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Montag, 22 Mai 2017 14:10

Beweglicher, großer Klang

„Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus in der Göttinger Johanniskirche

Erschienen in der Kategorie Göttinger Stadtkantorei

Heute: Bernd Eberhardt über „Luther in Worms“

Viele hoch dramatische Motive lassen sich in diesem Jahr bei den Internationalen Händel Festspielen unter dem Motto „Glaube und Zweifel“ erkunden. Das Festival Team hat dabei natürlich das Reformationsjubiläum im Blick. Aber neben Glaubensfragen geht es auch in Opern und Oratorien vor allem um Macht- und Herrschaftsansprüche und individuelle Überzeugungen, die in den musikalischen Bildern anklingen. Darauf möchte Sie das Kulturbüro auch mit dem Podcast „Händel Exkursionen“ einstimmen. Wir flanieren täglich durch das Festivalprogramm mit Künstlergesprächen und Tipps für Aufführungen und Konzerte.

Erschienen in der Kategorie Händel-Podcast
Montag, 27 März 2017 15:40

Reformation gestern und heute

Programm der Göttinger Stadtkantorei zum Reformationsjubiläum

Bernd Eberhardt und die Stadtkantorei haben sich vorgenommen, im Jahr des Reformationsjubiläums nicht nur auf 500 Jahre Vergangenheit zu blicken. Sie fühlen diese Vergangenheit als Verpflichtung, auf heute zu schauen. Unter der Überschrift „Reformation gestern und heute“ möchten sie den Reformationsprozess als solchen historisch beleuchten, das Lutherbild des 19. Jahrhunderts kritisch in Erinnerung rufen, die aktuellen Entwicklungen der evangelischen Kirche aufzeigen und zur aktiven Beschäftigung mit biblischen Inhalten anregen.

Das ist eine ganze Menge an Inhalten – diese selbst gesetzten Themenschwerpunkte spiegeln sich alle im aktuellen Programm der Göttinger Stadtkantorei wieder. Im Mittelpunkt des Jahresprogramms stehen die beiden großen Konzerte mit dem Oratorium „Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus am 21. Mai in Zusammenarbeit mit den Internationalen Göttinger Händel Festspielen sowie die Uraufführung des Oratoriums „Emmaus“ des Schweizer Komponisten Carl Rütti am 26. November.

In dem umfangreichen Programmheft finden sich auch zahlreiche andere Veranstaltungen. Eine ist dem Organisten Bernd Eberhardt besonders wichtig: die Orgelnacht „Organo pleno“ am kommenden Samstag, den 1. April. Für diesen Abend hat Eberhardt zehn Studierende im Fach Kirchenmusik/Orgel aus ganz Deutschland eingeladen, sich in Göttingen zu treffen und an der großen Ott-Janke-Orgel in der St. Johanniskirche zu musizieren. In dieser Aktion soll gezeigt werden, was junge Menschen heute bewegt, Kirchenmusik zu studieren. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer bringt ein Programm von ca. 20 Minuten mit, in dem auch ein Akzent zum Reformationsjubiläum enthalten ist.

Um untereinander, aber auch mit den Zuhörern in Gespräch zu kommen, wurde extra ein Sofa in der Kirche aufgestellt. In dieser „Orgel-Lounge“ gibt es nicht nur Gespräche, sondern auch kleine Speisen und Getränke. Hören Sie zur Einstimmung auf diesen Abend eine Aufnahme von Max Regers Choralfantasie „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“, op. 27 an der Orgel der Göttinger St. Johanniskirche, gespielt von Bernd Eberhardt.

