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Sonntag, 11 Juni 2017 22:42

Bildgewaltiger Klassiker

„Lysistrata“ im Theater im OP

Erschienen in der Kategorie Rezensionen
Sonntag, 14 Mai 2017 06:07

Mercutios Rache

Premiere von „Romeo und Julia“ im Theater im OP

Benvolio steht im Nebel. Romeo kniet im Regen. Julia sitzt in der Sonne. In der aktuellen Produktion des Theaters im OP (Shakespeares Klassiker „Romeo und Julia“) erlebt der Zuschauer eine Inszenierung, die sich Zeit für Atmosphäre lässt – zum Glück ohne dabei langatmig zu werden. An die Übersetzung von Frank-Patrick Steckel traute sich diesmal ein dreiköpfiges Team von Regie-Debütanten – Dennis Klofta, Diana Tyebally und Xenia Jöst – die jegliche Bedenken von wegen vielen Köchen und ihrem Brei in den Wind schlugen. Mithilfe von Lichtwechseln, Nebelmaschine, einigen Musikstücken und tänzerischen Choreographien erzeugen sie neben dem klassischen Texttheater in vielen Szenen stimmungsvolle Bilder. Teilweise so atmosphärisch, dass ich mich frage, ob der ein oder andere der drei Regisseure nicht seine Berufung eher beim Film findet – so cineastisch sind einige Szenen gedacht. Leider bleibt auf der Bühne die Möglichkeit des Schnittes aus, mit deren Hilfe man im Kino die Perspektiven wechselt. Im Theater braucht es hingegen eine stetige körperliche Präsenz der Schauspieler, vor allem wenn sie wie in der aktuellen Inszenierung teilweise alleine und ohne Text auf einer vollkommen schmuck- und requisitenlosen Bühne agieren sollen. Da muss man seinen eigenen Ausdruck schon sehr gut beherrschen, um Wirkung zu erzielen. Diese Herausforderung meistern nicht alle, aber den beiden Hauptdarstellern (Steffen Hackbarth und Yasmin Thies) guckt man gerne dabei zu. Sehenswert ist auch Romeos Kiffkumpane Benvolio, der von Maike Holland-Letz charakterlich konsequent und gleichzeitig äußerst vielschichtig gespielt wird.

Neben dem ausdrucksstarken Pater Lorenz (Thimo Trommer) ist zudem die Rolle des Mercutio (Henriette Nickels) interessant zu beobachten. Das Regieteam hat dem Freund Romeos, der im Stück Opfer der Familienfehde wird, eine herausgehobene Stellung zugedacht: Nach seinem Tod durch Julias Vetter Tybalt, bleibt Mercutio als böser Geist präsent, der bis zum bitteren Ende die Geschicke der Lebenden beeinflusst. Insofern nur logisch, dass der nervige Monolog Mercutios über die „Frau Mab“, die den Verliebten das Hirn verquirlt, nicht heraus gekürzt, sondern ausgiebig zelebriert wurde – übrigens zehnmal spannender als in der letzten Produktion des DT. Meiner Meinung nach hat Shakespeare diesen langatmigen Monolog überhaupt nur geschrieben, weil er seinem Mercutiodarsteller von anno dazumal die Gelegenheit bieten wollte, solistisch mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten zu brillieren. Vielleicht hatte der sich auch über zu wenig Text beschwert? Trotzdem ist die Szene in dieser Inszenierung wie gesagt als sinnvoller Teil von Mercutios Charakterdarstellung eingebaut und lässt die Rolle der teilweise beängstigend psychopathisch grinsenden Nickels für die folgenden tragischen Ereignisse erahnen (so ist es Mercutio, der verhindert, dass Romeo die wichtige Nachricht über Julias nur vorgetäuschten Tod erreicht). Mit diesem Kunstgriff ließ sich praktischerweise auch der ausladende letzte Akt erfreulich kürzen – eine gute Idee, die auch Shakespeare schon hätte haben dürfen.

Was genau einem die Hervorhebung von Mercutios Rolle letztlich sagen soll, überlasse ich den denkfreudigeren Zuschauern. Fakt ist, dass diese einfallsreichen und teils erfrischend selbstironisch inszenierten zweieinhalb Stunden in keinem Fall langweilig sind. Das zeigte auch die Konzentration der rund 50 Zuschauer während der Vorstellung, sowie der begeisterte Applaus zum Schluss. Bei den Übergängen zwischen den Szenen jedoch hätte man etwas weniger schlampen dürfen – zu oft wird man hier durch zu lange Pausen aus der Illusion des Theaters zurück in die Wirklichkeit gerissen.

Misslungen fand ich einzig die Szene im Anschluss an Mercutios und Tybalts Tod: Anscheinend soll durch die zeitlupenartig verzerrte Verzweiflung der Darsteller, gepaart mit emotionaler Musik, eine pure, mitreißende Dramatik erzeugt werden – was allerdings durch Mercutios schauerlich schiefes Geigenspiel vereitelt wird. Aber vielleicht war das ja auch die späte Rache Mercutios am Publikum – einfach dafür, dass er jahrhundertelang zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat.

