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Frühbucherrabatt für die ersten 100 Karten

Es geht wieder los: Das Programm für das Open Air im Kaiser-Wilhelm-Park (KWP) nimmt Formen an. Feststeht: Max Giesinger ist ebenso dabei wie die Band Earth, Wind & Fire Experience feat. Al McKay Allstars. Der Vorverkauf startet bereits am Montag, 27. Februar 2017, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und natürlich hier online im Kulturbüro Göttingen. Kinder bis 14 Jahren haben in Begleitung eines Erziehungsberechtigten freien Eintritt. Die Tageskarte gibt es für 25,00, den Festivalpass für 40,00 Euro jeweils zuzüglich Vorverkaufsgebühr.

In diesem Jahr bietet der Fachdienst Kultur einen Frühbucherrabatt, damit sich der Kartenkauf auch lohnt. Die ersten 100 Tageskarten pro Festivalabend gibt es für einen vergünstigten Preis von 15,00 € zzgl. VVK-Gebühr.

Max Giesinger ist zur besten Sommerzeit auf der schönsten Open Air Bühne am Freitag, 18. August 2017, in Göttingen im Rahmen seiner „Der Junge, der rennt“ Sommer-Tour live zu erleben. Der Songschreiber aus Karlsruhe reitet zurzeit die Erfolgswelle. Die Single aus dem aktuellen Album „Wenn sie tanzt“ ist ein Megahit - nach „80 Millionen“ ein weiterer Clou. Max Giesinger überzeugt durch seine markante Stimme und seine energiegeladenen live Auftritte. Er liebt die Musik und fühlt sich auf der Bühne am wohlsten, wie ein Blick auf seinem ausgefüllten Tourplan verrät.

Einen absoluten Höhepunkt konnten die Veranstalter für Samstag, 19. August 2017, verpflichten: die Band Earth, Wind & Fire Experience feat. Al McKay. Dreizehn erstklassige Musiker um den Gitarristen und fünffachen Grammy-Gewinner Al McKay werden die KWP- Bühne mit tanzbarer Soulmusik der legendären Band „Earth, Wind & Fire“ fluten. Welthits wie September, Best of my Love, Sing a Song u.v.m. sind zu Klassikern geworden, die auf keiner Party fehlen und im August live im Kaiser-Wilhelm-Park (KWP) zu hören sind.

Das weitere Line Up zum KWP Open Air präsentiert der Fachdienst Kultur in Kürze. Informationen und Neuigkeiten immer auch unter www.kultursommer.goettingen.de  und www.facebook.com/KWPopenair .

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Die große Wanderung. Dreiunddreißig Markierungen
Hans Magnus Enzensbergers politischer Essay in einer szenischen Lesung mit Peter Lohmeyer bei den Göttinger Theater Tagen

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Dienstag, 16 August 2016 15:49

Ich werde nicht hassen


Der schmerzhaft beklemmender Monolog bei den Göttinger Theater Tagen mit Mohammad-Ali Behboudi

Erschienen in der Kategorie Deutsches Theater
Donnerstag, 28 April 2016 10:34

Marching Band „Meute“ beim KWP-Open Air

Es gibt Neuigkeiten zum Programm des KWP-Open-Air im Rahmen des Kultursommers 2016: Zum Partyabschluss am Freitag, 19. August 2016, spielt die Hamburger Marching Band „Meute“.

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Suzanne von Borsody eröffnet am Sonntag, 26. Juni 2016, um 20.00 Uhr mit einem Portrait der bekanntesten Malerin Lateinamerikas, Frida Kahlo, den Göttinger Kultursommer 2016. Die bekannte Schauspielerin präsentiert gemeinsam mit dem Trio Azul einen szenischen Liederabend im Deutschen Theater. Der Kartenvorverkauf startet am 4. April 2016 in allen bekannten Göttinger Vorverkaufsstellen und unter www.dt-goettingen.de. Karten gibt es zu Preisen von 13, 18, 25 und 28 Euro, ermäßigte Karten jeweils drei Euro günstiger.

