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Sonntag, 08 Januar 2017 17:17

Virtuose Fingerfertigkeit

Düker & Boehncke spielen Kolbe & Illenberger

Erschienen in der Kategorie Konzert im Apex
Freitag, 16 Dezember 2016 11:44

2016 ist das Jahr der kleinen Schurken!

2016 in Witzen – Bernd Giesekings Kabarett „Ab dafür! Der satirische Jahresrückblick“

Erschienen in der Kategorie Kabarett im Apex
Dienstag, 06 Dezember 2016 15:17

Appell für den zweiten, kritischen Blick

Lachen wir doch über gute Nachrichten! – Kabarett von Uli Masuth

Erschienen in der Kategorie Kabarett im Apex
Samstag, 03 Dezember 2016 06:26

Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht

Bertold Brecht und die Frauen – dieses Thema gehört zum Lebenslauf dieses großen Dramatikers immer dazu, hatte er doch vier Kinder von drei Frauen und daneben ein Liebesverhältnis zu fast allen seinen Mitarbeiterinnen.

Dieses Thema taucht auch in vielen seiner Gedichte auf, mal etwas subtil, mal ziemlich deftig. Die erotische Lyrik Brechts steht im Mittelpunkt des Abends mit Maja Müller-Bula (Gesang) und Andreas Düker (Gitarre), das im 60. Todesjahr des Dichters beide Künstler zurzeit im Göttinger Apex präsentieren.

Zunächst stellen die beiden den Schriftsteller vor. Die Lebensdaten werden beim Publikum im ausverkauften Apex abgefragt – und sind natürlich bekannt. Dann werden die Frauen vorgestellt, jeweils mit einem musikalischen Leitmotiv. Und schon jetzt merkt man, wie ausgesprochen vielseitig die Schauspielerin Maja Müller-Bula ist. Mit nur wenigen Accessoires und mit ihrem Mimenspiel gibt sie jeder dieser Frauen einen eigenen Charakter.

Nun erklingen die Gedichte und Lieder. Einige Melodien sind bekannt, andere sind neu oder neu arrangiert. Die Texte sind bisweilen frivol bis deftig, aber auch verliebt, melancholisch oder auch humorvoll. Müller-Bula und Düker verstehen es, immer neue Situationen zu entwickeln und das Publikum mitzunehmen.

Für Viele zeigt sich an diesem Abend ein neues Bild von Bertold Brecht. Geschickt wählten Müller-Bula und Düker bekannte Melodien wie zum Beispiel aus der Dreigroschenoper. Besonders ans Herz ging der Song „Surabaya Johnny“, den sich das Publikum auch gleich als Zugabe gewünscht hatte.

„Über die Verführung von Engeln“ ist nicht nur der Titel des Programms, sondern auch eines der Gedichte von Brecht, in denen es zum Teil deftig zu geht. „Engel verführt man gar nicht oder schnell“, heißt es dort. Und endet mit mahnend mit „Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht!“

Der Abend ist wunderbar gelungen – ein Programm, dem man noch viele Besucherinnen und Besucher wünscht. Die nächste Gelegenheit ergibt sich am 30. Dezember im Apex. Es ist hoffentlich nicht die letzte.

Erschienen in der Kategorie Apex
Samstag, 12 März 2016 12:44

Swing - mit einigem Zunder

"Marina & the Kats" im Göttinger Apex

Erschienen in der Kategorie Konzert im Apex
Youssef Nassif und Basilius Alawad im Apex
Erschienen in der Kategorie Konzert im Apex
Dienstag, 09 Februar 2016 09:39

Kippeln für den Weltfrieden

APEX: „Kopfsalat“ – Kabarett mit Matthias Brodowy

Hinreichend Publikum findet sich an diesem Abend im APEX ein, um die Kleinkunstbühne im ersten Stock zu füllen. Warum hinreichend? Nun, Matthias Brodowy war mit eben diesem Programm bereits im November 2013 hier zu Gast.

Verglichen mit früheren Programmen des Künstlers ist der Musikanteil klein (vier Lieder im regulären Teil); da verhieß der Reklametext anderes. Dies ist jedoch nicht der Grund für den schalen Eindruck, den die zwei Stunden auf der Bühne beim Rezensenten hinterließen.

