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Mittwoch, 05 April 2017 08:42

Gelebte Ökumene mit dem „Stabat Mater“

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Passionskonzert in der St. Albanikirche

Im Mittelpunkt des Passionskonzerts in der St. Albanikirche stand die Stabat Mater Vertonung von Giovanni Battista Pergolesi. Das Stück ist für zwei Frauenstimmen, Streicher und Basso continuo komponiert. Nathalie de Montmollin (Sopran) und Uta Grunewald (Alt) waren eine ideale Besetzung für dieses beeindruckende und doch so intime Werk. Kirchenmusik trägt hier auch zur gelebten Ökumene bei, denn das „Stabat Mater“, das mit seinem Texten die Betenden mithineinnimmt in das Passionsgeschehen und der Schmerzen Mariens als Mutter Jesu gedenkt, ist eigentlich in der katholischen Kirche beheimatet, findet aber über die Musik immer wieder auch seinen Platz in der evangelischen Kirche. Den beiden Solistinnen merkte man die Freude am gemeinsamen Musizieren und die Lust an der Gestaltung dieses Werkes an. Begleitet wurden sie zuverlässig vom Collegium coll’arco. Nathalie de Montmollin und Uta Grunewald wechselten sich in den verschiedenen Solopassagen ab und fanden in den Duetten immer wieder zu einer gemeinsamen Interpretation des Werks zusammen. War de Montmollin der Oper nahe und gestaltete ihre Passagen daher expressiv und dramatisch, kontrastierte Grunewald mit ihrer warmen Altstimme und eher zurückgenommenem Gestus in den Solopassagen. Höhepunkte waren die Duette der beiden Solistinnen, in denen sie farbenreich und doch dem geschilderten Passionsgeschehen angemessen, die Zuhörenden mit hineinnahmen in die innere Dramatik des Werkes.

Eine schöne Idee von Kantor Arwed Henking war es, das Hauptwerk des Konzerts von der Kantorei St. Albani mit zwei aufeinander bezogenen Kompositionen zu umrahmen: Zu Beginn des Konzerts erklang das „Tristis est anima mea“ - der Ausruf Jesu im Garten Gethsemane: „Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir!“ - als Motette für fünfstimmigen Chor und Basso continuo von Johann Kuhnau, Vorgänger Bachs als Thomaskantor. Nach dem Stabat Mater wurde diese Motette als Bearbeitung von Johann Sebastian Bach in dem Werk „Der Gerechte kommt um“, das sich textlich auf einen Text aus dem Buch Jesaja bezieht, wiederaufgenommen. Hierfür wurde das Collegium coll’arco noch mit den Oboisten Wolfgang Glatzel und Klaus Hofmann verstärkt. Fremdelte im ersten Werk die Kantorei noch etwas mit den geforderten Dissonanzen und chromatischen Wendungen, konnte sie in der zweiten Version – nun auch gestützt durch alle Instrumentalisten – sicher und klangschön das Werk gestalten. Der Abend endete mit dem Schlusschoral „Christe, du Lamm Gottes“ aus der Kantate BWV 23. Das Publikum bedankte sich bei den Mitwirkenden mit langanhaltendem Applaus.

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