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„Spötterdämmerung“ mit Stefanie Sargnagel

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Lesung mit Zsuzsa Bánk im Alten Rathaus

In dem fast ausverkauften Alten Rathaus trat gestern Zsuzsa Bánk auf die Bühne, um aus ihrem neuen Roman Schlafen werden wir später zu lesen. Die Lesung des Literarischen Zentrum Göttingens wurde moderiert von Anke Detken, Literaturwissenschaftlerin aus Göttingen. Die aus Ungarn stammende Autorin Zsuzsa Bánk, die, bevor sie 2002 als Schriftstellerin aktiv wurde, unter anderem als Wirtschaftsjournalistin tätig war, legt hier einen modernen Briefroman vor.

Wie Anke Detken es ausdrückt, „rettet sie den Briefroman ins 21. Jahrhundert.“ Hätte sie Briefe als Medium verwendet, so „würde etwas von der Dynamik des Buches genommen werden.“ Doch genau diese Dynamik ist es, die dem Roman das gewisse Etwas gibt. Deshalb ist es ein Briefwechsel per E-Mail. Drei Jahre andauernd zu jeder Tages- und Nachtzeit, wird so eine enge Frauenfreundschaft gepflegt und damit die räumliche Distanz zwischen Johanna, der Deutschlehrerin, die über Droste-Hülshoff promoviert, und Màrta, der Schriftstellerin, überwunden.

Der Schlaf stellt das zentrale Leitmotiv dar, wenn auch in gegensätzlicher Form: Es ist der fehlende Schlaf, der im Mittelpunkt steht. „Mit Schlaf nicht das Leben zerbröseln“, es erscheint wie ein Aufschub, ein Ausnutzen jeglicher Zeiträume, ein wenig resignativ: Die konkreten Verhinderungen von Schlaf, seien es Kinder, Beziehungen, Krankheit, Schicksale oder Albträume nutzen die beiden Frauen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, um sich dem für beide elementarem Schreiben zu widmen.

Die wohl größte Rolle bei alledem spielt somit die Sprache. Die Kommunikation ist von dem Spiel mit der Sprache bestimmt, es dient ihnen als Ausdrucksmittel, beruflich, wie privat. Màrta und Johanna sind im Schreiben zu Hause. Es ist eine Liebe zu den Wörtern, die beide teilen. Schreiben dient den beiden aber auch als Flucht. Die Sprache fungiert als Zufluchtsort und dient der Reflektion von Gefühlen. Die beiden betten die Literatur in ihre Stimmungen mit ein. So ist der Roman durchsetzt von den vielen intertextuellen Verweisen und Zitaten. Ob Hauff, Droste-Hülshoff, Kästner, Laxness, Shakespeare, Büchner: Texte sind, so Màrta, ihr „schönstes Tal der Literatur“. An einigen Stellen bekommt man den Eindruck, dass es ein wenig seicht wird, dann wieder sehr realistisch und drastisch, eine gewisse Spannung zieht sich durch das Buch. Mal melancholisch, mal leicht, dann wieder erinnerungsreich, an manchen Stellen etwas langatmig. Es ist ein stetes Spiel mit den Wörtern, mit der Sprache, mit dem Ausdruck. So wichtig die Sprache für die beiden Hauptfiguren ist, so wichtig ist sie auch für das Buch selber: Wozu schlafen, wenn man auch schreiben kann?

Ein unterhaltsamer Abend, der gut gestaltet wurde. Anke Detken und Zsuzsa Bánk gelang eine passende Gewichtung zwischen packendem und diskursiven Gespräch und angenehmer Lesung, welche bei dem Publikum gut ankam. Schlafen werden wir später ist ein Buch, dass man sich gut auf den Nachtisch legen kann und immer mal ein paar Briefwechsel abends zur Hand nehmen und weiterlesen kann. Schlafen kann man ja wann anders...

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Sonntag, 07 Mai 2017 09:37

Eine gelungene Ballnacht

„Debütantinnenball“ mit den Debütromanen von vier Autorinnen

Das Literarische Zentrum hat wieder eingeladen: Der zweite Debütantinnenball stand am gestrigen Abend auf dem Programm, an dem gleich vier Autorinnen ihre Debütromane vorstellten. Geführt von Thomas Klupp, Autor und Literaturwissenschaftler aus Hildesheim, wurden vier recht unterschiedliche Tänze dargeboten. Eine Debütantin nach der anderen lief zu einem für sie bedeutenden Song ihrer Wahl ein und nahm neben Thomas Klupp auf den Podium Platz.