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Mittwoch, 09 September 2015 18:14

Curry rettet die Schwermütigen

Jaap Achterberg erzählt Uwe Timms Novelle „Die Entdeckung der Currywurst“

Auch der Erzähler ist hin und weg. Gerade hat er sich daran erinnert, wie sich auf seiner Zunge ein paradiesischer Garten öffnete. Damals in Hamburg, am Imbissstand von Lena Brücker, als sie ihm seine erste Currywurst servierte.

Dass das Currypulver auch heilsame Wirkung hat, wird sie ihm später noch erklären und dass der Streit um die Entdeckung der Currywurst eindeutig in Hamburg entschieden wurde und nicht etwa in Berlin, wo man angeblich erstmals Wurstscheiben mit Tomatensauce und Currypulver veredelt hat. Lena wohnt längst im Altersheim, als sie ihn schließlich neugierig auf die wahre Geschichte macht. Doch erstmal lässt sie sich ihre Erinnerungen mit reichlich Sahnetorte versüßen.

Die Miene der alten Dame scheint sich in Joop Achterbergs Gesicht zu spiegeln, wie sie jetzt ihren Besucher ein bisschen auf die Schippe nimmt. Der Schauspieler kontert mit geduldigem Minenspiel. Also erst mal ein Stück Schwarzwälder Kirsch, gefolgt von Sacher- und Herrentorte, bis Uwe Timms Novelle einen Zeitsprung macht, zurück in die letzten Tage des 2. Weltkrieges, mitten hinein in eine Liebesgeschichte.

Schon wenn Joop Achterberg die Begegnung Lenas mit dem jungen Soldaten Hermann schildert, wie sie die Lauschangriffe des Blockwartes abwehrte und ihrem Liebhaber das Kriegsende einfach verschweigt, gesellen sich die Bilder einer Wohnküche hinzu, in der eine Frau ihr Glück für ein paar Tage einfach genießt. Es sind Bilder von berührender Nähe, die schon in der Stimme des Schauspielers anklingen. Liebevoll lauscht er in den Text hinein und scherzt auch gern mit Lenas trockenem Humor und ihrem Gespür für praktische Lösungen. Wie sie ihren Ehemann kurzerhand vor die Tür setzt, der es sich nach den Jahren der Kriegsgefangenschaft vor allem mit Bier und Pantoffeln bequem machen möchte. Und wie beherzt sie trotz miserabler Versorgungslage die Idee mit dem Imbissstand verfolgt und  sich mit den abenteuerlichsten Seilschaften auf dem Schwarzmarkt vertraut macht. Uwe Timms Novelle nimmt wunderbar überraschende und kuriose Wendungen, wenn Pelzmäntel und Whiskyreserven, diverse Meter Holz, Tomatensauce, Gewürzdosen und Würste ohne Darm den Besitzer wechseln, bis endlich die entscheidenden Zutaten in der Pfanne köcheln.

Man möchte Joop Achterberg gern noch viel länger zuhören und mit diesem wunderbaren Erzähler am liebsten gleich noch einmal in die Figuren und ihre Geschichten eintauchen und dabei dieses ideelle Curryaroma genießen.

Erschienen in der Kategorie Deutsches Theater
Dienstag, 08 September 2015 16:37

Die Sehnsucht nach Glanz

Fritzi Haberlandt mit dem "Kunstseidenen Mädchen" bei den Göttinger Theatertagen

So ein Pelz veredelt nicht nur äußerlich, als Zeichen von Stil, Geschmack  und Geld. Er mach auch etwas mit dem Innenleben von Doris, die weiß, was sie von sich alles erwarten kann. Sie will schließlich ein Glanz sein, die Bewunderung ihrer Mitmenschen genießen und ein Leben fern von Sparhaushalten, Alltagstristesse und Almosen führen. Fritzi Haberland befreit sich vorübergehend von dem edlen Stück. Viel wichtiger ist jetzt diese Band mit der existenziellen to-do-Liste, die es abzuarbeiten gilt, auch wenn es dabei immer zu Pannen, Katastrophen und Missverständnisse kommt.