Von dem Oratorium „Luther in Worms“ gibt es zwar einen Mitschnitt des Konzertes aus dem Jahr 1983, damals mit der NDR Radiophilharmonie Hannover, der Göttinger Stadtkantorei und dem Dirigenten Hermann Amlung. Leider ist dieses Tonmaterial nicht öffentlich. So ist wohl ein persönliches Erscheinen am 21. Mai erforderlich, um selbst einen Eindruck dieser Musik zu bekommen. Luther wird hier als Held der Freiheit dargestellt, der im Kampf gegen die römisch-katholische Kirche das unverfälschte Evangelium hochhält. Natürlich muss man den zeitlichen Kontext berücksichtigen, das Stück wurde 1874 komponiert. Die dramatische Gestaltung der Komposition und die musikalische Umsetzung in der Nachfolge von Mendelssohn Bartholdy lohnen sich aber, betont Bernd Eberhardt.

Zur Uraufführung am 26. November führt Eberhardt aus: „Ausgehend von der Frage, welche biblischen Texte uns heute besonders bewegen, gingen wir auf die Suche nach zeitgenössischen Oratorien zur Reformationsthematik und stellten schließlich fest, dass es so etwas nicht gibt.“ Aus dieser Erkenntnis entstand der Impuls, mit dem Komponisten Car Rütti in Kontakt zu treten. Immerhin hat Eberhardt mit seinem Göttinger Kammerchor im Jahr 2011 das „Requiem“ von Rütti in einer deutschen Erstaufführung zum Klingen gebracht und kurze Zeit später gemeinsam mit dem Cheltenham Bach Choir erklang die Aufführung der „Missa angelorum“ desselben Komponisten. Inzwischen ist immerhin der Titel des Werkes bekannt: „Emmaus“ nennt Rütti seine Komposition. Ihm liegt die Erzählung aus dem Lukas-Evangelium zugrunde, in der ein Fremder seine Zeitgenossen begeistert und zur Nachfolge bewegt, bevor sie ihn als dem Messias erkennen. Die Noten für dieses Werk liegen noch nicht vor, sie sollen erst kurz vor den Sommerferien eintreffen, damit die Kantorei genügend Zeit hat, das Stück einzustudieren.

Große Ereignisse werfen also ihre Schatten in der Johanniskirche voraus. Zahlreiche andere Termine ergänzen das Jahresprogramm, das in der Kirche ausliegt. Der nächste Termin nach der Orgelnacht am 1. April ist Ostersonntag, an dem im Gottesdienst die Kantate „Christ lag in Todesbanden“ von Johann Sebastian Bach erklingen wird. Diese Kantatenaufführung ist Bestandteil des Zyklus „Bachkantaten zu Lutherliedern“, das vom Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen unterstützt wird.

Erschienen in der Kategorie Göttinger Stadtkantorei
Sonntag, 05 März 2017 09:09

Ein Bild in großer, lichter Harmonie

3. Sinfonie in d-Moll von Gustav Mahler mit dem Göttinger Symphonie Orchester und Christoph-Mathias Mueller

Erinnern Sie sich an Ihren Tuschkasten in der Grundschule? Er hatte 12 Farben. Und der Pultnachbar hatte natürlich die Luxusversion: dort konnte man die obere Etage abheben, darunter erschienen weitere 12 Farben.

Einen solchen Tuschkasten verwendete Christoph-Mathias Mueller in der Göttinger Stadthalle zur Aufführung der monumentalen dritten Symphonie von Gustav Mahler. Nur das sein Tuschkasten viel, viel mehr Etagen hatte. Immer mehr Farben wurden von Mueller freigelegt, immer mehr Klangfarben zauberte er hervor.

Das Spannende an dem Abend war: man konnte immer nur einen Teil der Farben sehen, die noch zum Einsatz kommen werden. Und man konnte ahnen, dass da noch mehr Farben folgen. Aber was sind das für Farben in der nächsten Ebene, was ist darunter, was folgt noch? Dirigent und Orchester zauberten eine unglaubliche Anzahl von Farben hervor. Mueller gelang es, in den über 100 Minuten diese Spannung enorm hochzuhalten. Man war fast versucht, „Ah“ und „Oh“ beim Öffnen der nächsten Farb-Etage zu rufen.
Das Publikum hielt sich aber zurück und sparte sich diese Rufe bis zum Schluss auf. Mit zahlreichen Bravi, Standing Ovations und nicht enden wollendem Applaus entlud sich die Begeisterung in der ausverkauften Stadthalle.

