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Samstag, 14 Mai 2016 13:14

Vier internationale Vögel

The Goldfinch-Ensemble: Die Preisträger der Göttinger Reihe Historischer Musik gastierten in Friedland zu den Händel-Festspielen

Erschienen in der Kategorie Händel-Festspiele
Donnerstag, 25 Februar 2016 15:11

The Goldfinch Ensemble gewinnt Göttinger Reihe

Entscheidung im Wettbewerb der "Göttinger Reihe Historischer Musik"

Erschienen in der Kategorie Göttinger Reihe Historischer Musik
Freitag, 19 Februar 2016 14:15

Spannende Dialoge von Spezialisten

Das Ensemble "Prisma" zu Gast beim Nachwuchswettbewerb der Händel-Gesellschaft

Erschienen in der Kategorie Göttinger Reihe Historischer Musik

Das Ensemble „Scaramuccia“ in der „Göttinger Reihe Historischer Musik“

Wenn in einem Konzert der „Göttinger Reihe Historischer Musik“ das Pflichtstück aus dem 20. Jahrhundert als Zugabe erklingt und das Publikum davon restlos begeistert ist, muss etwas Besonderes passiert sein. Das Besondere war in diesem Fall das Ensemble „Scaramuccia“. Sie hatten für dieses Pflichtstück „Purple Haze“ von Jimi Hendrix ausgewählt – und natürlich für zwei Violinen, Cello und Cembalo arrangiert. So erklang dieser Sound der 60er Jahre plötzlich ganz anders. Javier Lupiáñez hat in seinem Arrangement sogar einen Bogen zu Händel geschlagen, denn in dieser Rockmusik tauchten Phrasen der Sarabande auf, die zu Beginn des Konzertes erklang.

Und eben bei diesem Beginn, bei der Sarabande aus der d-Moll-Suite von Georg Friedrich Händel, machten die vier jungen Musikerinnen und Musiker sofort klar, dass sie durchaus gewillt sind, diesen Nachwuchswettbewerb zu gewinnen. Sie präsentierten sich perfekt vorbereitet, musizierten auf höchstem Niveau – und gewannen auch durch ihre Spielfreude das Publikum im Sturm.

Das setzte sich in „La Follia“ von Antonio Vivaldi fort. Sehr differenziert in der Dynamik und im Klang spielten sich die Vier die Bälle zu und fingen diese wieder auf. Bisweilen hatte man den Eindruck, diese Musik noch nie so gehört zu haben. Die Interpretation ist so überzeugend und stimmig, dass man sich wundert, diese erst heute zu hören. Etwas Besseres kann einem Publikum in einem Konzert nicht passieren: Bekanntes erklingt völlig neu. Die Begeisterung darüber zeigten die Konzertbesucher in der gut gefüllten Universitätsaula schon gleich zu Beginn.

Nach einer Sinfonie von Händel sowie einer Triosonate von Telemann verließen Javier Lupiáñez, Giorgos Samolilis (beide Violine), Inés Salinas (Violoncello) und Patrícia Vintém (Cembalo) das bekannte Repertoire. Nun erklang Musik von James Oswald (1711-1769) – mit schönem Dudelsackklang. Franceso Maria Veracini (1690-1768) komponierte die „Sonate Accademiche“ und Franceso Xaverio Geminiani (1687-1762) das Stück „Last time I come over the Moor“. Es stammt aus der Sammlung “A Treatise of Good Taste in the Art of Musick” – und in der Tat bewies das Ensemble einen „guten Geschmack“: die eingängige Melodie wanderte von Instrument zu Instrument. Geminiani stammt aus Lucca, es hatte ihn aber schon früh nach London verschlagen, wo er Händel persönlich kennenlernte.

Im Programm blieb es britisch: „Der arme Irische Junge“ von Händel wurde von Javier Lupiáñez ebenfalls arrangiert. Und dass Jimi Hendrix in London im Haus direkt neben dem Wohnhaus Händels gelebt hat, hat ihn und auch Scaramuccia so inspiriert, dass die Musik des Rock-Gitarristen sich ganz natürlich mit der Barock-Musik Händels verknüpfte.

Im letzten Wettbewerbskonzert der Reihe kommt am 18. Februar das deutsch-israelisch-ungarische Ensemble „Prisma“. Man darf sich auch auf dieses Ensemble freuen (Beginn 20 Uhr in der Aula) – aber die Latte hat Scaramuccia ziemlich hoch gehängt.

