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Maria Widemann

Maria Widemann

Samstag, 17 Juni 2017 00:00

Auf Großer Fahrt

Dokumentartheater über eine Meeresexpedition

Sonntag, 11 Juni 2017 22:42

Bildgewaltiger Klassiker

„Lysistrata“ im Theater im OP

Samstag, 29 April 2017 02:05

Luther pur

DT Nachtbar mit den 95 Thesen

Am letzten Freitag im Monat hat sich für einige Göttinger schon ein kleines Ritual entwickelt: Sie pilgern zur Nachtbar im DT und lassen sich von den kleinen, oft launigen Kabinettstückchen des Ensembles verzaubern. Ende April wurde wohl so manche Erwartungshaltung enttäuscht: Der Ort war nicht der gewohnte - das Publikum wurde hinter das Theater in einen der Werkstattsäle gelotst und wurde dort mit Kerzenlicht und Geigenspiel empfangen. Und launig war es kaum, denn es gab Luther pur und im Original: Nikolaus Kühn und Gerd Zinck lasen abwechselnd alle 95 Thesen Luthers, deren Veröffentlichung vor 500 Jahren der Beginn der Reformation war.

Als Kanzel diente ein weit oben gelegener Treppenabsatz und so entwickelte sich während der Lesung eine besondere Dynamik und Stimmung: Fegefeuer, Buße, und Ablass - diese Wörter fielen von oben immer wieder auf die Hörenden herab, hatten etwas fast mantrahaftes und entwickelten eine beklemmende Atmosphäre. Was sich beim Hören viel mehr als beim Lesen erschloss, war die Zusammenstellung von Thesengruppen, die von ähnlichen Formulierungen gebildet wurden und durch diese Redundanz den Eindruck verstärkten.

Ein gelungenes Experiment und ein substantieller Beitrag zum Reformationsjubiläum: Denn es wird wohl trotz der vielen Veranstaltungen in Göttingen und bundesweit wenige Gelegenheiten geben, die Thesen Luthers in Gänze zu hören und auf sich wirken zu lassen - von „1. Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“, wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei“ bis „95. Und so dürfen sie (die Christen) darauf vertrauen, eher durch viele Trübsale hindurch in den Himmel einzugehen als durch die Sicherheit eines Friedens.“

Mittwoch, 05 April 2017 08:42

Gelebte Ökumene mit dem „Stabat Mater“

Passionskonzert in der St. Albanikirche

Im Mittelpunkt des Passionskonzerts in der St. Albanikirche stand die Stabat Mater Vertonung von Giovanni Battista Pergolesi. Das Stück ist für zwei Frauenstimmen, Streicher und Basso continuo komponiert. Nathalie de Montmollin (Sopran) und Uta Grunewald (Alt) waren eine ideale Besetzung für dieses beeindruckende und doch so intime Werk. Kirchenmusik trägt hier auch zur gelebten Ökumene bei, denn das „Stabat Mater“, das mit seinem Texten die Betenden mithineinnimmt in das Passionsgeschehen und der Schmerzen Mariens als Mutter Jesu gedenkt, ist eigentlich in der katholischen Kirche beheimatet, findet aber über die Musik immer wieder auch seinen Platz in der evangelischen Kirche. Den beiden Solistinnen merkte man die Freude am gemeinsamen Musizieren und die Lust an der Gestaltung dieses Werkes an. Begleitet wurden sie zuverlässig vom Collegium coll’arco. Nathalie de Montmollin und Uta Grunewald wechselten sich in den verschiedenen Solopassagen ab und fanden in den Duetten immer wieder zu einer gemeinsamen Interpretation des Werks zusammen. War de Montmollin der Oper nahe und gestaltete ihre Passagen daher expressiv und dramatisch, kontrastierte Grunewald mit ihrer warmen Altstimme und eher zurückgenommenem Gestus in den Solopassagen. Höhepunkte waren die Duette der beiden Solistinnen, in denen sie farbenreich und doch dem geschilderten Passionsgeschehen angemessen, die Zuhörenden mit hineinnahmen in die innere Dramatik des Werkes.