„In der gut gefüllten Stadthalle“ ist eine übliche Floskel bei Konzerten. Hier reicht diese Beschreibung nicht, denn allein die Anzahl der Mitwirkenden hat die Stadthalle schon gut gefüllt. Das ist auch der Grund, warum diese Musik selten im Konzertsaal erklingt: über 100 Mitwirkende im Orchester und noch einmal 120 Sängerinnen aus den Kantoreien von St. Jacobi und St. Johannis sowie die Knaben vom Göttinger Knabenchor bildeten die großartige Kulisse. Oder – um in dem Bild oben zu bleiben: sie stellten die Farben für den Dirigenten zur Verfügung. Und dieser nutzte alle Möglichkeiten, um ein gewaltiges Gemälde entstehen zu lassen. Das bestand aber keineswegs nur aus mit dickem Strich aufgetragenen Farben. Da waren auch viele kleine, zum Teil filigrane Details, zarteste Piano-Pianissimostellen, aber auch große Melodiebögen und kräftige Tutti-Sätze – diese Worte beschreiben die Vielfalt nur unzureichend.

Mueller lies die Streicher tanzen, die Hörner (achtfach besetzt!) singen, die Kontrabässe schwelgen und selbst der großen Trommel zarte Töne entlocken. Die Musikerinnen und Musiker des aufgestockten Göttinger Symphonie Orchesters folgten der Musik und ihrem Chefdirigenten mit hoher Konzentration und starken Emotionen. Besonders hervorgehoben seien die Soli der Konzertmeisterin Anna Kaczmarek-Kalandarishvili (Violine), Bettina Bormuth (Flöte), Matthias Weiss (Oboe), Manfred Hadaschik (Klarinette), John Feider (Horn), Roman Usenko (Posaune) und Helmut Pöhner (Posthorn).

Es war aber vor allem die Ensembleleistung, die diesen Abend so besonders machte. Dazu zählen auch die Choristen, die nur im fünften Satz zum Einsatz kamen. Während die Frauenstimmen fröhlich „Es sungen drei Engel“ aus „Des Knaben Wunderhorn“ sangen, ließen die Knaben die Glocken erklingen.

Dazu sang Cécile van de Sant das Altsolo. Vor allem die Interpretation von Nietzsches Gedicht „O Mensch! Gib acht!“ im vierten Satz war herzergreifend. Mit ihrem warm timbrierten Mezzosopran berührte van de Sant die Herzen. Die Sängerin war erst am selben Tag für die erkrankte Ingeborg Danz eingesprungen. Dass also so gut wie keine Probenzeit zur Verfügung stand, war dem Zusammenspiel mit dem Orchester und dem Dirigenten nicht zu spüren.

Im letzten Satz schloss sich der Kreis: das Hauptthema des ersten Satzes erklang erneut. Alle bisher verwendeten Farben kamen noch einmal zum Einsatz, und vollendeten das Bild in großer, lichter Harmonie.

Erschienen in der Kategorie Göttinger Symphonie Orchester
Montag, 06 Februar 2017 09:23

