

Äsklig och from och blid - Lieblich, fromm und mild

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Universitätschor und -orchester mit ihrem Dirigenten Ingolf Helm Universitätschor und -orchester mit ihrem Dirigenten Ingolf Helm © Photo: Wortmann

Weihnachtskonzert in der Universitätskirche St. Nikolai

Am Freitag, dem 18. Dezember stellte der Unichor gemeinsam mit Mitgliedern des Uniorchesters ein ambitioniertes Weihnachtsprogramm in der Göttinger Nikolaikirche vor.
Anstatt eines zusammenhängenden Werkes präsentierten die Universitätsmusiker ihrem Publikum ganze 17 Stücke nebst einer Zugabe. Kammermusikalische Instrumentalpassagen wechselten sich in losem Zusammenhang mit teils allerdings recht selten gespielten Chorstücken ab. Hier sind allen voran zwei spannende nordische Kompositionen zu nennen: „Heyr himna smiður“ (von Þorkell Sigurbjörnsson) und „Sancta Lucia“ (von Hugo Hammerström), die der Chor mit perfekter Diktion in Isländisch und Schwedisch in ihrer vollen Länge sang. Ebenso angenehm, feierlich und selten gespielt: “In the bleak mid-winter“, aus der Feder des englischen Musikastronomen Gustav Holst.
Der breit gefächerte chormusikalische Flickenteppich wurde ergänzt durch maßvolle Werke Heinrich Schütz': „Also hat Gott die Welt geliebt“, „Tröstet, tröstet mein Volk“, „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“, Johannes Eccards: „Übers Gebirg Maria geht“, Wolfgang Carl Briegels: „Mache dich auf und werde Licht“, sowie Mendelssohns: „Weihnachten“ und „Advent“ (beide aus seinen sechs Sprüchen, op.79)“ und - immer wieder gern gehört - „Ehre sei Gott in der Höhe“.
Insgesamt präsentierte der Göttinger Unichor unter Ingolf Helm mit gewohnt routinierter, aber feierlicher Singfreude. Das abschließende akklamierende Singen von Händels „Tochter Zion“ unter Einbezug des Publikums sorgte für ein wohliges Bauchgefühl auf dem Nachhauseweg.
Besonders in den Instrumentalpassagen des Abends wurde deutlich, dass Unichor und Uniorchester Orte des Lernens und Experimentierens sind: Borodins Streichquartett Nr.1 (komponiert in den 1870er Jahren), dessen zweiter Satz von vier Mitgliedern des Uniorchesters vorgetragen wurde, rutschte so teilweise musikalisch in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ebenso bemüht waren der ausdauernde Oboenvortrag der Beethoven'schen Variationen über Mozarts „Là ci darem la mano“, sowie die Darbietung Philippe Gauberts „Divertissement Grec pour deux flutes avec Accompagnement de harpe ou piano“ - hier in einer Fassung für Flöte und Klavierbegleitung.
Sollte es an diesem Abend eine deutliche Schwäche gegeben haben, so liegt diese wahrscheinlich in der Programmwahl, die in ihrer Dramaturgie leicht schwermütig daherkam und mit 17 Einzelbeiträgen beinahe epische Dimensionen annahm. Schade, dass es der gediegen plätschernden Weihnachtsstimmung trotz guten Willens häufig an Tempo, Feuer und Dramatik mangelte. Ein Umstand, der nicht unbedingt den beteiligten Musikern, sondern eher der gewählten Literatur zugeschrieben werden kann.
Alle Musikanten und Ihre Zuhörer waren trotz dieser leichten Schwierigkeiten voller Entzückung, sodass der Abend schließlich mit einer fröhlichen Zugabe abgeschlossen wurde: „Es ist ein Ros entsprungen“.
In dieser christlichen Zeit bleiben dem Rezensenten letztlich besonders Christina Rossettis treffende Verse aus Gustav Holsts Stück “In the bleak mid-winter“ in Erinnerung. Dort hieß es: “If I were a Wise Man – I would do my part. Yet what I can give him: give my heart. “ (Christina Rossetti)

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