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Sonntag, 06 Dezember 2015 12:51

Viel Spielfreude mit dem Quadriga Consort in Göttingen

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Das Quadriga Consort in der Alten Fechthalle Das Quadriga Consort in der Alten Fechthalle © Photo: Wortmann

Quadriga Consort zu Gast in der Göttinger Fechthalle

„Im Herzen sind wir Pop-Musiker“, sagte Nikolaus Newerkla einmal über sich und seiner Musiker – allerdings im Zusammenhang mit seiner frisch gegründeten Band „French on Friday“. Dem Publikum in der ausverkauften Fechthalle präsentierte sich Newerkla mit dem 2001 gegründeten Ensemble „Quadriga Consort“. „Im Herzen gehören wir zur Alten Musik“, erklärte der Kopf des Ensembles den Zuhörern. Und ergänzte sofort: „Wir machen aber unser eigenes Ding daraus“.

Und genau diese Symbiose führt zu dem einzigartigen Klang dieses Ensembles – und auch zu dem großen Erfolg der Musiker. Gerade haben sie in Berlin ihre neue CD „Winter’s Delights“ vorgestellt. Wie bereits bei den früheren CDs handelt es sich um Musik aus dem 15. und 16. Jahrhundert von den britischen Inseln. Das sind häufig einfache Melodien, die Nikolaus Newerkla für sein siebenköpfiges Ensemble arrangiert hat.

Herausgekommen ist ein unverwechselbarer Klang, zu dem auch die Sängerin Elisabeth Kaplan beiträgt. Mit ihrem hellen, leichten Sopran interpretiert sie diese Alte Musik neu, romantisch, verspielt und fröhlich. Dem schließen sich die Instrumentalmusikerinnen und –musiker leidenschaftlich an: am Barockcello, den Gamben, Blockflöten, am Schlagzeug und Newerkla selber am Cembalo.

Diese Spielfreude wurde direkt auf das Publikum übertragen. Zumal die Inhalte der neuen CD gut zur Jahreszeit passen: winterliche und weihnachtliche Themen bestimmten den Abend. Dabei waren alte, hierzulande völlig unbekannte Texte und Lieder zu hören. Aber auch bekannte; vor allem das schottisch-gälische Lied „Leanabh An Aigh (The Blessed Child)“ ist bekannt geworden: Cat Stevens griff die Melodie für seinen Song „Morning has broken“ auf. Aber auch das „O Come, O Come, Emmanuel“ war zu hören – in einer innig vorgetragenen, neu arrangierten Fassung.

Die Instrumentalisten spielen auf historischen Instrumenten. Einzige Ausnahme: das Vibrandoneon (eine Art Melodica), ein Instrument aus dem 20. Jahrhundert. Die anderen Instrumente mussten immer wieder nachgestimmt werden, wie das häufig bei Konzerten mit Alter Musik zu erleben ist. „Das ist ja auch in Ihrem Sinne“, meinte Newerkla, der mit seiner Moderation immer wieder für Schmunzeln im Saal sorgte. In seinen Arrangements zeigt sich eine profunde Kenntnis der Alten Musik und der Instrumente. Herausgekommen ist stimmungsvolle Musik mit alten und neuen Elementen, Musik, die sich zwischen historischer Kunstmusik, populärer und traditioneller Musik bewegt.

Den Abschluss des Abends (und auch der CD) bildeten einige „Wassailing“-Songs aus England. „Wassail“ ist eine alte englische, vorweihnachtliche Liedtradition. „Sie ist immer auch mit Alkohol verbunden: es gibt warmes, weihnachtlich gewürztes Ale“, erläuterte Newerkla. Diese Lieder werden in fröhlicher Gesellschaft gesungen, der Tradition nach wurde auf dem Lande von Haus zu Haus gezogen, um die Gesänge vorzutragen, in denen den Nachbarn vor allem Alles Gute gewünscht wurde.

An diesem Abend ist das „Quadriga Consort“ erfreulicherweise auf Initiative von Stefan Lipski (CD-Laden „Tonkost“) von der CD-Präsentation in Berlin nach Göttingen in die Fechthalle gezogen. Im Publikum waren zahlreiche Fans des Ensembles, das im Jahr 2014 zu Gast bei den Göttinger Händel-Festspielen war. „Sie waren wahrscheinlich das beste Publikum, das wir je hatten“, meinte Newerkla zum Abschluss. „Das sage ich immer – aber heute stimmt es!“

Und darum gab es noch einige Zugaben vor dem begeisterten Publikum.

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