Erschienen in der Kategorie Theater im OP
Samstag, 08 April 2017 18:40

Heute schon halluziniert?

Premiere von „What the Butler Saw“ im Theater im OP

„Die ganze Welt ist ein Irrenhaus, aber hier ist die Zentrale!“ pflegten meine Eltern gelegentlich zu sagen, wenn meine Geschwister und ich mal wieder alles daran gesetzt hatten den langweiligen Feierabend unserer Eltern mit kreativen Ideen aufzupeppen (wie viele Luftschlangen muss man durch ein Zimmer spannen, damit es zu einem für die Eltern undurchdringlichen Dickicht wird?). Sie kannten offensichtlich Joe Ortons „What the Butler Saw“ nicht, ein Stück, dessen Setting so herrlich schräg und faszinierend verrückt ist, dass ihm der Titel „Irrenhauszentrale“ ebenfalls gebühren würde. Im Übrigen glaube ich aber, dass meine Eltern mit unseren Verrücktheiten ganz zufrieden waren, denn vermutlich dachten auch sie manchmal: „You can´t be a rationalist in an irrational world. It isn´t rational.“
Diese Worte legt der britische Autor Orton seinem Charakter Dr. Rance in den Mund. Mit der seinerzeit skandalösen Komödie (Uraufführung 1969), wunderbar turbulent vom English Drama Workshop auf die Bühne des Theaters im OP gebracht, seziert er säuberlich den schmalen Grat zwischen Normalität und Wahnsinn:

Dr. Prentice (mit echt erarbeitetem Schweißfilm: Nikolai Smith), Leiter einer angesehenen psychiatrischen Einrichtung, hat an diesem Morgen wirklich nichts Anderes im Sinn als seine Sekretärin flachzulegen – leider kommen ihm im ungünstigsten Moment seine Frau (Venus im Pelz: Karin Reilly) und der Inspekteur Dr. Rance (erschreckend unbeirrbar: René Anders) in die Quere. Das nackte Fräulein Barclay (in knuffiger Unschuld: Daniella Wood) wird kurzerhand zur halluzinierenden Patientin erklärt. Als dann der Hotelpage Nicholas Beckett (knabenhafter Schulmädchenverführer: Justin Silvan) mit delikaten Fotos von Mrs. Prentice auftaucht und zu guter Letzt Sergeant Match (misstrauisch, dennoch bereit für jede Form der Untersuchung: Richard Varela) auf der Suche nach fehlenden Teilen einer explodierten Winston-Churchill-Statue vorstellig wird, sind dem quirligen, absurden Verwechslungsspiel keine Grenzen mehr gesetzt. Dr. Rance handelt nach dem Grundsatz „Wer heute noch keine Wahnvorstellung hatte, wurde nur noch nicht gründlich genug untersucht“, so dass die Nerven der Charaktere schon nach der ersten von zwei amüsanten Stunden Spielzeit blank liegen. Doch es kommt natürlich noch besser...

Die Inszenierung von Regisseur Andrew Knight ist ein Muss für alle Fans von Screwball-Comedys, wortwitzigem Schlagabtausch und temporeichem Tür-auf-Tür-zu-Theater. Ohne ihre teilweise grotesk angelegten Charaktere zu überspielen, punktet das Ensemble mit perfektem Timing, vollem Körpereinsatz, sehr guter englischer Aussprache und viel nackter Haut – das Publikum der Premiere am Mittwochabend feiert diese äußerst unterhaltsame Performance mit lautem Beifall.

Weitere Aufführungen des Stücks sind am 6., 7., 8., 10., 11., 13., 15., 18., 19. und 20. April zu sehen.

Erschienen in der Kategorie Theater im OP
Donnerstag, 15 Dezember 2016 08:54

Das Gänsehaut-Liesel kehrt zurück

Unheimliche Geschichten schön gruselig auf der ThOP Bühne erzählt

Erschienen in der Kategorie Theater im OP
Mittwoch, 07 Dezember 2016 09:40

Odyssee mit Paso Doble, Tango und Disco Beats

"Alles tanzt" im Theater im OP (ThOP)

Erschienen in der Kategorie Theater im OP
Samstag, 05 November 2016 16:27

90 Minuten kurzweilige Unterhaltung

„Shoppen“ - eine Speeddatingkomödie. Premiere im Theater im OP (ThOP)

Erschienen in der Kategorie Theater im OP

Premiere im ThOP: „Jakes Frauen“ von Neil Simon

Der Titel sagt alles. Es geht um Jake – und seine (sieben) Frauen.

Erschienen in der Kategorie Theater im OP

Music by Richard Rodgers, Lyrics by Oscar Hammerstein II, Book by Howard Lindsay and Russel Crouse, Suggested by “The Story of the Trapp Family Singers”

Premiere am 8. Juni im Theater im OP

Erschienen in der Kategorie Theater im OP
Samstag, 07 Mai 2016 16:19

Lebensinhalt Gleichmut

Premiere von „Herr Lehmann“ im Theater im OP

Würden Sie sich geschmeichelt fühlen, wenn Ihnen ein guter Freund folgendes Kompliment machte: „Ich mag Dich, weil: Du bist so erfrischend simpel!“ ?

