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Sonntag, 11 Juni 2017 22:42

Bildgewaltiger Klassiker

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Jacqueline Hartwig, Beatriz Beyer, Kerstin Börst, Olivia Haese, Pauline König, Unten: Matti Fellmann, Friedmuth Kraus, Jörg Bauer, Ralf Kollarz-Beuermann, Christian Töpfer, Felix Lentge, Nils Achtergarde, Sabri Gharbi Jacqueline Hartwig, Beatriz Beyer, Kerstin Börst, Olivia Haese, Pauline König, Unten: Matti Fellmann, Friedmuth Kraus, Jörg Bauer, Ralf Kollarz-Beuermann, Christian Töpfer, Felix Lentge, Nils Achtergarde, Sabri Gharbi © Photo: Dirk Opitz

„Lysistrata“ im Theater im OP

Als der griechische Dichters Aristophanes im Frühjahr 411 v. Chr. – im zwanzigsten Jahr des Peloponnesischen Krieges – das Stück Lysistrata schrieb, hatte er sicher weder Rap im Ohr noch Stroboskoplicht vor Augen. Wer die aktuelle Version des Werks im Theater im OP besucht, bekommt beides geboten, denn hier wurde die Thematik und pazifistische Botschaft des Stoffes aufgenommen und komplett neu gestaltet. Entstanden ist ein Musical, für das die Mitglieder der Band unter Leitung von Lukas Liebich seit dem Herbst sowohl alle Texte als auch die Musik entwickelt haben. Und was dabei entstanden ist, ist in jeder Hinsicht herausragend. Dazu trägt neben den Liedern auch die optische Umsetzung bei: Bühnenbild und Choreographie sowohl der Tanz- als auch der Kampfszenen runden das Gesamtbild perfekt ab.

Diese Adaption der klassischen Vorlage ist eine glanzvolle und bildgewaltige Ensemble-Leistung. Schon die Einstiegsszene setzt Maßstäbe: Aus dem statischen Bild der zehn Paare, mit dem die musikalische Einleitung begleitet wird, entwickelt sich die erste Kampfszene der Männer. Diese werden zu Beginn enthusiastisch von ihren Frauen angefeuert, bis der Tod eines Kindes die Wende bringt. Die Frauen aus Athen und Sparta beschließen unter der Führung von Lysistrata (Pauline König), den sinnlosen Krieg zu beenden und ihre Männer durch einen Sexstreik zur Besinnung zu bringen. Und wie das in dieser Inszenierung geschieht, ist einfach großartig: Hier kommt das geniale Bühnenkonzept von Johannes Bondes, der auch Regie führte, und Ulf Janitschke zum großen Auftritt: Das Spiel verlagert sich in die dritte Dimension: Die Bühne ist umstellt von zwölf Säulen der Akropolis, die die Frauen erklimmen. Sie spielen fortan auf den Podesten, entfernen sich damit auch räumlich von ihren Männern und gestalten hiermit ihre eigene Ebene des Stücks. Sie werden zu Zuschauerinnen der fortbestehenden Kämpfe, kämpfen aber auch gegen sich selber und die eigene Lust.

Die Ensembleleistung sowohl der Schauspielerinnen und Schauspieler als auch der Band steht dermaßen im Vordergrund, dass man kaum Einzelne hervorheben mag. Aber der Verführungstanz von Lena Aust und Matti Johannes Feldmann sticht hervor und bleibt nachhaltig im Gedächtnis. Auch Felix Lentge muss genannt werden: er ist der Anführer der Athener, der mit einem Rap das Stück eröffnet und die Krieger zum Kampf anstachelt und von seiner Haltung auch nicht ablässt, als bereits alle anderen kriegsmüde geworden sind. Der Schluss sei hier nicht verraten und der kleine Gag am Rande auch nicht, aber aus dem vergnügten Schmunzeln der Zuschauer entwickelte sich dann ein nicht enden wollender Applaus.

Nächste Aufführungen: 13.06., 14.06., 16.06., 17.06., 19.06., 20.06., 22.06., 23.06., 24.06., 27.06., 29.06. und 30.06.2017
Aufführungsbeginn jeweils 20:15 Uhr

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