Die Rolle als kleine Stenotypistin ist viel zu mickrig für Irmgard Keuns „Kunstseidenes Mädchen“, in das sich die Schauspielerin jetzt hinein lebt. In ihren Mut und ihren Eigensinn - und in die ganz klaren Ansagen über die vorwiegend männliche Umwelt und wie sie tickt. Leider ist ja auf die Männer kein Verlass, die ihr eigentlich eine solvente Zukunft garantieren müssten, aber nicht mal als Liebhaber Sicherheit bieten. Überhaupt ist das ganze Überlebensgeschäft eine ziemlich mühsame Angelegenheit für diese junge Frau, die es nach Berlin in den großstädtischen Glanz gelockt hat, damit er endlich auf sie abfärbt.

Auf der Bühne des Deutschen Theater lässt Jens Thomas am Flügel sanft anmutende Akkorde verklingen. Sie bilden zarte Echowellen, denen man nachlauscht, bis der Musiker mit seinem Gesang ein bisschen Wehmut aufkommen lässt und Fritzi Haberland nun die Welt ihrer Figur zerpflückt und darin eine couragierte Kämpferin freistellt. Die hadert und grummelt und kriegt eigentlich kein Bein auf den Boden, selbst wenn die Stimme das jetzt anders beschreibt. Schließlich kann Doris ja auch als anpassungsfähige Gefährtin funktionieren und sich trotzdem ihren eigenwilligen Reim auf die Verhältnisse machen, in denen nicht nur sie als Frau immer wieder auf der Verliererseite landet. Aber klein beigeben gilt nicht. Wieder lässt die Schauspielerin diesen kämpferischen Elan durchblitzen, der dann das trügerische Bauchgefühl übertönt, dass es mit dem ersehnten Glanz einfach klappen muss. Natürlich muss die Gestalt mit dem wachen Blick für die Verhältnisse der hoffungsvollen Träumerin dabei auch andauernd widersprechen; aber genau das macht diese Überlebenskünstlerin aus, die Fritzi Haberlandt in Worten und Gesten so wunderbar bestärkt. Manchmal überlagern die musikalischen Echos von Jens Thomas die Kämpfe, die in Imrgard Keuns Erzählungen mit allen Verletzungen ausgetragen werden. Dann klingt seine Stimme, als ob er das Bild einer geknechteten Kreatur beklagt, das er dann am Flügel und an der Gitarre noch forciert.

Von diesem Bild hat sich das kunstseidene Mädchen auf der Bühne des Deutschen Theaters zum Glück befreit. Es lebt und überlebt und glänzt dann umso mehr.

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Der Kleine Prinz im Alten Rathaus: Ein Klassiker wird neu komponiert und bleibt vertraut

Ein bisschen Wüstencharakter kann man am Abend des 09.August 2015 dem Inneren des Alten Rathauses schon zubilligen. Das passt gut, denn in eine Wüste sollen die Großen, die auch einmal Kinder waren und den Saal bis auf den letzten Sitzplatz füllen, musikalisch-leserisch entführt werden. Honigfarben soll sie sein, die Wüste, und strahlend. „ Es macht die Wüste schön“, sagte der kleine Prinz, „dass sie irgendwo einen Brunnen birgt.“

August Zirner und Kai Struwe auf der Bühne mit Querflöte, Kontrabass und ehrlich-vertrauter Geschichtenerzählerstimme, sowie Karl-Heinz Käs hinter den Kulissen am Bildmaterial, bringen ein komponiertes Buch zu Gehör und vors Auge. Ohne Bilder funktioniert „Der kleine Prinz“ einfach nicht. Aber mit Musik funktioniert er gut.

Nicht zum ersten mal arbeiten Zirner und Struwe zusammen, die mit zwei so gegensätzlichen Instrumenten das berühmteste Werk Antoine de Saint-Exupérys auf einer zusäzlichen Ebene ausmalen. Zusammen haben sie diese märchen-sphärische Musik komponiert, zusammen ergänzen sie sich in diesem Dialog zwischen den beiden Instrumenten, jeder den anderen begleitend, mit wenigen Themen, die sich sacht ans geschriebene Wort anlehnen. Dazu August Zirners minimal-szenische Lesung, bei der er zwischen dem erzählenden Piloten und dem passionierten Flötisten wechselt. Der abgestürzte Pilot, der sich wieder an die Wirkung der Erwachsenen auf ihn als Kind erinnert und dabei nun selbst der Erwachsene ist, der nicht versteht, was ihm nicht erklärt wird. Und mittendrin ist auch der kleine Prinz selbst zu hören: immer wenn er lacht, lassen Struwe und Zirner die Chimes – eine Art Röhrenglockenspiel – erklingen. „Es wird sein, als hätte ich dir statt der Sterne eine Menge kleiner Schellen geschenkt, die lachen können...“