Erschienen in der Kategorie Göttinger Reihe Historischer Musik
Freitag, 11 Dezember 2015 15:19

Der Vogel des Jahres zu Gast bei Händel

Mit dem Konzert des „Goldfinch Ensemble“ ging die Göttinger Reihe Historischer Musik in ihre zweite Runde. „Goldfinch“ ist die englische Bezeichnung für den Stieglitz. Dieser Vogel, der für Ausdauer und Beharrlichkeit steht, ist "Vogel des Jahres" im Jahr 2016. Ist das ein Omen, dass wir dieses Ensemble bei den Festspielen wiedersehen werden?

Erschienen in der Kategorie Göttinger Reihe Historischer Musik

Das „K’antu Ensemble“ eröffnet die Göttinger Reihe Historischer Musik“

Junge, talentierte Nachwuchsensembles lädt die Göttinger Händel-Festspiele regelmäßig zum Wettbewerb ein. In der „Göttinger Reihe Historischer Musik“ wetteifern diese Ensembles nicht nur um das begehrte Konzert im Hauptprogramm der Internationalen Händel-Festspiele, sondern häufig ist die Teilnahme für das Ensemble auch ein wichtiger Schritt in der naturgemäß noch jungen Biographie der Musikerinnen und Musiker.

Unter den Bewerbungen wird neben der Qualität auch auf eine neue Darstellungsform der Alten Musik geachtet. Das Konzept ist so erfolgreich, dass der Wettbewerb als Teil des internationalen Stipendiatenprogramms "eeemerging, Emerging European Ensembles Project" im Rahmen des Programms "Kreatives Europa" der Europäischen Union gefördert wird.

In diese Vorgaben passt das „K’antu Ensemble“ gut hinein. Mit ihrem Konzert in der Universitätsaula eröffneten sie den Wettbewerb dieser Saison. Talentiert sind sie alle auf ihren historischen Instrumenten – und ein sehr frischer Wind weht aus den südamerikanisch angehauchten, selbst arrangierten Stücken. Man muss nicht gleich so mitwippen, wie es die Blockflötistin Michelle Holloway den ganzen Abend über tat, aber so mancher Fuß der zahlreichen Konzertbesucher tänzelte bei den Rhythmen durchaus mit.
Das Problem nur: diese Arrangements nutzen sich mit der Zeit etwas ab. Und die durchaus unterschiedliche Musik von Juan Arañés, Antonio de Salazar oder Georg Friedrich Händel klangen plötzlich alle sehr ähnlich.

Dazu kam der Gesang: hier war kein kunstvoller Barockgesang zu hören. Mit enger Stimme, ohne Stimme und Tragkraft sangen die jungen Musiker, allen voran „Leadsängerin“ Ruth Hopkins. Diese Art der musikalischen Gestaltung passt eher in einen Club, wo das Ensemble auch häufiger auftritt, als in einen Konzertsaal. Dazu hat das Göttinger Publikum schon zu hochkarätige Sängerinnen und Sänger auch in dieser Reihe gehört. Ein solches Experiment hat beim britischen Rockmusiker Sting geklappt; seine Interpretation der Lieder John Dowlands war in sich allerdings deutlich überzeugender als die Variante des „K’antu Ensembles“.

"Ausreißer" waren das Stück "Verbindung" von Karlheinz Stockhausen, in dem weder gesungen wurde noch südamerikanische Rhythmen vorkamen. Es kamen überhaupt fast nur Geräusche vor - das wurde aber sehr spannend und überzeugend vorgetragen. Und auch das "Geamparale" in seinem 7/8-Takt bot am Ende einen durchaus versöhnlichen Abschluss, weil auch hier die individuelle Klasse der Musikerinnen und Musiker zu hören waren. Und weil sich diese Stücke von den anderen des Abends deutlich unterschied.

Dennoch war es ein sympathischer Auftritt der jungen Musikerinnen und Musiker. Die Elemente von Folk und Weltmusik lassen diese alte Musik durchaus neu hören und erleben. Für einen Wettbewerb in Sachen Barockmusik sollte aber ein wenig mehr vom Original übrigbleiben.

Erschienen in der Kategorie Göttinger Reihe Historischer Musik
Montag, 02 November 2015 11:01

Echt Alte Musik!

Die "Göttinger Reihe Historischer Musik" startet in ihre neue Saison

Vier Ensembles mit jungen Musikerinnen und Musiker bewerben sich um den "Startplatz" bei den Internationalen Händel-Festspielen 2016. Alle Ensembles stellen sich auch mit einem Video-Clip vor.