Eine Vorschau auf den Frühling

Das Göttinger Symphonieorchester musizierte Bartok und Liszt

„Das ewig Weibliche“, so lautete das Motto des Konzerts im Philharmonischen Zyklus des Göttinger Symphonie Orchesters, in dem zwei Werke mit großen Kontrasten auf dem Programm in der vollbesetzten Stadthalle standen. Das Motto war dem Chorpart der Faust-Symphonie von Franz Liszt entnommen, die im zweiten Teil des Konzerts zu hören war. Zu Beginn stand das dritte Klavierkonzert von Béla Bartók auf dem Programm. Solist war der vielfach ausgezeichnete Pianist David Kadouch, der mit seinem transparenten Spiel und den Naturmotiven im ersten Satz Frühlingsstimmung aufkommen ließ. Denkt man bei Bartok an stark rhythmisch und motorisch geprägte Musik, enttäuschte der melodische zweite Satz diese Hörerwartungen. Kadouch machte die fast meditative Ruhe dieses Satzes zum Hörerlebnis, um dann im dritten Satz seine ganze Virtuosität voller Leichtigkeit auszuspielen.

Das GSO war unter der inspirierenden Leitung von Christoph-Mathias Mueller ein kongenialer Begleiter des Solisten. Als Zugabe spielte Kadouch Debussys „Clair de lune“ und bedankte sich so für den enthusiastischen Applaus des Publikums.

Kommt das Thema auf Goethes Faust, denkt man in dieser Jahreszeit an den Osterspaziergang - den hatte das Klavierkonzert mit seinen Naturmotiven bereits vorweggenommen. Die Symphonie widmet sich in den ersten drei Sätzen den Charakterstudien von Faust, Gretchen und Mephisto. Starke Kontraste von zarter Innerlichkeit bis zu dämonischem Kampf sind in den Sätzen angelegt und fordern von den Musikern große Spannungsbögen und immer wieder solistische Passagen. Hier zeigte sich die Qualität des GSO in allen Stimmgruppen. Besonders ist das Oboensolo von Tiago Coimbra hervorzuheben, der im zweiten Satz mit Atsushi Komatsu-Hayakawa (Viola) ein hinreißendes Liebesduett spielte. Der Schlusschor im vierten Satzes der Symphonie wurde für die Uraufführung ergänzt, um das Werk festlich enden zu lassen. Der glänzend aufgelegte Tenor Clemens Löschmann und die vereinten Männerstimmen aus der Göttinger Stadtkantorei und der Kantorei St. Jacobi ließen das Werk feierlich mit „Das ewig Weibliche zieht uns hinan“ enden - was ein Frauenchor aus Mitgliedern beider Kantoreien im GSO-Konzert am 3. und 4. März mit Mahlers Symphonie Nr. 3 erwidern wird. Mit einem langanhaltenden, begeisterten Applaus bedankte sich das Publikum bei den Musikern.

Erschienen in der Kategorie Göttinger Symphonie Orchester
Montag, 12 Dezember 2016 16:45

Ja, ist denn schon Weihnachten?

"Weihnachtsoratorium" und "Magnificat" in der Johanniskirche mit der Göttinger Stadtkantorei, dem Göttinger Kammerchor und dem Göttinger Barockorchester

Erschienen in der Kategorie Göttinger Stadtkantorei
Sonntag, 06 November 2016 19:52

Musik in Kirchen - Kirchenmusik

Die Göttinger Stadtkantorei singt das Deutsche Requiem von Johannes Brahms

Erschienen in der Kategorie Göttinger Stadtkantorei
Sonntag, 19 Juni 2016 17:06

Mit großer Leidenschaft musiziert

Konzert mit dem Orchester Göttinger Musikfreunde

Erschienen in der Kategorie Orchester Göttinger Musikfreunde
Freitag, 11 März 2016 12:17

Verpasste Chance

Das Göttinger Symphonie Orchester und die Göttinger Stadtkantorei mit "Glaubenssachen" in der Stadthalle

Erschienen in der Kategorie Göttinger Symphonie Orchester
Dienstag, 01 März 2016 14:57

Harper Kamp kann nicht nur Dreier

Chorlieder mit Korbjägern - Die Basketballer der BG Göttingen treten gemeinsam mit der Stadtkantorei auf

Erschienen in der Kategorie Göttinger Stadtkantorei
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