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Samstag, 17 Juni 2017 00:00

Auf Großer Fahrt

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Auf Großer Fahrt Auf Großer Fahrt ©Maria Widemann

Dokumentartheater über eine Meeresexpedition

Wie zirkuliert Meerwasser? Welchen Einfluss haben Temperatur und Dichte darauf und wie misst man das? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, schlägt nach, googelt oder fragt Fachleute, also Ozeanographen. Im Moment kann er in Göttingen aber auch zum Gartetalbahnhof gehen und sich das Stück METEOR ansehen. Das macht sehr viel mehr Spaß und vermittelt nicht nur einiges Wissen, sondern liefert auch gleich noch das Bordfeeling mit, inklusive Seekrankheit, Äquatortaufe und Zwischenmenschliches. Das Theater „Das Letzte Kleinod“, das mit seinem ozeanblauen Zug Theaterprojekte durch Deutschland bewegt, macht in Göttingen für wenige Tage Station und nutzt die Gleise als ungewöhnliche Spielstätte. So fährt so mancher reguläre Zug im Hintergrund durchs Bühnenbild. Dieses besteht auch aus Eisenbahnwaggons – aber diese werden in vielfältiger Form zum Schiff umgewidmet. Auch viele andere Requisiten werden kreativ mit Mehrfachnutzen verwendet: so wird zum Beispiel das Fallreep zum Hai, Fass, oder Wasserstrudel, ein Segel hat ebenso wechselnde Einsätze, wie die Megaphone und das Nebelhorn.

Die Spielfreude der Mannschaft ist faszinierend - sie stoßen in wechselnden Konstellationen aufeinander: Wissenschaftler gegen Seeleute, Frauen gegen Männer oder auch See-Erfahrene gegen Neulinge. Jens-Erwin Siemssen hat sich auf Große Fahrt mit der aktuell im Einsatz befindlichen METEOR begeben, um das Stück, das sich um die Fahrt der ersten METEOR dreht, zu entwickeln. Diese war zum ersten Mal von 1925-1927 im Einsatz. Original Exponate aus dem Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven bereichern die Ausstattung und lassen das Publikum echte Seemannsluft schnuppern. Dass das Ensemble gemeinsam auf Reisen ist und auch in den beengten Verhältnissen im Zug lebt und arbeitet, macht die Umsetzung des Stücks, das sich um das Leben auf einem Forschungsschiff und die Ereignisse einer Forschungsreise handelt, besonders authentisch. Die geschlossene Ensembleleistung steht für den gelungenen Transfer zwischen Eisenbahn und Schiff. Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit langem Applaus.

Weitere Aufführungen: 17. und 18. Juni 2017; Karten an der Abendkasse

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