Die Assoziationsmühle, das Chaos im Kopf – jener titelgebende „Kopfsalat“-, welcher ihn seit frühester Jugend begleite, sei der Ausgangspunkt für sein Programm. Man glaubt und folgt ihm: Beginnend beim unruhigen Schüler Brodowy („Kippeln für den Weltfrieden“), den man heute mutmaßlich ritalinisiert hätte, bis zur Verklärung des Anblicks eines Sternenhimmels am Bühnenprogrammende. Lose reihen sich Bilder, Erlebnisse, Gedanken aneinander, deren Höhepunkt sich nach gut einem Drittel des Abends bei der Replik auf den Satz „Früher war alles besser!“ findet. Ein Blick zurück – seien es 100, 200, 500 oder 2000 Jahre - und Herr Brodowy stellt fest: Nein. Stimmt nicht.

Nicht nur die medizinische, hygienische, soziale Position der Mehrheit hat sich gebessert; auch und gerade die Freiheit der Rede, die Freiheit des Wortes gab es früher nicht. Mag es den Anwesenden allzu sehr als Apologie des Heute erschienen sein? Eine Hand zum Applaus rührte sich an dieser Stelle jedenfalls nicht.

Mit Anmerkungen zum Verbrauchscharakter des Wirtschaftssystems – von den Gelände“panzern“ unserer Straßen bis zum Aluverbrauch der Kaffeekapseln zu Mondpreisen verglichen mit Fair Trade - beginnt der intellektuelle Abstieg der zweiten Hälfte. Die Appelle zu einem anderen Umgang mit Menschen und Ressourcen sind es dabei nicht, sondern die fehlende Verbindung vom Lobe der politischen Freiheit zuvor mit einer Freiheit im Wirtschaftlichen stört. Bedingen sich diese Freiheiten nicht? (In Details wie, z.B., der Abschaffung der Monopolrente aus Boden auch in einem liberalen Marktsystem wollen wir gar nicht erst einsteigen.)

Über Erlebnisse bei der Verwendung von Schlüsselkarten in Hotels, einschließlich der damit verbundenen Schwierigkeiten, landet man bei der Frage, ob die „Herrschaft der Zahlen“ – soll heißen: die Herrschaft der Rationalität - für unser Leben Gutes getan hat. Herrn Brodowys „Nein“ unterläuft dabei grandios den Erkenntnisgewinn des ersten Teils (s.o.).

Zum Schluss wird noch in voraufklärerischem Geraune die Schönheit des Sternenhimmels außerhalb der Städte gegen die – vermeintliche - Kälte der Formeln, die Härte naturwissenschaftlicher Erkenntnis gesetzt. (Das arme E=mc² muss hier als Platzhalter dienen.)

Der Beifall an dieser Stelle ist reichlich. Leider! – Mir war bis dato unbekannt, dass es eine erlaubte Hierarchie der Ästhetik gibt.  Vielleicht jedoch ist dies nur Ausdruck der Geringschätzung mathematischer und/oder naturwissenschaftlicher Bildung? Lehrer waren im Publikum ja in großer Zahl anwesend, und so ließe sich denn hoffen, dass z.B. mehr mathematisches Denken, nicht Rechnen, im Unterricht gelehrt würde…

Die grandiosen Kalauer zur „Hoteljazzpianistendauerschleife“ hätten, statt in der Zugabe, lieber im Hauptteil ihren Platz gefunden. Der Beifall zum Ende war ihnen sicher.
  

Erschienen in der Kategorie Kabarett im Apex
Montag, 01 Februar 2016 09:52

Rücksichtslos und mit großem Humor

Trio "Kapelsky" mit Marina Frenk im Apex zu Gast

Sprechen Sie Ostperanto? Ostperanto ist eine fantastische Musiksprache, bestehend aus Russisch und Romanes - sowie einer an Virtuosität kaum zu überbietenden Mischung von Geige, Bratsche, Mandoline, Kontrabass und Gitarre: Folkjazz in einer sehr speziellen Form. Das Trio „Kapelsky“ spielte am Freitag zusammen mit der Sängerin Marina Frenk im Apex in einer schier unendlichen musikalischen Vielfalt, der man mit einfachen Attributen, wie gypsy style oder Balkan Swing nicht gerecht werden kann.

