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Freitag, 19 Mai 2017 19:32

Halleluja!

Aufführung des „Messias“ von Unichor, Barockorchester und Solisten

Erschienen in der Kategorie Universitätschor
Mittwoch, 08 März 2017 08:33

Kein Bach ist auch keine Lösung

St. Paulus: Henryk Böhm, Antonius Adamske und das Göttinger Barockorchester mit Bach

Dieser Tage eine der Göttinger Kirche zu betreten ohne eine Bach-Kantate zu hören, dürfte ein Kunststück sein. Dieser Abend diente allerdings weniger dem Reformationsjubiläum, wie die allseits erklingenden "Bach-Kantaten zu Luther-Liedern" des Kirchenkreises, sondern ist Teil der kleinen Tour der Musiker/-innen anlässlich einer CD-Veröffentlichung.

Die Schönheit der Welt: Besteht sie aus Details oder dem Gesamteindruck? Es ist ein alter Streit. Er wird hier nicht entschieden. Und wenn sich so viele gelungene Einzelheiten zu einem gelungenen Ganzen fügen – ist es auch nicht wichtig.

Dreimal Bach, drei Solokantaten für Bass und Instrumente, voneinander abgesetzt durch zwei Einleitungssätze aus anderen Kantaten (BWV 12/21), das sind im Einzelnen: „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“ (BWV 56), „Ich habe genug“ (BWV 82) und „Der Friede sei mit dir (BWV 158). Die zehn Damen und Herren des Göttinger Barockorchesters spielen unter der Leitung Antonius Adamskes, wobei sich die Mehrheit auf die Instrumente des Generalbasses verteilt. Zwei Cembali, Orgel, Fagott, Cello und Violone stehen „gegen“ je einfach besetzte Violinen- und Violastimmen sowie die beiden Oboen. Wie dieser Tage üblich spielt man in tiefer Stimmung; der Kammerton liegt gut einen Halbton unter den sonst üblichen 440Hz.

Beginnen wir die Abteilung ‚Lob’ doch einfach mit dem gekonnt farbenreichen Einsatz der Continuogruppe, welche die Textdeutung in wechselnden Kombinationen äußerst wirkungsvoll unterstützt. (Die gelungene Idee, beim Da capo von „Schlummert ein“ in BWV 82 auf das Cembalo zu verzichten, war allerdings eine spontane Idee des Leiters. - Eine, die man wieder aufgreifen sollte.) Allein das Cello hätten wir uns ab und an etwas brillanter, dominanter in dieser Gruppe gewünscht. Ansonsten ist an der Balance Orchester/Generalbass/Sänger gar nichts zu mäkeln - am Zusammenspiel ebenso wenig. Die Interpretation überzeugt auf das erste Hören, wenngleich sich doch die ein oder andere Unstimmigkeit finden lässt, z.B.: Oboe und Oberstimmen in der Eingangsarie BWV 82 gestalten ihre Linien so inniglich, dass die durchlaufende Achtelbegleitung im Continuo mit etwas Unentschlossenheit dagegen abfällt.

Henryk Böhms Leistung als Solist ist durchweg gut, teils exzellent; dabei gefallen uns die Rezitative und deren Gestaltung – nur ab und an wird es etwas zu dramatisch - noch einen Tick besser als die Arien. Etwas hat der Bariton mit dem tiefen Kammerton zu kämpfen: In „Ich freue mich auf meinen Tod“ geht diesem, dem Tod, auf der langen, tiefen Note die Puste aus. Alle Zurücknahme des Orchesters hilft hier nichts. Dagegen ist besonders das hohe Register eine Freude. Rhythmisch gibt es gleichfalls wenig zu klagen, hier dürfte lediglich das Deklamierende im Mittelteil des ersten Satzes von BWV 56 noch prägnanter vorgetragen werden.

Für die beiden Oboen (Martin Jelev/Simon Böckenhoff) bietet sich ebenso wie für Hans-Hennig Vater (Solovioline) die Gelegenheit sich in Arien als Partner des Sängers auszuzeichnen. Die Erstgenannten nutzen sie völlig überzeugend, der Geigenpart im zweiten Satz von BWV 158 hätte hingegen an der ein oder anderen Stelle etwas Feinschliff vertragen können. In eben diese Arie ist ein vom Sopran zu singender Choral eingeschoben, diesen Part übernahm Johanna Schiller. Vielleicht hat sie sich vom mächtigen Bariton neben sich etwas beeindrucken lassen, doch darf sie ihren Part in den noch folgenden Tourkonzerten gern lauter, bestimmter geben.