Eine schöne Idee von Kantor Arwed Henking war es, das Hauptwerk des Konzerts von der Kantorei St. Albani mit zwei aufeinander bezogenen Kompositionen zu umrahmen: Zu Beginn des Konzerts erklang das „Tristis est anima mea“ - der Ausruf Jesu im Garten Gethsemane: „Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir!“ - als Motette für fünfstimmigen Chor und Basso continuo von Johann Kuhnau, Vorgänger Bachs als Thomaskantor. Nach dem Stabat Mater wurde diese Motette als Bearbeitung von Johann Sebastian Bach in dem Werk „Der Gerechte kommt um“, das sich textlich auf einen Text aus dem Buch Jesaja bezieht, wiederaufgenommen. Hierfür wurde das Collegium coll’arco noch mit den Oboisten Wolfgang Glatzel und Klaus Hofmann verstärkt. Fremdelte im ersten Werk die Kantorei noch etwas mit den geforderten Dissonanzen und chromatischen Wendungen, konnte sie in der zweiten Version – nun auch gestützt durch alle Instrumentalisten – sicher und klangschön das Werk gestalten. Der Abend endete mit dem Schlusschoral „Christe, du Lamm Gottes“ aus der Kantate BWV 23. Das Publikum bedankte sich bei den Mitwirkenden mit langanhaltendem Applaus.

Dienstag, 14 März 2017 21:30

Bunt gemischt und fröhlich

Minor's Diner präsentierten sich mit "Zum Anbeißen" im Alten Rathaus

Endlich einmal wieder war Minor’s Diner in Göttigen zu hören: im Alten Rathaus stellten die sechs Sänger ihr neues Programm "Zum Anbeißen" vor. Und viele FFFs kamen: Freunde, alte Fans und die, die es erst werden wollten und vielleicht noch gar nichts davon wussten, und Familie, denn: wenn die sechs Jungs einer A-Capella-Boygroup erwachsen werden, bekommen sie plötzlich viele junge Fans. Das Programm war bunt gemischt, fröhlich umgesetzt und geschickt mit wenigen Requisiten und vielen schwungvollen Ideen präsentiert. Das Publikum bekam einen bunten Blumenstrauß an Melodien, bekannten und neuen, sowie kleinen Gags am Rande geboten. Die Ansagen und Zwischentexte wurden von allen Sängern abwechselnd mit Charme und Witz vorgetragen und waren die perfekte Klammer in diesem abwechslungsreichen Programm auf hohem Niveau - einzig die geschmacklose Weiterdichtung von Georg Kreislers „Tauben vergiften im Park“ hätte gerne ungesungen bleiben dürfen. Ein Highlight im Programm war wieder die Eigenkomposition mit der Hommage an Göttingen. (http://www.minorsdiner.de/content/media/music/Goettingen.mp3)

Die gelegentlichen, kleinen Trübungen in der Intonation konnten dem positiven Gesamteindruck nicht den Glanz nehmen. Jeder, der sich selber einmal an dieser Art von Musik versucht hat, weiß, dass A-Capella-Gesang eine heikle Angelegenheit ist. Die sechs Minor’s Diner Sänger haben sich als Laienmusiker ein erstaunliches Niveau erarbeitet. Die Stimmen passen sehr gut zueinander, ergänzen sich und somit ist der Klang als Gruppe wunderbar homogen.

Nach der Pause begann das Programm mit einer musikalischen Zeitreise durch die Jahrhunderte. Diese Zusammenstellung der „Best-offs“ von Steinzeit bis Moderne entwickelte einen ganz besonderen Charme. Das Publikum war begeistert und erklatschte sich mehrere Zugaben. Hoffentlich muss Göttingen nicht weitere sechs Jahre warten, um Minor’s Diner wieder einmal live zu hören.

Pfarrer Ingmar Maybach und die fabelhaften Wartburg Brothers begeisterten mit Wort- und Musikwitz in der Christophoruskirche

Wenn man in der Ankündigung liest, dass der Kabarettist Maybach heißt, Kirchenkabarett macht und das auch noch im Jahr des Reformationsjubiläums, dann lässt die Namensgebung des musikalischen Begleitduos mit „Die fabelhaften Wartburg Brothers“ wünschen, dass sich die Flachwitzquote während der Vorstellung in Grenzen halten möge. Aber etwaige Befürchtungen in diese Richtung erwiesen sich als vollkommen unbegründet. Die solide Grundlage mit Luther und Bibel sowie musikalischer Unterstützung von Paul Gerhardt und Johann Sebastian Bach erwies sich als stabiles Fundament, auf dem ein amüsanter Abend aufbaute. Waren die politisch ausgerichteten Nummern eher kabarettistische Hausmannskost, so lief Maybach immer dann zu Hochform auf, wenn es um den Mikrokosmos einer Kirchengemeinde und deren Akteure ging.