Dieser kleine Prinz, der nicht nur einen Fuchs, sondern einen ganzen Planeten gezähmt hat. Mit dieser Erzählung, die auch im Oeuvre de Saint-Exupérys eine Ausnahme darstellt, hat er den Laternenanzünder über Banker und Staatsoberhäupter gestellt, die Schönheit über die reine Nützlichkeit, soziale Beziehungen jedweder Art über den objektiv ermessbaren Wert der Dinge, und Kindern den klareren Blick im Vergleich mit „den Großen“ zugestanden. Antoine de Saint-Exupéry selbst war zum Zeitpunkt als der Prinz entstand bereits einige Jahre kriegserfahren. Und wahrscheinlich auch kriegsmüde; lediglich die Liebe zur Fliegerei und die dortigen entsprechenden Möglichkeiten ließen ihn immer wieder zur Luftwaffe zurückkehren. Man kann nun in der Einführung der Lesung einen Bezug zur aktuellen Flüchtlingswelle herstellen, und damit Menschlichkeit predigen, und Freundschaft, über die Grenzen des Gewohnten hinaus. Doch ich vermute, in diesen Dimensionen wird der entwaffnende weizenblonde Asteroidenbewohner eindimensional und wortkarg. Vielleicht halten die Künstler die Darbietung deshalb auch so schnörkellos; schwierig genug, mit allem, was in dieses kleine Kerlchen hineingedeutet wird, nicht pathetisch zu werden. So bleibt der Prinz in dieser Konzertlesung größtenteils ungebunden an Wichtigkeiten der Erwachsenen, in seiner kleinen Welt mit einer eitlen Rose und 43 Sonnenaufgängen an einem Tag. „Bevor die Affenbrotbäume groß werden, fangen sie ja erst damit an, klein zu sein.“

Für alle, die nicht genug von diesem einen Abend hatten und nicht selbst lesen, sondern vorgelesen bekommen wollen, gibt es das Werk auch auf CD zu kaufen. Oder, wem der Sinn nach etwas anderem steht, der kann weitere Kultursommerereignisse besuchen, wie „Once in a blue moon – eine musikalische Mondreise“ mit Christiane Eiben, Markus Gahlen, Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 16. August oder dem Kabarettprogramm „Der Abstandhalter“ von und mit Erwin Grosche am 22. August oder der kabarettistischen Musik in „Volumen 8“ von und mit Pigor und Eichhorn oder die Göttinger Theater-Tage am 05.&06. September im Deutschen Theater.

Erschienen in der Kategorie Göttinger Kultursommer

Der Kartenvorverkauf für die Göttinger Theater Tage läuft auch während der Ferienzeit der Theaterkasse in der Tourist-Information Altes Rathaus, beim Extra TiP Ticketshop, beim Göttinger Tageblatt Ticketservice, beim Kartenservice im TUI Reise Center und bei  GöTickets Dransfeld weiter.

In Kooperation mit dem Deutschen Theater in Göttingen werden am 5. und 6. September 2015 drei bemerkenswerte Gastspiele im Deutschen Theater gezeigt. „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun – Eine Lesung mit Konzert eröffnet am Sonnabend, 5.  September 2015 um 19 Uhr den Abend. Die Schauspielerin Fritzi Haberlandt und der Pianist Jens Thomas gestalten in der Improvisation mit Text und Klang ein Szenario mit Anklängen an das Berlin der zwanziger Jahre, einen mit Fantasie auszufüllenden Klang- und  Assoziationsraum.