Etwas beklommen schaut man auf die Schlusschoräle der Kantaten 56 und 158: Sopran und Bass sind da – aber Alt und Tenor? Wie Kai aus der Kiste springen hier „örtliche Gastsänger“, inklusive des Tourmanagers, ein. Eine charmante Idee. Als gleichsam nicht ausgewiesene Zugabe, vor dem sehr reichlichen Applaus der gut 100 Hörerinnen, erklingt noch der Schlusschoral aus Bachs Johannespassion.

An der Supermarktkasse, im Anschluss an das Konzert, brumme ich „Ich freue mich auf meinen Tod“. Die Kassiererin schaut ein wenig skeptisch. Sie war halt nicht im Konzert.

Bass: Henryk Böhm

Sopran: Johanna Schiller
Alt: Katrin Meyer
Tenor: Jens Wortmann

Oboe I: Martin Jelev
Oboe II: Simon Böckenhoff

Violine I: Hans-Hennig Vater
Violine II: Britta Gemmeker
Viola: Esther Jasmin Becker

Fagott: Luise Manske
Violoncello: Angelika Miklin
Orgel: Christof Pannes
Cembalo: Sabine Erdmann
Violone: Laura Frey

Cembalo/Leitung: Antonius Adamske

Hinweis: Das Kulturbüro Göttingen ist an der Organisation der Tour beteiligt.

Erschienen in der Kategorie Göttinger Barockorchester
Tina Fibiger sprach mit Henning Vater - mit Musikbeispielen von der CD

Das erste Album des Göttinger Barockorchesters war im Grunde schon lang überfällig. Schließlich gehören die Musiker mit Konzertmeister Henning Vater seit mehr als 20 Jahren zur Konzertszene und sind besonders bei der Aufführung von Oratorien und Passionsmusiken sehr gefragt. Mit der Einspielung von drei Bass Solokantaten von Johann Sebastian Bach feiert das Orchester sein CD-Debüt, an das sich jetzt eine Konzertreise mit Bassbariton Henryk Böhm anschließt. Am 6. März gastierten die Musiker um 19.30 Uhr auf ihrer Tour durch Norddeutschland in der Göttinger St. Paulus Kirche. Tina Fibiger sprach mit Henning Vater über die musikalische Widmung für Johann Sebastian Bach.

Hören Sie hier den Teil 1 des Interviews:

Hören Sie hier den Teil 2 des Interviews

Die Konzertdaten der Tour:

So. 05. März. 18:00 Uhr - St. Jakobi Peine. Breite Straße 13/14
Mo. 06. März. 19:30 Uhr - St. Paulus Göttingen. Wilhelm-Weber-Straße 15
Di. 07. März. 19:00 Uhr - Stadtkirche Melsungen. Kirchstraße 7
Mi. 08. März. 19:00 Uhr - St. Paulus Hannover. Meterstraße 37
Do. 09. März. 18:00 Uhr - St. Johannis Bad Zwischenahn. Am Brink 8
Fr. 10. März. 19:00 Uhr - St. Jürgen Flensburg. Jürgensgaarder Straße 1
Sa. 11. März. 20:00 Uhr - St. Nikolai Kiel. Alter Markt
So. 12. März. 17:00 Uhr - St. Johannis Hamburg-Harvestehude. Heimhuder Straße 29

Eintrittskarten für alle Konzerte sind bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen, jeweils an der Abendkasse sowie hier online erhältlich.

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Montag, 27 Februar 2017 17:02

Viel Barockswing ohne akademischen Touch

Festliche Barockmusik in St. Jacobi

Eine gut gefüllte Jacobikirche am Sonntagnachmittag bestätigte die Wahl der Konzertzeit um 16 Uhr – auch, wenn die Konzertdauer mit über zwei Stunden etwas reichlich bemessen war.

Geboten wurde ein „Festliches Barockkonzert“ mit Musik von Johann Sebastian Bach, dem Thomaskantor Johann Friedrich Doles und Jan Dismas Zelenka. Das erklärte Lieblingsstück der Kantorei und eine wunderbare Entdeckung war der kurze Kantatensatz „Nun ist das Heil“: ein doppelchörig angelegter und festlich mit Pauken und Trompeten besetzter Satz begeisterte nicht nur das Publikum. Und auch die Erklärung von Johann Friedrich Doles, der 50 Jahre nach Bach komponierte, „Fugen sind blos Kunstwerke des Verstandes und belustigen allenfalls den Kenner“ wurde eindrucksvoll widerlegt. Denn das sehr kunstvolle Kompositionsprinzip einer Permutationsfuge erklingt bei Bach spielerisch und leicht. Wenn es dann noch vom Kammerchor St. Jacobi und dem Göttinger Barockorchester mit viel Barockswing vorgetragen wird, ist endgültig jeder akademische Touch dieses Kleinods verschwunden.