Mit präziser Beobachtungsgabe nahm er die Steilvorlagen auf, die der Gemeindealltag bietet, und verwandelte sie in Kabinettstückchen. Das überwiegend kirchennahe Publikum amüsierte sich prächtig und auch wer nicht zum inneren Kern einer Gemeinde gehörte, fand sich gut unterhalten. Die Chance, dem eigenen Berufsstand den Spiegel vorzuhalten, wurde allerdings vertan; hier hätten Scharfsinn und Witz gerne noch pointierter und tiefgründiger sein können. Das Programm bestand zu einem Teil aus den „Best Offs“ der letzten Jahre und so war der Lacherfolg gesichert. Die häufig eingeforderte Mitwirkung des Publikums sorgte zusätzlich für gelöste Stimmung. Das „Ein feste Burg-Grundaussagen-Oratorium“ erforderte etwa von den Männern ein mehrfaches „Und wenn die Welt voll Teufel wär“, das von den Frauen mit „Hölle, Hölle, Hölle…“ zu erwidern war und Partystimmung aufkommen ließ. Die fabelhaften Wartburg Brothers an der Gitarre sowie Kirchenorgel und Keyboard sorgten für die musikalische Begleitung, ließen manchen Schnipsel aus Bachschen Werken einfließen und dienten auch immer wieder gerne als Stichwortgeber.

Ein Höhepunkt des Abends war sicher die Schilderung von Hochzeitsvorbereitungen aus Sicht des Pastors: der Rolls Royce, oder besser Maybach, der Trausprüche ist natürlich „Glaube, Liebe Hoffnung…“ – immer wieder einzigartig für jedes Brautpaar für seinen einzigartigen Tag. Das Publikum bedanke sich mit langanhaltendem Applaus und bekam als Zugabe noch die Telefonhotline der Kirche als Anregung mit auf den Weg.

P.S.: Und was hatte es jetzt mit Pauls Gerhardt auf sich? Wer als Pastor seinem Organisten oder seiner Organistin dienstags in Hektik die Liedauswahl mitteilt und Strophe 1-5 wählt, der wird für stillvergnügtes Schmunzeln bis Heiterkeit im Kirchenschiff sorgen, zumindest wenn er die Nummer 503 aus dem evangelischen Gesangbuch ausgewählt hat.

Montag, 06 Februar 2017 09:23

Eine Vorschau auf den Frühling

Das Göttinger Symphonieorchester musizierte Bartok und Liszt

„Das ewig Weibliche“, so lautete das Motto des Konzerts im Philharmonischen Zyklus des Göttinger Symphonie Orchesters, in dem zwei Werke mit großen Kontrasten auf dem Programm in der vollbesetzten Stadthalle standen. Das Motto war dem Chorpart der Faust-Symphonie von Franz Liszt entnommen, die im zweiten Teil des Konzerts zu hören war. Zu Beginn stand das dritte Klavierkonzert von Béla Bartók auf dem Programm. Solist war der vielfach ausgezeichnete Pianist David Kadouch, der mit seinem transparenten Spiel und den Naturmotiven im ersten Satz Frühlingsstimmung aufkommen ließ. Denkt man bei Bartok an stark rhythmisch und motorisch geprägte Musik, enttäuschte der melodische zweite Satz diese Hörerwartungen. Kadouch machte die fast meditative Ruhe dieses Satzes zum Hörerlebnis, um dann im dritten Satz seine ganze Virtuosität voller Leichtigkeit auszuspielen.

Das GSO war unter der inspirierenden Leitung von Christoph-Mathias Mueller ein kongenialer Begleiter des Solisten. Als Zugabe spielte Kadouch Debussys „Clair de lune“ und bedankte sich so für den enthusiastischen Applaus des Publikums.