„Die Entdeckung der Currywurst“ nach der Novelle von Uwe Timm wird um 21 Uhr gezeigt. Die wunderbare Liebesgeschichte im Hamburg der letzten Kriegstage, erzählt eindrucksvoll und fesselnd der freie Schauspieler Jaap Achterberg. Bereits mit „Die Pest“ und „Der  alte König in seinem Exil“ begeisterte Achterberg das Publikum beim Innenhof-Theater-Festival.

Zum Abschluss werden am Sonntag, 6. September 2015 um 20 Uhr die beiden Schauspieler Claudia Michelsen & Sylvester Groth, das Magdeburger Polizeiruf 110-Ermittlerduo, aus dem Episodenroman „Glücklich die Glücklichen“ von Yasmina Reza lesen. Die  Alltagsbeschreibungen der heutigen Gesellschaft verweben sich zu einem amüsanten und entlarvenden Beziehungsgeflecht. Eine humorvolle Eskalation der zwischen-menschlichen Kommunikation.

Eintritt für die Vorstellungen der Theater Tage: 20 / 17 / 14 / 8 EUR jeweils 3 EUR Ermäßigung

Ausführliche Informationen unter www.kultursommer.goettingen.de und auch hier im Kulturbüro Göttingen.

Erschienen in der Kategorie Theater
Montag, 04 August 2014 10:49

Wenn schon Diesseits, dann Göttingen!

„Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“ – das Lied gab es erst als Zugabe. „Gibt es in Göttingen einen Puff?“ fragt Friedolin, beantwortet die Frage aber gleich selber: „Natürlich einen Akademikerpuff, da kommen die Männer immer eine Viertelstunde zu spät.“ Das Lied handelt von einer „Bordsteinschwalbe“, erläutert Wiebke.

Wiebke und Friedolin sind auf der Bühne und im realen Leben ein Paar. Auf der Bühne frotzeln sie sich dermaßen gegenseitig an, dass einem beinahe das Lachen im Halse stecken bleibt. Und dennoch ist gerade dies ein gutes Stück der Qualität der beiden, die mit ihrem neuen Programm „Paradiesseits“ zu Gast im Alten Rathaus waren. Immer nehmen sie sich nur selber auf’s Korn, nie die anderen. Oder kaum. Denn schnell merkt jeder im gut gefüllten Saal: Gemeint ist eigentlich jeder. Die Sprüche, die Streitereien, die Allgemeinplätze – sie sind allgegenwärtig im Alltag. „Wenn wir eine Spülmaschine hätten, könnten wir uns wunderbar darüber streiten. Du bist der Mann, der immer das Geschirr falsch einräumt.“

„Paradiesseits“ – es geht immer um das Paradies, um Adam und Eva („Hatten die eigentlich einen Bauchnabel?“), und um das Diesseits. „Wenn schon Diesseits, dann Göttingen!“ Die Sehnsucht nach dem Leben im Paradies („Lass uns auf’s Land ziehen!“) zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm.

Gebettet sind die Themen in aberwitzige Dialoge und in Lieder. „Ich möchte einen reichen Mann haben. So wie den Typen, der so heißt wie das Buch.“ Erst Minuten später wird klar: sie mein Marc Zauberberg, den Gründer von Facebook – der natürlich Zuckerberg heißt.

Die Dialoge bleiben nicht an der Oberfläche. Noch nicht einmal, als es schlüpfrig wird („Lass uns mal eine Intimrasur versuchen.“) Und immer, wenn ein Punkt, ein Wechsel kommen muss, kommt ein Lied. Hier zeigen sich die weitern Qualitäten des Duos „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“: musikalisch vielseitig begabt und bei den Texten immer den richtigen Ton treffend.

„Mann und Frau passen einfach nicht zusammen“, sagte einst Loriot. Dieses ideale Paar mit Wiebke Eymess und Friedolin Müller münzten es um und erkannten: „Gut und Mensch passen nicht zusammen“. Beiden ist der Gutmensch eher suspekt, das ist den ganzen Abend über zu spüren. Das wird ihrer kleinen Tochter sicher gut tun. Sie wurde immer wieder erwähnt – obwohl „das Konzept Kind längst überholt ist“.

Das Göttinger Publikum dankte mit langem Applaus und entließ die beiden erst nach einigen Zugaben.

Erschienen in der Kategorie Kabarett im Alten Rathaus
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