Pic Kantu 1a kleinDen Start macht am 12. November das Ensemble K'antu Ensemble. Der Name geht zurück auf einen historischen Musik- und Tanzstil aus Peru und Bolivien. In seinen energetischen und farbenfrohen Arrangements kombiniert das „K'antu Ensemble“ Elemente von Folk und Weltmusik mit historisch informierter Aufführungspraxis. In England eroberten die jungen Musikerinnen und Musiker bereits bekannte Spielstätten wie The Kings Place, die Symphony Hall und St Martin-in-the-Fields, wo sie 2014 und 2015 das Halbfinale beim Kammermusikwettbewerb erreichten. Aktuell stellt das Ensemble sein neues Album "Dancing & the Divine" vor. Hier gibt es Video vom K'antu Ensemble.

 

 

 

Goldfinch 2 c kleinWeiter geht es am 10. Dezember mit dem "Goldfinch Enesemble". Getroffen haben sich die vier Musiker am Königlichen Konservatorium in Den Haag, seit 2014 tritt „The Goldfinch Ensemble” in der Besetzung Traversflöte, Barockvioline, Viola da Gamba und Cembalo auf internationalen Bühnen und renommierten Festivals auf. Die Leidenschaft der vier Musikerinnen und Musiker gilt der französischen und deutschen Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. 2015 gewann das Ensemble den 2. Preis beim „Internationalen Wettbewerb für Alte Musik“ in Val de Loire. Und auch das Goldfinch Ensemble hat hier ein Video vorbereitet.

 

 

Landscape Scaramuccia klein"Scaramuccia" heißt das Ensembe, das am 14. Januar zu Gast ist. Wie passt Musik von Jimi Hendrix zu Werken von Händel, Vivaldi oder Telemann? Die Antwort gibt das Ensemble „Scaramuccia“, das die Zuhörer zu einer fiktiven Reise durch das Leben Georg Friedrich Händels einlädt. 2013 von dem Violinisten Javier Lupiañez gegründet, ist „Scaramuccia“ stets auf der Suche nach musikalischen Raritäten und kleinen Juwelen der Barockmusik, die nicht nur in den elitären Kreisen, sondern auch auf den Straßen und in den Tavernen dieser Zeit gespielt wurden. Ende 2015 nahm das Ensemble sein erstes Album mit Weltersteinspielungen von zwei Vivaldi-Stücken und anderen Wiederentdeckungen auf. Hier ist das Video von "Scaramuccia".

 

Ensemble PRISMA Foto WolfraDen Abschluss bildet das Ensemble "Prisma" am 18. Februar. Die Liebe zur ausdrucksstarken und affektvollen Musik des 17. Jahrhunderts vereint das deutsch-israelisch-ungarische Ensembles „PRISMA“. Dabei wird der Notentext wie der Text eines Schauspielers zum Skript musikalischer Geschichten. Die Instrumente treten höchst unterhaltsam in Dialog, streiten und versöhnen sich. Im Mai 2015 gewann das Ensemble den 1. Preis beim Internationalen H. I. F. Biber-Wettbewerb in Österreich. Seine Programme führen musikalisch durch ganz Europa in Länder wie Österreich, Polen, Spanien, Italien, Deutschland und Ungarn. Und natürlich stellt sich auch "Prisma" mit einem Video vor.

 

 

Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr in der Aula der Universität. Um 19 Uhr gibt es vorab eine Gesprächsrunde mit dem Ensemble inklusive einer Einführung.

Die Karten kosten für Mitglieder der Göttinger Händel- Gesellschaft e. V. 26 €, für Nicht-Mitglieder 28 €. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre, Freiwilligendienstleistende, Erwerbslose und Schwerbehinderte (ab 80%) erhalten gegen Vorlage eines Ausweises ermäßigte Karten zu 13 €. Die Plätze sind nummeriert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.haendel-festspiele.de

 

 

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AbChordis Ensemble steht als Gewinner des internationalen Nachwuchswettbewerbs fest

Es war eine spannende Entscheidung. Nach langer Diskussion in der Jury im Anschluss an das letzte Konzert der Göttinger Reihe Historischer Musik am 5. März 2015 gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem AbChordis Ensemble und der Camerata Bachiensis. Während die Leipziger im separat ausgezählten Publikumsvotum etwas weiter vorn lagen, entfielen insgesamt deutlich mehr Stimmen der Jury auf das AbChordis Ensemble, das damit als Gewinner der Göttinger Reihe Historischer Musik 2014 / 2015 feststeht. Ausschlaggebend für das Votum der Jury waren die schlüssige Programmdramaturgie, die hervorragende Ensembleleistung, die sängerische Qualität der Sopranistin und vor allem die großartige Energie und Musikalität des AbChordis Ensembles.

