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Nachwuchsförderpreis im Deutschen Theater vergeben

Erschienen in der Kategorie Kurznachrichten
Freitag, 05 Mai 2017 10:09

Das ist mal wieder typisch

Vorstellung der Spielzeit 2017/2018 im Deutschen Theater

Das ist mal wieder typisch für Erich Sidler. Der Intendant, sein Chefdramaturg Matthias Heid und die Dramaturgin Sara Oertel stellten das neue Programm gemeinsam mit der Leitung des Kinder- und Jugendtheaters vor.

Das Programm in Sidlers vierten Spielzeit trägt eindeutig seine Handschrift. In den neuen Produktionen wirft das Deutsche Theater immer wieder einen kritischen Blick auf seine Außenwelt. Schon der Beginn der Spielzeit greift aktuelle Themen auf. „Nach der Wahl von Donald Trump tauchte das Buch von George Orwell „1984“ wieder in den Bestsellerlisten auf. Und auch hierzulande stieg die Nachfrage nach diesem Titel an“, erläuterte Sidler die Aktualität dieses Buches. Eine Bühnenfassung davon bringt das DT ab dem 19. August auf die Bühne. Wobei „Bühne“ nicht ganz stimmt: Spielort ist die Tiefgarage des Hauses, wo das Stück für drei Wochen „en suite“ gespielt wird.

Andere Themen sind die Terrorgefahr („Himmel“ von Wajdi Mouawad, Regie Brit Bartkowiak, Premiere im September) oder der Klimawandel („paradies fluten“ von Thomas Köck, Regie Katharina Ramser, Premiere im Februar). Im Programm geht es um Kinderrechte („Malala“ von Nick Wood), und auch der Titel „America First“ (Uraufführung, von Christoph Klimke, Premiere im Dezember) verheißt Aktualität. Wobei es hier um Marylin Monroe geht, der „Mutter aller Gesichtskorrekturen“. Monroe lebt und ist im Stück 60 Jahre alt. Insofern sind ihre aktuellen Beziehungen zu den politischen Akteuren der Macht topaktuell.

„America First“ ist eine Musikproduktion, ebenso wie die Adaption von Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Slater. Das Stück mit dem Titel „Spring Awakening“ beschließt die Saison – ebenso wie der Start wird das Stück „en suite“ gespielt, also drei Wochen am Stück, diesmal allerdings auf der großen Bühne im DT1. „Das ermöglicht uns, ein opulentes Bühnenbild zu realisieren, das nicht jeden Abend abgebaut werden muss“, so Intendant Sidler.

Musikalisch geht es auch in der Produktion „Tosca“ zu, die im April Premiere haben wird. Victorien Sardous Geschichte aus dem Jahr 1887 ist vor allem durch Puccinis Oper bekannt, das Stück, mit dem sich Sarah Bernhardt unsterblich gemacht hat, liegt inzwischen in einer Neuübersetzung vor. In der Inszenierung von Joachim Schloemer wird auch Puccinis Musik erklingen.

„Die Lehrer haben deutlich den Wunsch nach einem deutschen Klassiker geäußert“, begründete Erich Sidler die Wahl von Lessings „Emilia Galotti“. Im Januar hat das Stück Premiere, das im selben Jahr auch Abiturthema in Niedersachsen ist.

Wieder entdeckt werden kann der Klassiker „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco (Premiere im April). Und auch hier ist das Sujet sehr aktuell: die Gesellschaft verändert sich zum Schlechten – und kaum einer bemerkt dies. Ionescos Kritik an totalitären Regimen war lange Zeit von den Spielplänen der Theater verschwunden. Es ist bedrückend, dass in Europa solche Themen wieder aktuell werden.

„Wir brauchen zwischendurch auch etwas zum Lachen“, meinte Sara Oertel und stellte die Komödie „Willkommen“ von Lutz Hübner vor (Premiere am 10. März). In dieses Genre sind auch die Produktionen „Gespräch wegen der Kürbisse“ von Jakob Nolte und „Winnetou und der halbe Abt“ von Lars Wätzold einzuordnen.

Die erste Premiere der neuen Spielzeit im Großen Haus bezeichnet sich ebenfalls als Komödie: am 22. September feiert „Fräulein Agnes“ von Rebekka Kricheldorf die Uraufführung im DT1. In dieser neu interpretierten Version von Molieres „Misanthrop“ geht es um die Frage: Wieviel Wahrheit und Ehrlichkeit verträgt eine Gesellschaft?

Neben weiteren Neuproduktionen (Brecht „Herr Puntila und sein Knecht Matti“; Kate Tempest „Wasted“, Elfriede Jelinek „Das Licht im Kasten“ und andere) sind die Aufführungen für Kinder und Jugendliche in den Spielplan und im Ensemble integriert. Das Team um Erich Sidler hatte vor vier Jahren versprochen, das Kinder- und Jugendtheater nicht als eine einzelne Sparte anzusehen, sondern voll im Haus zu integrieren. „Diese konsequente Vorgehensweise macht sich an zahlreichen Stellen bemerkbar“, erzählt die Leiterin der Theaterpädagogik Gabriele Michel-Frei. „Sowohl in den zahlreichen Kooperationen mit Schulen, in den Besuchergruppen im Haus als auch bei der Zusammensetzung der Zuschauer in den einzelnen Produktionen macht sich das bemerkbar“, sagt sie nicht ohne Stolz. Und so präsentieren sie und Sonja Bachmann (Leiterin Programm für Kinder und Jugendliche) die Stücke „Malala“, „Bei den wilden Kerlen“, „Ein Känguru wie du“ und „Das Kalte Herz“.