Herr Lehmann fühlt sich nicht geschmeichelt. Er widerspricht aber auch nicht. Letztlich beschreibt ihn diese Aussage seines Freundes Karl eben treffend. Herr Lehmann ist der perfekte Carpe-Diem-Typ. Er arbeitet in einer Kneipe in Berlin-West, kurz vor dem Mauerfall, von dem er aber auch nicht viel mitbekommen hätte, wenn ihm seine Freunde nicht davon erzählt hätten, und zu dem er, an seinem 30. Geburtstag, auch nicht hingegangen wäre, wenn seine Freunde ihn nicht mitgeschleift hätten. Er wohnt seit neun Jahren in Berlin, stellt nix auf die Beine und läuft eher so mit.

Eigentlich erstaunlich, dass aus einer so unspektakulären Figur (erschaffen von Sven Regener) Anfang des Jahrtausends ein so erfolgreicher Roman sowie ein erfolgreicher Film wurde.

Im Theater im OP haben sich nun Lena Aust, Johanna Mohrmann und Julia Ruge der Geschichte angenommen und sie in eigener Version auf die Bühne gebracht. Es ist ein wunderbarer „Kneipenabend“ geworden: Neben den praktischen Kneipentischchen im Zuschauerraum steht an der einen Schmalseite der Bühne – unverrückbar – eine Theke, die mal als Kneipentheke, mal als Badeanstaltstheke, mal als Hotelrezeption fungiert und irgendwie immer unterschwellig suggeriert, dass das Leben ein Dienstleistungsgewerbe ist. Zwischen Kaffee, Bier und Schweinebraten spielt sich im Leben von Herrn Lehmann alles ab: Seine Beziehung zu einer Köchin, der Besuch seiner Eltern, die Lebenskrise seines besten Freundes. Viele kleine, oft stumme Nebenrollen sorgen zusammen mit leise eingespielter Musik und Hintergrundgeräuschen für eine herrlich lebendige Atmosphäre. Nach dem Abend hat man große Lust sich auch mal wieder zu betrinken und in einer Kneipe zu versacken. Ist das Kneipendasein mit seinen berauschenden Getränken, den zufälligen Begegnungen und dem Genuss der Stunde nicht geradezu eine Feier des Lebens?

Doch natürlich beinhaltet das Stück auch den Zweifel an dieser Lebensweise: Müsste Herr Lehmann nicht eigentlich mal was aus seinem Leben machen? Alle „machen“ doch irgendwas. Auch seinen Eltern erzählt er erst mal nichts von seinem eigentlichen Beruf. Macht es sich doch vor den Nachbarn besser zu behaupten, er sei Geschäftsführer eines Restaurants...

Der Abend steht (und fiele, aber das tut er nicht) mit Hauptdarsteller Jonathan Blümcke. Die schauspielerische Leistung der anderen Darsteller ist gemischt, aber durchweg ordentlich, einige Figuren übertreiben ihre Rolle ein bisschen arg, was aber vielleicht auch dazu dienen soll, den Kontrast zum unaufgeregten und ohne viel Eigenantrieb auftretenden Herrn Lehmann zu unterstreichen. Dies wäre allerdings nicht nötig gewesen. Jonathan Blümcke spielt den knapp dreißigjährigen Kneipenwirt so überzeugend unspektakulär, so konsequent gleichmütig, dass er vollkommen authentisch wirkt. (In einigen Szenen meint man gar, da unterhielten sich nicht drei Schauspieler, sondern zwei Schauspieler unterhielten sich mit Herrn Lehmann.) Seine unaufgesetzte Bühnenpräsenz macht ihn zum perfekten Leitcharakter, der er sogar schafft hinter den Problemen seiner Freunde zu „verschwinden“, wenn er sich als geduldiger Zuhörer und Helfer in allen Lebenslagen entpuppt. Derart selten gesehen überzeugend agieren an diesem Abend zudem Anja Kütemeyer als Lehmanns stets überarbeitete Chefin Helga sowie Thomas Rühling als stummer Betrunkener.

Vielleicht ist diese Bühnenfassung mit zweieinhalb Stunden ein wenig lang geraten, allerdings bietet die Aufführung am ThOP einen Abend, an dem es viel zu lachen gibt und bei dem allein die Beobachtung der Nebenrollen hervorragend unterhält. Das Publikum der fast ausverkauften Premiere ist hörbar begeistert und spendet nach jeder Szene Applaus.

Weitere Aufführungen sind am 9., 11., 13., 14., 16., 18., 20., 21., 23., 25., 27. und 28. Mai zu sehen, jeweils um 20:15 Uhr. Karten gibt es im Foyer der ZHG-Mensa (Montags bis Freitags von 12-14 Uhr), Reservierungen lassen sich unter 0551 39 70 77 vornehmen.

Erschienen in der Kategorie Theater im OP
Samstag, 16 April 2016 20:10

Kafka zwischen Russland und Rheuma

Premiere von Klaus Bergs „Ein Bericht für eine Akademie – Kaffka“ im Theater im OP

Erschienen in der Kategorie Theater im OP
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