Doles (1715-1797) erklärte jedoch seinen Gegenentwurf zum Musikverständnis seines Lehrers Bach: Kirchenmusik soll das Herz berühren und Gefühle im Hörer auslösen. Und wenn man nun dem Ratschlag von Arne zur Nieden im Programmheft folgte, nämlich „Bach für 20 Minuten zu vergessen“, war die Intention Doles‘ tatsächlich zu spüren: gefühlvoll und ausdrucksstark interpretierte Kantor Stefan Kordes den Psalm „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Chor und Orchester ließ er klingen, er spannte Bögen und entfaltete somit die Wirkung dieser Musik.

Zu diesem Gelingen haben auch die Solisten beigetragen, von denen vor allem Gotthold Schwarz zu nennen ist, ist Schwarz doch ebenfalls Thomaskantor und damit ebenfalls ein Nachfolger Bachs und auch Doles‘. Aber deswegen wurde er natürlich nicht eingeladen. Vielmehr gestalteten Schwarz gemeinsam mit Theresia Taube, Ulrike Schneider und Henning Kaiser ihre Solistenparts überzeugend.

Begonnen hatte der Abend mit der Kantate „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“. Sie erklang im Rahmen der Reihe „Bach-Kantaten zu Luther-Liedern“. Und diese Kantate hatte es Stefan Kordes sehr angetan. „Eine kleine Matthäuspassion“ erläuterte er – und meinte die Besonderheit dieser Kantate: Bach gestaltete einen groß angelegten und sehr bewegten Eingangschor, in dem neben dem Chor die Oboe und die Querflöte solistisch auftreten. Leider waren Chor, Orchester und Dirigent zu Beginn des Konzertes noch nicht exakt aufeinander eingespielt. Zum Teil klapperte es bedenklich zwischen den Ensemblegruppen. Das legte sich aber schnell. Auch lagen Kordes die „romantischen pianissimo-Passagen“ in der Kantate besonders am Herzen, wie er im Programmheft verriet. Diese pianissimo-Passagen sorgten jedoch dafür, dass der 40köpfige Kammerchor St. Jacobi bisweilen sich nicht recht durchzusetzen vermochte. Dass er dazu durchaus in der Lage ist, war beim anschließenden Psalm von Johann Friedrich Doles zu hören.

Das Göttinger Barockorchester mit seinem Konzertmeister Henning Vater war im gesamten Verlauf des Konzertes mehr als ein zuverlässiger Begleiter: vor allem bei der Musik vor der Pause konnten die Stimmgruppen wunderbare eigene Akzente setzen, besonders genannt seien hier die Flöte, die Oboe und die Trompetengruppe. Nach der Pause erklang die „Missa Divi Xaverii“ von Jan Dismas Zelenka. Chor und Orchester hielten die Konzentration bewundernswert aufrecht. Allein die etwas gefällige Musik Zelenkas zog sich ein wenig hin.

Umso schöner, dass der Bach-Satz „Nun ist das Heil“ als Zugabe noch einmal gegeben wurde. Derart beschwingt entließen der Kammerchor St. Jacobi, das Göttinger Barockorchester und Stefan Kordes das Publikum in den Sonntagabend.

Der Kammerchor St. Jacobi ist gemeinsam mit der Kantorei St. Jacobi am 14. Mai während der Internationalen Händel-Festspiele zu hören. Um 18 Uhr erklingt in der Johanniskirche Händels Oratorium "Israel in Egypt" unter dem Dirigat von Stefan Kordes. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Ticketkauf finden Sie hier im Kulturbüro Göttingen.

Das Göttinger Barockorchester ist bereits am Montag, den 6. März um 19.30 Uhr zu hören. Unter der Leitung von Antonius Adamske erklingen in der St. Pauluskirche unter anderem die drei Bass-Solokantaten von Johann Sebastian Bach. Die Solopartie singt Henryk Böhm. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Ticketkauf finden Sie hier im Kulturbüro Göttingen.

Erschienen in der Kategorie Kammerchor St. Jacobi
Die neue CD des Göttinger Barockorchesters erscheint in Kürze - Konzert am 6. März in Göttingen

Am 6. März 2017 um 19.30 Uhr findet in der St. Paulus-Kirche ein außergewöhnliches Konzert statt. Zu Gast ist das Göttinger Barockorchester, das zusammen mit seinem Konzertmeister Henning Vater Göttingen im Rahmen seiner neuen CD-Tour einen Besuch abstattet. Andere Gastspielorte sind Peine, Melsungen, Hannover, Bad Zwischenahn, Flensburg, Kiel und Hamburg.