Zur neuen Spielzeit werden auch neue Ensemblemitglieder erwartet. „Die möchte ich aber gerne zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen“, meinte Sidler auf Nachfrage. Im Gegenzug gilt es, einige Schauspielerinnen und Schauspieler zu verabschieden: Bardo Böhlefeld, Elisabeth Hoppe, Andras Jessing, Frederik Schmid und Katharina Uhland werden das Haus verlassen. „Ich habe immer betont, dass für junge Schauspieler das Deutsche Theater in Göttingen der Weg ist und nicht das Ziel“, so Sidler zu diesem Thema. Zudem werden alle Genannten noch in den Produktionen zu sehen sein, die in der neuen Spielzeit wiederaufgenommen werden. Trotzdem tut natürlich ein solcher Abschied weh, zumal das gute Klima im Ensemble auf der Bühne, hinter der Bühne und im Bistro des Deutschen Theaters immer wieder sicht- und erlebbar ist.

Mit diesem Programm bleibt sich die Theaterleitung treu: „Ich will, dass die Menschen in Göttingen vorkommen“, formuliert Erich Sidler seine Idee vom Stadttheater. Das zeigt sich in der Programmauswahl genauso wie in der Führung des Hauses. Das darf gerne noch ein paar Jahre so weitergehen!

Alle Produktionen finden Sie unter www.dt-goettingen.de und auch hier in der Spielzeitvorschau im Kulturbüro Göttingen.

Erschienen in der Kategorie Deutsches Theater

Seit 1992 ist Schauspieler Lutz Gebhardt in Göttingen, nun feiert er 25-jähriges Dienstjubiläum. Der ausgebildete Schlosser hat an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig Schauspiel studiert und arbeitete zunächst am Theater Plauen-Zwickau sowie am Staatstheater Kassel. Am Theater Plauern erhielt er eine erste Rolle in »Einer flog über das Kuckucksnest«.

In Göttingen spielte er beispielsweise den Hauptmann von Köpenick, Torquato Tasso, die Palme in »Dschungelbuch« oder Thispe in »Der Sommernachtstraum«.

In dieser Spielzeit ist er unter anderem in Taboris »Mein Kampf«, Theodor Fontanes »Irrungen, Wirrungen« und in der Uraufführung »Sofja« zu sehen.

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A Hot Time in the Town of Göttingen

Frankie Boy - Ein Abend über Frank Sinatra mit Musik von Cole Porter

Ein gleißender Lichtspot erhellt Frank Sinatra (Moritz Schulze), der mit der selbstsicheren Dandy-Eitelkeit, die eben nur Frank Sinatra haben kann „You'd be so nice to come home to“ singt. Ihm zu Füßen liegen eine Reihe quietschender Teenager-Babes, die ihre Verzückung so gar nicht verbergen wollen. Schade, dass Frankie Boy nicht „The Talk of the Town“ singen durfte, denn es ist unzweifelhaft: Dieser Abend war einfach großartig.

Die Handlung der Revue ist schnell erzählt: Der junge Frank Sinatra singt sich mit Unterstützung des Mafiosi Willie Moretti und seiner Gang (herrlich: Paul Wenning, Karl Miller und Frederik Schmid) aus einem Knebelvertrag mit Tommy Dorsey (Benjamin Krüger). Dabei wird er schnell unfassbar erfolgreich, heiratet skandalöserweise Ava Gardner (Katharina Uhland), für die er sich von seiner Nancy trennt, fischt im kriminellen Sumpf Havannas und lässt sich schließlich nach einigen brutalen Auseinandersetzungen wieder scheiden.

Zwei große Shure-Mikrofone, dahinter die „Simply Swing Society“-Big Band in feinen Dinneruniformen; ein paar Café-Tische mit weißen Decken. Tim Zumbachs Bühne ließ aus Göttingens Theater einen verrauchten Nachtclub der 1940er Jahre werden, dessen Atmosphäre vor allem auch durch die schillernden Kostüme Bettina Latschas verstärkt wird.

In diesem Club, der zeitweise auch mal zum Wohnzimmer oder zu einem Studio in Los Angeles wurde, erklangen in Form eines szenischen Konzerts (Regie: Erich Sidler) insgesamt 17 Cole Porter Klassiker nebst fulminanter „New York – New York“-Zugabe. Dass Moritz Schulze dabei mehr als die Hälfte dieser Nummern allein singt, ist absolut beeindruckend. Ebenso fesselnd: Katharina Uhland als Ava Gardner, die mit „Can't help loving that man of mine“ den gefühlvollsten Beitrag der Revue sang, und später sogar noch mit der lasziv zirpenden Marlene Dietrich (Andrea Strube) zarte Küsse austauschen durfte.

Dass letztlich nicht die einschlägigen Frank Sinatra Klassiker gesungen wurden, sondern sich Michael Freis Arrangements bis auf drei Stücke auf Cole Porter-Nummern beschränkten, gab der Revue den angenehmen Hauch eines großen Broadway Musicals. Erich Sidler trifft mit „Frankie Boy“, das er zusammen mit seiner Dramaturgin Sara Örtel geschrieben und eingerichtet hat, vollstens ins Schwarze. Man weiß gar nicht, wo man mit dem Loben anfangen soll: Frische, Eleganz, Mut, Sex, Jazz und schön viel Zigarettenrauch: „Frankie Boy“ hat all das, was nicht nur großes Theater, sondern was vor allem auch Göttingen braucht.

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