Den Anfang machte Luise Maier und stellte ihren Roman Dass wir uns haben vor, der während ihres Studiums an der Schreibschule Biel in der Schweiz entstanden ist. Der von ihr gewählte Song, „Jetzt mal ehrlich“ von Fiva Mc, steht wie auch ihr Buch für die Bedeutung der Authentizität. Der einfache Schreibstil verbindet sich mit dem beklemmenden Inhalt und der emotionalen Kargheit. Die fragmentarischen Geschichten der Familienkonstellation fügen sich dabei mit der Isoliertheit der Figuren zusammen. So resümiert auch Klupp, dass dies „mit das drastischste“ wäre, was er die letzten Jahre gelesen hätte.

Es folgt Svenja Gräfen, Autorin und Poetryslamerin aus Berlin, welche aus ihrem Roman Das Rauschen in unseren Köpfen liest. Ihr Song, „Blue Blood“ von den Foals, dient auch als vorangestelltes Zitat für das Buch: Ein Liebesroman, der keine „eiskalte Liebesdekonstruktion“ darstellt, jedoch eine Beziehung seziert und analysiert - auf eine Art und Weise, die nachvollziehbar und verständlich Entwicklungen von Harmonie und hoher Fallhöhe darlegt. Rhythmik und Sound des Textes kombinieren sich mit einer unkomplizierten Sprache.

Ganz gegensätzlich hierzu wirft Annette Pusserts dichte Prosa in ihrer Mehrgenerationserzählung Nord Nord Ost die Frage nach Heimat und Zugehörigkeit auf, ebenso wie das gewählte Lied „A place called home“ von PC Harvey. Der Verschränkung verschiedener Zeitebenen und Perspektiven begegnet die Autorin mit einer schlichten Sprache und nötigen Distanz.

Den Schluss bildet die Bachmann-Preisträgerin, Autorin und Aktivistin Sharon Dodua Otoo mit ihren Novellen Die Dinge, die ich dachte, während ich höflich lächelte und Synchronicity. Als „Gift mit Zucker serviert“ betitelt Klupp dieses Debüt. Es ist eine schwarze feministische Perspektive ohne erhobenen Zeigefinger. Die prekären multikulturellen Großstadtexistenten und Probleme werden auf ganz leichte Art verhandelt. Dabei geholfen hat auch der Song ihrer Wahl: „Last night a DJ saved my life“ von Indeep.

Ein gelungener Abschluss einer langen Nacht. Zwischenzeitlich wurde es zwar doch ein bisschen lang. Aber gerade durch die abwechslungsreiche Mischung aus Autorinnen und ihren Büchern und der Auflockerung durch die Verbindung mit den Musikstücken entstand eine gelungene Ballnacht. Es wäre zu hoffen, dass zum nächsten Debütantinnenball nicht erst wieder in vier Jahren geladen wird.

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Freitag, 17 Februar 2017 06:00

Von Subtilität kann keine Rede sein

Das Frühjahrsprogramm des Literarischen Zentrums

„Das Programm des Literarischen Zentrums ist ja lange schon - mal mehr, mal weniger subtil - an gesellschaftspolitischen Entwicklungen interessiert. Im jetzt neuen Programm kann von Subtilität in dieser Hinsicht keine Rede mehr sein. Ich hab diesmal deutlich den Druck verspürt, Stellung zu beziehen.“

Mit diesen Worten beginnt Anja Johannsen die Programmvorstellung des Literarischen Zentrums. „Von März bis Juni 2017 hat fast jeder zweite Programmpunkt etwas damit zu tun“, erläutert Johannsen.

Das macht sich in der Tat sehr bemerkbar – gleich schon bei der ersten Veranstaltung am 1. März: „Wir müssen reden. Populismus & Widerstand“ lautet die Überschrift. In einer Podiumsdiskussion gehen Robert Feustel, Lars Geiges, Sabine Hess und Felicitas Zürcher in einer Art Sebstbefragung der Frage nach, welche Mitverantwortung die Kunst für die rechtsdrehenden Zeiten hat. Ein bemerkenswerter Einstieg für ein Literaturhaus!