Auf dem Programm stehen die drei überlieferten Bass-Solo-Kantaten von Johann Sebastian Bach (Ich habe genug BWV 82, Ich will den Kreuzsstab gerne tragen BWV 56, Der Friede sei mit dir BWV 158), die das Orchester mit zwei weiteren Kantaten-Sinfoniae rahmt.

Solist ist der international erfolgreiche Bassbariton Henryk Böhm, Leiter der junge Dirigent für Alte Musik Antonius Adamske. Natürlich werden auch die CDs bei den Konzerten erhältlich sein, es handelt sich dabei um eine Super-Audio-Compatible-Disc (SACD) mit besonderem Hörwert. Die CD besticht durch eine warme Interpretation der Werke, verbunden mit einem vollen Orchestersklang des chorisch besetzten Göttinger Barockorchesters. Das ausführliche und dreisprachige CD-Booklet wartet mit den neuesten Forschungsergebnissen des Bach-Institutes Leipzig zu den Bach-Solo-Kantaten auf. Schon vor der Tour kann die CD auf der Homepage des Göttinger Barockorchesters www.goettinger-barockorchester.de bestellt werden

Karten sind sind an allen Reservix-Vorverkaufsstellen und natürlich hier online im Kulturbüro Göttingen erhältlich.

Erschienen in der Kategorie Konzert in der St. Pauluskirche

Am Samstag, 4. März 2017 erscheint die neue CD des Göttinger Barockorchesters, die gleichzeitig dessen erste Publikation ist. Seit 2016 hat sich das GBO neu aufgestellt – die CD ist dabei ein erster Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Inhaltlich geht es um die drei überlieferten Bass-Solo-Kantaten von Johann Sebastian Bach, die das Orchester mit zwei weiteren Kantaten-Sinfoniae rahmt. Solist ist der international erfolgreiche Bassbariton Henryk Böhm aus Hannover, Dirigent der junge Dirigent für Alte Musik Antonius Adamske. Das ausführliche und dreisprachige CD-Booklet wartet mit den neuesten Forschungsergebnissen des Bach-Institutes Leipzig zu den Bach-Solo-Kantaten auf.

Die CD ist an allen bekannten Verkaufsstellen der Göttinger Innenstadt sowie im Rahmen des weltweiten Vertriebs auch über das Internet ist die CD zu einem Preis von 20 € (UVP) erhältlich, es handelt sich dabei um eine Super-Audio-Compatible-Disc (SACD) mit besonderem Hörwert. Auch kann die CD auf der Homepage des Göttinger Barockorchesters www.goettinger-barockorchester.de  vorbestellt werden. Die CD besticht durch eine warme Interpretation der Werke, verbunden mit einem vollen Orchestersklang des chorisch besetzten Göttinger Barockorchesters. Im Rahmen der CD-Veröffentlichung wird das Göttinger Barockorchester auch eine CD-Tour veranstalten. Das Göttinger Konzert liegt dabei auf Montag, 6. März in der kath. Pfarrkirche St. Paulus, auch nac diesen Release-Konzerten können die CDs erworben werden.

Erschienen in der Kategorie Rezensionen
Montag, 12 Dezember 2016 16:45

Ja, ist denn schon Weihnachten?

"Weihnachtsoratorium" und "Magnificat" in der Johanniskirche mit der Göttinger Stadtkantorei, dem Göttinger Kammerchor und dem Göttinger Barockorchester

Erschienen in der Kategorie Göttinger Stadtkantorei
Donnerstag, 08 Dezember 2016 07:45

Klassiker in der Adventszeit

Kantaten zum Advent mit der Albanikantorei

Erschienen in der Kategorie Albanikantorei
Samstag, 10 September 2016 13:01

Intensiv und emotional

Mit Bach-Kantaten wurden die diesjährigen Nikolausberger Musiktage eröffnet. „Perspektiven zwischen Reger und Shakespeare“ lautet das Motto der Festspiele.

Erschienen in der Kategorie Nikolausberger Musiktage

Seit vielen Jahren ist das Göttinger Barockorchester hoch an- und sehr gerne gesehener Gast bei zahlreichen Konzerten – und das keineswegs nur in Göttingen. Damit dies auch so bleiben kann, hat sich ein Förderverein gegründet, der Verein „Freunde und Förderer des Göttinger Barockorchesters e.V.“. Auf der neu gestalteten Homepage des Orchesters um den Violinisten Henning Vater gibt es Informationen zum Orchester, zu seinen Konzerten und zu dem neuen Verein: www.goettinger-barockorchester.de

Erschienen in der Kategorie Musik
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