„Die Göttinger Reihe ist ein großartiger Nachwuchswettbewerb, der inzwischen eine internationale Ausrichtung hat“, zeigte sich Professor Dr. Wolfgang Sandberger, Vorstandsvorsitzender der Göttinger Händel-Gesellschaft e. V. und Vorsitzender der Wettbewerbs-Jury, erfreut. „Das Niveau aller vier Finalisten war erstaunlich hoch und das AbChordis Ensemble ist nach einem knappen Finish ein würdiger Sieger." Das AbChordis Ensemble ist beim Preisträgerkonzert der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen am 23. Mai 2015 in der Scheune, Gut Senickerode zu hören. Die Sopranistin Marie Jaermann wird außerdem zusätzlich den Sopranpart im Nachtkonzert mit dem FestspielEnsemble Göttingen am 24. Mai 2015 in der Aula der Universität übernehmen.

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Camerata Bachiensis im letzten Konzert der Göttinger Reihe

Die Göttinger Reihe Historischer Musik ist ein Wettbewerb für junge Künstlerinnen und Künstler. Entsprechend jung sind die Musikerinnen und Musiker, die sich diesem Wettbewerb der Göttinger Händelgesellschaft stellen. Bemerkenswert ist es, auf welch hohem Niveau sich diese Nachwuchskünstler bewegen, vor allem in der diesjährigen Saison.

Zum Abschluss des Wettbewerbs 2014/15 präsentierte sich die Camerata Bachiensis in der Göttinger Universitätsaula. Mit großem Ernst betraten die sieben jungen Menschen die Bühne, konzentriert bereiteten sie sich auf die erste Programmnummer vor, der Ouvertüre zu Händels Oper „Rinaldo“. Und kaum erklang der erste Ton des Konzertes, kam Bewegung in das Ensemble. Die Gesichter wurden entspannt, die Augen nahmen Kontakt untereinander auf. Das Lächeln spiegelte die Liebe zur Barockmusik wieder.

Ungemein leicht und selbstverständlich erklangen die Barockinstrumente. Da war keine Manieriertheit auszumachen, es war die pure Freude an der Sache zu spüren. Wenn Musiker solche Funken versprühen, springen diese schnell auf das Publikum über.

Heldinnen heißt das Motto der diesjährigen Internationalen Händel-Festspiele. Und diesem Motto widmeten sich auch die Teilnehmer des Wettbewerbs. Das klug zusammengestellte Programm der Camerata Bachiensis unter der charmanten Moderation der Sopranistin Julia Kirchner stellte gleich vier Typen starker Frauen vor: „Die Beständigkeit treuliebender Frauen“, „Starke Frauen, die unerschrocken in den Tod gehen“, „Christliche Heldinnen“ und „Zauberinnen“. Damit wurden sie dem vorgegebenen Motto mehr als gerecht. Darüber hinaus gelang es dem Ensemble, ihren eigenen Schwerpunkt, nämlich die Wiederbelebung mitteldeutscher Komponisten, im Programm unterzubringen. So erklangen Werke von Melchior Hoffmann und Johann Melchior Molter. Georg Friedrich Händel setzte den Rahmen, mit den beiden Arien „Vo‘ far guerra“ und „Furie terribili“ aus Ronaldo setzte vor allem Julia Kirchner einen fulminanten Schlusspunkt.

Ihre Stimme zeigte sich erstaunlich wandlungsfähig: sowohl die kraftvollen und virtuosen Passagen der Arien als auch die sehr emotionalen Passagen gelangen ihr spielend. Eine Spezialität des Barocks ist die „messa di voce“. Mit dem An- und Abschwellen der Lautstärke auf einem Ton gestaltete Kirchner die Musik sehr persönlich und emotional. Sie unterstrich das zudem durch ihr barockes Kostüm und die barocke Gestik und Mimik auf der Bühne der Aula.

Ihre musikalischen Partner waren keineswegs nur eine Begleitung: Roberto De Franceschi spielte Oboe und Traversflöte. Wie gut der Ensembleklang entwickelt wurde, wurde vor allem in der Zugabe hörbar: in der Arie der Kleopatra aus Händels Julio Cesare vermischten sich der Flötenklang und die Gesangsstimme auf wunderbare Weise.