Und so ziehen sich aktuelle Bezüge wie ein roter Faden durch das ganze Programm: der Feministinnen-Abend am 7. März unter dem Motto „Pussy grabs back“, der Abend mit der türkischen Autorin und Journalistin Ece Temelkuran am 28. März, die Einblicke in die Fußball-Hooligan-Szene am 30. März, die Lesung aus dem Roman um die junge Generation Syriens „Gott ist nicht schüchtern“ mit der Autorin Olga Grjasnowa am 19. April oder der Abend „Freadom“ am 8. Juni mit den Perspektiven auf verbotene Literatur.
Aber auch andere aktuelle Ereignisse finden sich in dem Programm wieder: ein etwas anderer Luther-Abend mit Tillmann Bendikowski am 15. Mai oder ein Abend im Rahmen der Reihe „Spötterdämmerung“ um den 275. Gebutstag von Georg Christoph Lichtenberg.
Einige Veranstaltungsreihen haben sich im Zentrum fest etabliert: in der Reihe „Krimi“ gastiert am 29. Mai Volker Kutscher mit seinem neuen Roman „Lunapark“, und auch die Reihe „Liederabend“ ist mit einer Veranstaltung vertreten: am 20. Juni nehmen Frank Witzel und Gerhard Kaiser die Beatles vor. Vor 50 Jahren erschien „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“, und so spricht Witzel gar von der „Neuerfindung der Beatles“.

Das „Poetree Lyrikfestival Göttingen“ hatte schon zwei Versuche unternommen. Im ersten Jahr bei Regen unter Bäumen im Cheltenhampark, im zweiten Jahr bei Sturm in den festen Wänden des Literarischen Zentrums. Im Jahr 2017 versuchen es die Macherinnen des Festivals im Börnerviertel, genauer im Dots. Am Samstag, den 17. Juni geht es drinnen und / oder draußen um Lyrik. Geboten werden unterschiedliche Performance-Formate - ei– Tag voller Poesie, diesmal ohne Baumkronen, aber nach wie vor unter freiem Himmel.
Die Reihe „Literatur macht Schule“ ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Literarischen Zentrums. Auch wenn – oder gerade weil dieser Bereich nicht ganz so öffentlichkeitswirksam ist. Allein über 20 Termine zum Vorlesen an der Brüder-Grimm-Schule mit der Schauspielerin Sonja Elena Schröder verdienen Respekt. Andere Termine finden sich auch im Hauptprogramm wieder, und eine gewisse Tradition hat auch der Schreibwettbewerb am Max-Planck-Gymnasium, dessen Abschlussveranstaltung am 17. Mai im Literarischen Zentrum stattfindet.

Das komplette Programm finden Sie unter www.literarisches-zentrum.de und hier auf den Seiten des Kulturbüros. Tickets zu den Veranstaltungen gibt es an allen Reservix-Vorverkaufsstellen und ebenfalls online über das Kulturbüro.

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Das Herbstprogramm des Literarischen Zentrums wurde vorgestellt

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Dienstag, 31 Mai 2016 09:22

Gelebte Erzählung - Erzähltes Leben

Tilmann Lahme und Heinrich Detering im Gespräch über „Die Manns“Zum Abschluss des Büchertages im Albaniviertel fanden sich zahlreiche Zuhörer in der St. Albanikirche ein, um dem Gespräch zwischen dem Historiker Tilmann Lahme und dem Germanisten Heinrich Detering zu lauschen. Im Mittelpunkt stand die Familienbiographie „Die Manns“ von Lahme über die Eheleute Katia und Thomas Mann sowie ihre sechs Kinder Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael.

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Mittwoch, 25 Mai 2016 15:50

Lyrik im Cheltenhampark

Göttingens Lyrikfestival »Poetree« geht in die zweite Runde: Am 25.06.2016, von 12.00 - 18.00 Uhr, wird der Cheltenhampark wieder für einen Tag in einen Ort der lyrischen Begegnung verwandelt.

Erschienen in der Kategorie Literatur

Claudia Roth war früher Managerin bei "Ton, Steine, Scherben" und jetzt zu Gast im Literarischen Zentrum

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Büchertisch-Anmeldungen ab sofort möglich

Thema: „Himmel, Sterne und Planeten“

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Freitag, 04 März 2016 22:16

Mein Lieblingstier ist der Esel

Poesie der Dinge mit Heinrich Detering und Jan Wagner im Alten Rathaus

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