Die zierliche Marina Frenk eröffnet nach einem kurzen ostperantoisierten „Also sprach Zarathustra“ den Abend: „Wir spielen russische Volkslieder, serbische Volkslieder, rumänische Volkslieder, Popp und Elektropopp und Punksongs“ - das sagt sie mit einer Geschwindigkeit und Ironie, die den Zuhörern den Atem stocken lässt: An diesem Abend wird rücksichtslos und mit großem Humor alles balkanisiert, was man sich vorstellen kann. Britney Spears „Ooops“ findet sich ebenso auf der Setlist wie Nancy Sinatras „Bang Bang“. Das faszinierende: All das ist von größter musikalischer Präzision und Virtuosität und oft extrem mitreißend und komisch. „Kapelsky und Marina“ spielen mit dem landläufigen Klischees des Balkan-Genres, ohne sich dabei musikalisch jemals hörbarer Floskelhaftigkeit hinzugeben.

Besonders beeindruckend ist Marina Frenk, die als Vokalakrobatin unglaubliche Dinge mit ihrer Stimme macht. Die mit Worten nicht wirklich beschreibbare Bandbreite reicht von kräftig strahlendem und sehr gefühlvollem Gesang in den Volksliedpassagen bis hin zu humoristisch eingefädelten Konsonanthäufungen und sich überschlagendem Diddling. Dabei verzieht sie ihre Augen, schielt wirr, tanzt blödelnd um das Mikrophon und bringt den gesamten Saal regelmäßig zu überschäumendem Lachen.

Ebenso vielseitig gestalten sich aber auch die Instrumentalanteile: Das Zusammenspiel von Violine und Gitarre erinnert zeitweise an die Hochzeiten von Django Reinhardt und Stephane Grappelli – besonders der Violinist der Combo spielt mit derartigem Feuer, dass sein Bogen am Ende des Abends mehrere deutlich sichtbare Risse hinnehmen muss. Daneben wechselt er zwischen Mandoline und Bratsche und beherrscht beide Instrumente nicht weniger temperamentvoll als seine Violine.

Eines der Highlights des Abends, das zudem den beeindruckenden Einfallsreichtum der Gruppe demonstriert, ist ein parodistisches Elektropop-Stück, das die Band ohne eine Miene zu verziehen eins zu eins akustisch repliziert: „Vergangenheitsbewältigung einer Fehlbuchung zu einem Elektropop-Konzert“, so die Sängerin.

Das Publikum gibt sich durchweg restlos begeistert und der feine musikalische Humor sorgt für regelmäßigen wilden Applaus. Am Schluss gibt es stehende Ovationen und erst nach der dritten Zugabe und vorsichtigen Signalen der Lichtregie neigt sich der Abend dem Ende entgegen.

Erschienen in der Kategorie Konzert im Apex
Samstag, 16 Januar 2016 17:13

Eine nette Type

Mia Pittroff im Apex

Mia Pittroff ist keine politische Kabarettistin. Ihr Schwerpunkt liegt in den alltäglichen Kleinigkeiten – und Banalitäten. Bei einem abendfüllenden Soloprogramm besteht immer die Gefahr, bei derart einfachen Themen banal abzurutschen. Mia Pittroff versteht es, das weitgehend zu vermeiden. Und so unterhält sie ihr Publikum auf angenehme Weise. Man fühlt sich ertappt und verstanden, man kann ihren Aussagen einfach nur zustimmen. Bestes Beispiel: ihr Facebook-Lied „Adde sich wer kann“. Und auch ihre Gedanken über das Älter werden, treffen die Gefühle der Besucher im Göttinger Apex. „Alt werden – das muss man wollen“, meint sie mit ihrem trockenen Humor. „Früher gab es nur ein gepflegtes bergab – jetzt muss es mit dem Älterwerden nur noch bergauf gehen“.

Sie sagt über sich selber, sie gehöre zu den netten Typen. Als Kabarettistin sei das eher problematisch. Denn in diesem Metier müsse man doch eher böse sein. Böse ist vielleicht der falsche Ausdruck. Aber etwas mehr Sarkasmus oder Ironie, ein wenig mehr Satire würde ihrem Programm gut tun.

Ihr Programm „Ganz schön viel Landschaft“ verpackt sie in die sympathische Fränkin, die auf der Durchreise in ihre Heimat Bayreuth ist. Und in ihrem Reisegepäck hat sie nicht nur das unfertige Gedicht zum Geburtstag ihrer Mutter, sondern auch ihre Gedanken über Tattoos, über To-Do-Listen (und vor allem die „not-to-do-Listen“!), über modische Cafés und Smartphones.