Kommt das Thema auf Goethes Faust, denkt man in dieser Jahreszeit an den Osterspaziergang - den hatte das Klavierkonzert mit seinen Naturmotiven bereits vorweggenommen. Die Symphonie widmet sich in den ersten drei Sätzen den Charakterstudien von Faust, Gretchen und Mephisto. Starke Kontraste von zarter Innerlichkeit bis zu dämonischem Kampf sind in den Sätzen angelegt und fordern von den Musikern große Spannungsbögen und immer wieder solistische Passagen. Hier zeigte sich die Qualität des GSO in allen Stimmgruppen. Besonders ist das Oboensolo von Tiago Coimbra hervorzuheben, der im zweiten Satz mit Atsushi Komatsu-Hayakawa (Viola) ein hinreißendes Liebesduett spielte. Der Schlusschor im vierten Satzes der Symphonie wurde für die Uraufführung ergänzt, um das Werk festlich enden zu lassen. Der glänzend aufgelegte Tenor Clemens Löschmann und die vereinten Männerstimmen aus der Göttinger Stadtkantorei und der Kantorei St. Jacobi ließen das Werk feierlich mit „Das ewig Weibliche zieht uns hinan“ enden - was ein Frauenchor aus Mitgliedern beider Kantoreien im GSO-Konzert am 3. und 4. März mit Mahlers Symphonie Nr. 3 erwidern wird. Mit einem langanhaltenden, begeisterten Applaus bedankte sich das Publikum bei den Musikern.

Montag, 30 Januar 2017 12:48

Mit Bravour gespielt

Zwei vom Komponisten unvollendete Werke führten Universitätschor und -orchester zum Semesterabschluss auf. Diese Zusammenstellung hatte ihren eigenen Reiz, auch wenn Mozarts Requiem ergänzt und vervollständigt wurde – zur Aufführung kam die Fassung von Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr. Das Universitätsorchester unter Leitung des Akademischen Musikdirektors Ingolf Helm eröffnete den Abend mit der Sinfonie in h-Moll von Franz Schubert – der „Unvollendeten“. Die Kontraste zwischen und innerhalb der beiden Sätze arbeitete Helm deutlich heraus und konnte sich hierbei auf die jungen Musikerinnen und Musiker verlassen, die mit viel Enthusiasmus das Werk zum Klingen brachten.

Im zweiten Teil des Abends konnte insbesondere der Universitätschor glänzen. Mozarts Requiem erfordert eine hohe Präsenz der Mitwirkenden. Die jungen Sängerinnen und Sänger waren hochkonzentriert und gut einstudiert dabei, was ihnen die Freiheit gab, den Blick auffallend häufig von den Noten zu lösen. Das brachte durch den direkten Kontakt zum Dirigenten nicht nur einen wunderbar leichten und homogen geformten Chorklang, sondern für das Publikum auch einen erfreulichen Anblick. Die Gesangssolisten waren Theresa Sommer (Sopran), Anna Bineta Diouf (Alt), und Yannick Spanier (Bass). Für den kurzfristig erkrankten Sebastian Franz war Florian Lohmann (Tenor) eingesprungen. Die Solisten harmonierten bestens und ließen den Abend zum Erlebnis werden, da die Gesangssolisten in diesem Stück häufig im Quartett gefordert sind. Einzig Theresa Sommer fiel durch etwas angestrengte Stimmführung und deutliches Vibrato etwas aus dem Rahmen. Das Orchester begleitete zuverlässig und stellte sich seiner Aufgabe auf einem hohen Niveau. Die gelegentlichen Intonationstrübungen schmälerten die Gesamtleistung nicht. Mozart hat in seinem Requiem nur tiefe Holzbläser eingesetzt und erreicht damit eine besondere, einem Totengedenken gemäße, Klangfarbe. Hier sind besonders die Bassetthörner zu erwähnen, Instrumente, die üblicherweise Laienspielern nicht zur Verfügung stehen, hier aber von den beiden Studentinnen mit Bravour gespielt wurden.

Die gewählten Tempi verlangten lange Spannungsbögen vom Chor. Eine Anforderung, der sich die Sängerinnen und Sänger in bemerkenswerter Weise stellten, der Chorklang war ausgewogen und stimmstark. Das liegt sicher auch an der vorbereitenden Probenarbeit mit Andreas Jedamzik, der in den langen Schlussapplaus von Helm mit einbezogen wurde.

Donnerstag, 26 Januar 2017 05:32

Enorme Bandbreite der Dynamik

Man soll die Feste feiern wie sie fallen – und so nahm die AOV das 111. Jubiläum ihrer Gründung zum Anlass, das Jahr 2017 mit einem Jubiläumskonzert zu beginnen.

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