Julia Chmielewska zeigte sowohl im modernen Stück Plays des tschechischen Komponisten Jiří Gemrot (*1957) ihre Künste am Cembalo, als auch (noch eindrucksvoller) in der Händel-Arie „Vo‘ far guerra“ am Ende des Stückes, die in einer Fassung für obligates Cembalo und basso continuo zu Gehör gebracht worden sind.

Philipp Weihrauch setzte zwei verschiedene Celli ein: das „normale“ Barockinstrument sowie das „Violoncello piccolo“, dessen warmer Klang an diesem Abend die Viola ersetzen sollte, aber auch ganz eigene Akzente setzen konnte. Isolde Winter zauberte aus ihrem Cello vor allem in Händels Rinaldo-Arien entrückend schöne Töne hervor. Anne Kaun und Magdalena Schenk-Bader konnten mit ihren Violinen eigene Höhepunkte setzen. Perfekt aufeinander abgestimmt, eine federnde Leichtigkeit - man konnte die reinste Spielfreude sowohl hören als auch sehen.

Die Jury hat nun die besonders schwierige Aufgabe. Eigentlich hätten mehrere Ensembles die Einladung zu den Festspielen verdient. Und die Camerata Bachiensis gehört defintiv zu den Kandidaten! In wenigen Tagen werden wir erfahren, ob wir das Ensemble beim Preisträgerkonzert am 23. Mai in der Scheune von Sennickerode erneut hören dürfen. Und wenn nicht, findet Intendant Tobias Wolff vielleicht noch einen anderen Termin im Festspielkalender. Und Julia Kirchner mit ihrem dramatischen Talent und ihrer großen Stimme kann man sich auch gut in einer Händel-Oper vorstellen.

Erschienen in der Kategorie Händel-Festspiele
Freitag, 16 Januar 2015 00:01

Welch eine Stimme

Marie Jaermann mit dem Ensemble AbChordis

Als zweites Ensemble in der Göttinger Reihe Historischer Musik war das AbChordis Ensemble zu Gast. Die jungen Musikerinnen und Musiker hatten sich 2011 bei einer Aufführung der h-Moll-Messe kennengelernt und daraufhin das Ensemble gegründet. Viel Zeit zum Proben bleibt ihnen nicht, denn alle sind auf ihrem Instrument erfolgreich und überall in Europa unterwegs. Auch der Probenort wechselt – mal wird in Basel, mal in Mailand, mal in Rom geprobt.

Davon, dass zu wenig Zeit für Proben ist, hat man bei dem Göttinger Konzert definitiv nichts gespürt. Sie haben sich sogar die Zeit genommen, sich intensiv mit dem Thema der diesjährigen Festspiele zu beschäftigen: Heldinnen!? Als Heldin kam für sie nur die Sopranistin Marie Jaermann in Frage. Welch ein Segen für Göttingen. Obwohl es überaus spannend wäre, die anderen Solisten des Ensembles ebenfalls kennen zu lernen.

Die junge Schweizer Sopranistin überstrahlte auf jeden Fall alle und alles in der Aula der Universität. Welch eine famose Stimme, welch eine gestalterische Vielfalt, welch eine Ausdruckskraft – das Publikum wollte sie gar nicht mehr ziehen lassen. Hätte Intendant Tobias Wolff den Applaus nicht irgendwann abgebrochen – es würde jetzt noch applaudiert werden. Applaus für die Arien aus Händels Susanna, Giulio Cesare, Arianna in Creta und Alcina. Als Zugabe gab es dann Scarlatti.

Natürlich stand Marie Jaermann im Mittelpunkt, sowohl thematisch als auch stimmlich. Das Orchester stand ihr aber nicht viel nach: Rafael Becerra und Lathika Vithanage an den Violinen, Giula Capuzzo mit der Viola, Nicola Paoli am Violoncello, Giovanni Battista Graziadio am Fagott und Andrea Buccarella am Cembalo bildeten ein hervorragendes Barockorchester. Das konnten sie in den Instrumentalstücken unter Beweis stellen. Das trifft vor allem auf Graziadio zu, der im Fagottkonzert von Antonio Vivaldi mit wunderschönem Ton und atemberaubender Technik begeisterte.

Das Publikum hat ja bei dem Wettbewerb mit zu entscheiden. Mit dem Applaus-Votum wurde schon einmal ein Pflock eingeschlagen! Sehr gerne möchte man das Ensemble in Göttingen wieder hören. Und den Namen von Marie Jaermann sollte Tobias Wolff für die Festspiele 2016 ganz groß auf seinen Zettel schreiben.

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