Das Göttinger Publikum folgt ihr bereitwillig. Viele Lacher begleiten Mia Pittroff durch den Abend. Fehlen tun die Lacher, die einem eher im Halse steckenbleiben. Wenn sie bei ihrem nächsten Besuch in Göttingen davon noch etwas mehr im Gepäck hat, wird sie ihr Publikum noch mehr erobern und begeistern. Und ihre Blockflöte darf sie gerne wieder mitbringen – ihre Interpretation von „Atemlos“ war klasse!

Erschienen in der Kategorie Kabarett im Apex
Dienstag, 12 Januar 2016 07:41

Schnee melken auf Norderney

„Hin und Weg – der Mann bleibt da!“ Madeleine Sauveur im Apex

Der rote Faden. Je länger der Aufbau dieser Besprechung erwogen wurde, desto deutlicher trat der fein gewebte rote Faden dieses Abends in der Rückschau hervor. Wie oft wird ansonsten im Kabarett, nach anfänglichem Aufhänger, nur Nummer an Nummer gereiht?

Musikkabarett war plakatmäßig angeschlagen, und Musik nimmt, cum grano salis, die Hälfte der abendlichen gut zweieinhalb Stunden ein. „Chansonette“ Madeleine Sauveur, so ihr Titel für sich selbst, und die „One-Man-Combo“ Clemens Maria Kitschen - die Dame spricht und singt. Der Herr spielt, spricht weniger und singt (zumeist Background). Eine Combo ist er übrigens wirklich: Klavier/Akkordeon, Schlagzeug und Basspedal; oft gleichzeitig.

Ein wenig zögerlich baut sich zu Beginn Spannung zwischen der kleinen Bühne und dem rappelvoll besetzten Zuschauerraum auf, doch der ein oder andere Kalauer bricht zuverlässig das Eis. Manche dieser sind so ‚schlecht’, dass sie wieder überzeugen… andere hingegen funkeln hintersinnig noch einige Minuten nach.

Zur Hälfte der ersten Hälfte haben wir uns in die Dramaturgie eingefunden: Der Mann als der Sesshafte, als der unbewegte Beweger. „Klavier - was will ich mehr?“ Herr Kitschen verteidigt diese – seine - Sicht der Dinge heiter-gelöst gegen „Xanthippe“ Sauveur - das rastlos unbewegte Weib, welches unstet durch der Welten Lauf zieht. Vom Kleinkunstbühnentingeltangel Namibia-BRD über Kreuzfahrtschiffengagements bis hin zur (Ver-)Änderungsschneiderei auf Helgoland. Zugleich verhandelt ein (Bühnen-)Paar in Musik und Text seine Konflikte, Erwartungen, Enttäuschungen.

Die schrägen Wortverbindungen à la Schnee melken finden unsere große Zustimmung und Freude. Die Textbeiträge in summa sind hingegen, insbesondere wenn sie sich auf Zeitdiagnostisch-Kritisches beziehen, der schwächere Teil, fehlt es ihnen zumeist doch an überraschenden Einsichten; und zudem an der nötigen Schärfe.

Die eigenen Lieder (z.B. „in eigener Sache“) im Verbund mit bekannten Melodien zu neuen Texten (von „Auf der Reeperbahn“ bis zu Schumanns „Kinderszenen“) hingegen tragen die beiden kunstfertig, spielfreudig, teils grandios vor. Die ein oder andere ‚Störung’ aus dem Auditorium wird dabei rasant eingebaut.

Überhaupt ist, spätestens, nach der Pause beim „Hühneraugenblues“ oder der Tangoparodie „Mein Pianist trägt Prada“ vom anfänglichen Zögern nichts mehr zu spüren. Wie charmant und leicht dabei Madame im obigen Blues die Teutonenklatschschwerpunkte gestisch zu den Taktzeiten zwo & vier lenkt, ist aller Ehren wert… Noch nach der größten Volte findet das Duo immer wieder zu seinem Thema zurück - mit der Kennenlernanekdote der beiden als sentimentalem Kern. So verbindet alle Einzelnummern eine stimmige Erzählung auf unaufdringliche und zugleich gekonnte Weise.

Die vier Zugaben erhöhen die Schlagzahl erneut- oder wann hat man je einen Biologielehrbuchtext über Zecken im Stile einer Mozartarie gehört? Applaus, Applaus, Applaus.

Erschienen in der Kategorie Kabarett im Apex
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